2024/05: La Saône / Immer eine Bootsfahrt wert 😃
Warnung ⚡: hier kehrt unser Kapitän der MS Horizon wieder einmal so richtig den Lehrmeister heraus 🤓. Wer das liest tut sich dies wirklich und absolut auf eigene Gefahr und eigenes Risiko hin an 😁. Keine Angst, die weiteren Blogs werden wieder mehrheitlich auf gewohnte Art und Weise geschrieben sein 😊.
La Saône
Einige Zahlen & Fakten
- Länge: 473 km, davon beinahe 400 km schiffbar
- Quelle: bei Vioménil im Département Vosges auf 405 m ü.M, knapp südlich der großen europäischen Hauptwasserscheide
- Mündung: bei Lyon auf 162 m ü.M in die Rhône welche bei Marseille in das Mittelmeer mündet.
- Gefälle: (nur) 243 m Höhenunterschied und damit ein durchschnittliches Gefälle von weniger als 0.05%
- Mittlere Abflussmenge bei der Mündung in die Rhone: 480 m³/s
- Schleusen: Total 25 Stück, davon 20 im Freycinet-Mass (mind. 38.5 m x 5.05 m) zwischen Corre und Saint-Jean-de-Losne und 5 Grossschleusen (185 m x 12 m) zwischen Saint-Jean-de-Losne und Lyon
- Anschlüsse an andere Wassertrassen:
- Canal des Vosges: PK 407 bei Corre
- Canal entre Champagne et Bourgogne: PK 254.4 bei Heuilley
- Canal du Rhône au Rhin: PK 219 bei Saint-Symphorien-sur-Saône
- Canal de Bourgogne: PK 214.8 bei Saint-Jean-de-Losne
- le Doubs: PK 166.6 bei Verdun-sur-le-Doubs
- Canal du Centre: PK 144.8 bei Chalon-sur-Saône
- La Seille: PK 106 bei la Truchère
- Canal de Pont-de-Vaux: PK97.3 bei Fleurville
- Le Rhône: PK 0 bei Lyon
- Häfen & Liegeplätze: Eine Übersicht zu den Häfen und Liegeplätzen findest Du hier.
- Vorschläge Kartenmaterial: Guide Fluvial von Éditions du Breil Nr. 03 / App „Navi“ von VNF
- Reiseberichte der MS Horizon: Nachstehend findet Ihr Links auf Reiseberichte (es kommen bald mehr 🥵).
- 2024: La Petite Saône / Von Corre nach Saint-Jean-de-Losne
- Weitere Berichte und Informationen findet ihr im Bereich Blog oder über die Suche, einfach im Suchfeld unten auf jeder Seite „Saône“ eingeben 😉
Die Abschnitte der Saône
Die Saône wird in folgende drei Abschnitte unterteilt.
Haute Saône
Der Verlauf der Haute Saône
Von der Quelle bei Vioménil bis nach Corre.
In Corre mündet die Côney (und mit ihr der Canal des Vosges) in die Saône.
Dieser Abschnitt ist nicht schiffbar.
Petite Saône
Verlauf der Petite Saône
Von Corre bis nach … nun das ist die Frage … für uns bis nach Saint-Jean-de-Losne (mehr dazu im Nachtrag).
Von Corre bis Gray ist die Saône ein idyllisches kleines Flüsschen, welches sich in vielen weiten Kurven durch die grünen Wälder und Weiden des Landes windet, ab Gray wird sie etwas ernsthafter und entwickelt sich bis nach Saint-Jean-de-Losne zu einem imposanten Fluss.
Die Schleusen der Petite Saône
Die 20 Schleusen haben alle Freycinet-Mass, dass heisst sie sind mindestens 38.5 m x 5.05 m gross. Alle Schleusen sind automatisiert. Zur Anmeldung bei der Schleuse dreht man einen, einige dutzend Meter vor der Schleuse herabhängenden, Plastikschlauch. Sobald das Signal der Schleuse Grün zeigt fährt man in die Schleuse ein und belegt das Boot (Leinen nicht fixieren 😉). Danach schiebt man die blaue Stange in der Schleuse nach oben und der Schleusenvorgang startet (mit der roten Stange löst man den Notstopp aus). Die Tore öffnen automatisch sobald der Wasserpegel passt.
