Herbst 2023: Zurück nach Corre / Update 15.10.2023, 21:00 Uhr //
Einleitung / Übersicht
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Während unserer Sommerreise (siehe hier) haben wir mit der Horizon eine wunderbare Fahrt von Châlons-en-Champagne über Paris (so schön 🥰) nach Nevers gemacht. Da haben wir die Horizon dann im modernen und auch sehr gut eingerichteten Stadthafen mit gutem Gewissen einige Wochen stehen lassen.
Nun startet am 16. September 2023 unsere vierwöchige Herbstreise. Die letzte Reise dieser Saison 😭. Aber wir wollen jetzt nicht klagen 😉 und freuen uns auf diese Fahrt 😊.
Das Ziel dieser Reise ist Corre, dies ist der Heimathafen der Horizon. Nun ja, Heimathafen zumindest noch für diesen Winter. Ende März 2024 planen wir dann … nein, mehr verraten wir hier noch nicht 😁. Mehr dazu dann ein anderes Mal 😊.
Welche Wasserstrassen sollen uns nach Corre bringen? Eigentlich bleiben uns nicht viele Wege und so sieht unser Plan momentan folgendermassen aus:
- Der Canal latéral à la Loire aufwärts bringt uns von Nevers nach Digoin.
- Von Digoin aus geht es über den Canal du Centre nach Chalon-sur-Saône, und damit aus den Kanälen zurück auf einen Fluss, die Saône.
- Von Chalon-sur-Saône aus geht es dann nur noch nordwärts über die Saône und die kleine Saône bis nach Corre.
Da die Wasserstands- und sonstigen Meldungen der VNF (Betreiber der Wasserstrassen in Frankreich) soweit gut aussehen, die einzige Einschränkung ist eine Reduzierung der Wassertiefe auf 1.6 Meter bis zur Saône (die Horizon hat einen Tiefgang von 1.3 Meter), sind wir optimistisch, dass wir diesen Plan auch so werden einhalten können 😊.
Die regelmässigen Leser dieses Blogs kennen die Stamm-Mannschaft der Horizon