Navigation auf der Petite Saône
Das Navigieren auf der Petite Saône ist, zumindest bei Normalwasser, einfach. Es fahren hier nur noch sehr wenige Berufsschiffe (max. 39 m) und auch die Anzahl der Mietboote und der privaten Boote hält sich in Grenzen. Die Schleusen sind alle automatisiert und funktionieren mehrheitlich problemlos. Die Petite Saône fliesst sehr gemächlich durch die Landschaft und bietet daher keine besonderen Schwierigkeiten. Aber Achtung: die Wassermenge kann bei Schlechtwetter rasant ansteigen, siehe dazu das Kapitel „Charakter des Saône“ weiter unten.
Die Ortschaften an der Petite Saône
Grössere Ortschaften gibt es nur fünf, Port-sur-Saône, Pontarlier, Gray, Auxonne und Saint-Jean-de-Losne. Ansonsten kommt man an kleineren, teils aber sehr schmucken, Dörfern vorbei. In Gray ist der Intermarché nur einige Meter vom Quai Mavia entfernt, sehr praktisch 😊.
Grande Saône
Der Verlauf der Grande Saône
Die Grande Saône führt von Saint-Jean-de-Losne nach Lyon, wo sie in die Rhône mündet. Die Saône ist nun ein eindrücklicher, teils schon sehr breiter, Fluss. Sie führt durch eine mehrheitlich flache, sehr schöne Landschaft. Auf ihrem Weg nach Lyon führt sie durch mehrere sehr schöne Städte.
Bei Verdun-sur-le-Doubs mündet der Doubs in die Saône. Obwohl der Doubs bis hier mit 453 km länger ist als die Saône mit 311 km und mit 176 m3/s auch mehr Wasser bringt als die Saône mit 111 m3/s, heisst der Fluss weiterhin Saône.
Die Schleusen auf der Grande Saône
Die Grande Saône ist für die Grossschiffahrt ausgebaut, das heisst die Schleusen, Total 5 Stück, haben hier eine Länge von 185 m und eine Breite von 12 m.
Die Schleusen sind alle durch VNF-Mitarbeiter vor Ort bedient. Wir empfehlen den Schleusenwärter 10 – 15 Minuten vor Ankunft an der Schleuse zu kontaktieren und die Ankunft anzumelden. So kann der Schleusenwart die Durchfahrten optimieren und selber weiss man auch gleich Bescheid über das Wann und das Wie der eigenen Schleusung.
Kontaktieren kann man die Schleusen über die im Flussführer (zB. Guide Fluvial von Éditions du Breil Nr. 03 / Seite 44) angegebene Telefonnummer oder über Funk (VHF Kanal ebenfalls gemäss Flussführer).
Diese Grossschleusen sind schon sehr eindrücklich, vor allem wenn hinter einem so ein 11 m breites Schiff in in die Schleuse einfährt …
Tipp: Leinen immer erst einholen wenn vor einem kein grosser Kahn mehr steht. Die können ziemlich Wellen machen …
Navigation auf der Grande Saône
Das Navigieren auf der Grande Saône ist doch etwas anspruchsvoller als auf der Petite Saône. Einerseits weil da die wirklich grossen Lastkähne und Hotelschiffe verkehren (bis zu 120 m), anderseits weil die Fahrrinne trotz der Breite des Flusses oft vergleichsweise schmal ist. Es lohnt sich die Flusskarte immer im Auge zu behalten und auch die Dalben, welche die Fahrrinne markieren, ernst zu nehmen. Immer wieder hört man von Freizeit-Kapitänen welche ihr Boot auf Grund gesetzt haben.
Ortschaften an der Grande Saône
An der Grande Saône gibt es einige grössere Städte wie zB. Chalon-sur-Saône, Tournus oder Macon und am Ende natürlich Lyon. Alle Städte haben gute Infrastrukturen für Bootsfahrer und sind sehr sehenswert.
Charakter der Saône
Durch das geringe Gefälle hat die Saône bei Normalwasser eine sehr geringe Strömung, so ist sie sehr einfach mit einem Boot zu befahren und lädt auch zum Baden ein. Aber Achtung: sie kann durchaus auch ein wilder Fluss sein. Speziell im Frühling, aber natürlich auch generell bei anhaltendem Regenwetter, kann der Wasserstand, auch auf der Petite Saône, in kurzer Zeit sehr stark ansteigen. 1 – 2 m sind keine Seltenheit. Spezielle Vorsicht ist dann auch beim Anlegen an festen Stegen oder Molen geboten, sehr schnell können diese unter Wasser stehen.
Dann ist es sehr ratsam das Boot in einem geschützten Hafen in Sicherheit zu bringen und das fliessende Gewässer so weit wie möglich zu meiden.
Siehe dazu auch den Blog:
2024: Wieder auf dem Boot 😀 / Kapitel „Hochwasser.
Empfehlung: konsultiert regelmässig den Wetterbericht und behaltet auch das Wetter von vor ein paar Tagen Blick. Das Wasser welches durch Regen irgendwo in den Vogesen oder im Jura in die Haute Saône, die Côney, die Lanterne oder den Doubs gelangt, spürt ihr möglicherweise erst einige Tage später. Der Wasserspiegel kann also auch bei schönstem Sonnenschein plötzlich ansteigen …
Freizeit/Aktivitäten an und auf der Saône
Die Saône ist auch bei den Einheimischen als Naherholungsgebiet sehr beliebt. Dank den ehemaligen Treidelpfaden, welche heute vielfach als Fuss- oder Fahrradweg ausgebaut sind, ist der Zugang zum Fluss meist sehr einfach. Entsprechend oft begegnet man Spaziergängern, Joggern, Wanderer und Fahrradfahrer.
Die Fahrradwege entlang dem Fluss werden kontinuierlich weiter ausgebaut und aufgewertet, ist diese Strecke doch Teil der La Voie Bleue, einer 700 km umfassende Fahrradroute in Wassernähe von Luxemburg bis nach Lyon. Mehr dazu im Blog: Auf dem Fahrrad durch das Burgund.
Auch bei den Fischern ist dieser Fluss sehr beliebt. Nicht nur, aber natürlich vor allem an den Wochenenden und in der Ferienzeit, sind die Ufer teilweise gesäumt von Fischern, auch mit ganzen Zeltdörfchen. Gefischt werden hier vor allem Wels, Brachse, Hecht, Karpfen und Rotauge.
Nachtrag zum Thema: wo wechselt die Petite Saône zur Grand Saône
Wo hört die Petite Saône auf und wo beginnt die Grande Saône? Ich habe verschiedene Definitionen gefunden. Wikipedia (Deutsch) zB. meint bis nach Verdun-sur-le-Doubs, hier mündet der Doubs in die Saône. Andere Quellen meinen bis nach Saint Symphorien, hier mündet der Canal du Rhône au Rhin in den Fluss. Wieder Andere sagen bis nach Seurre, hier ist die oberste Grossschleue und damit sei die Grossschiffahrt bis hierher möglich und wieder Andere, zB. Wikipedia (Französisch) meinen bis nach Saint-Jean-de-Losne.
Ich habe mich rein gefühlsmässig für Saint-Jean-de-Losne entschieden. Wenn ich die Saône talwärts fahre ändert sich für mich der Charakter vom kleinen Fluss zum grossen Fluss sobald ich unter der Brücke von Saint-Jean hindurch gefahren bin.
Vielleicht treffen wir uns irgendwann einmal auf der Saône 😊





Herzlichen Dank für den sehr interessanten Bericht.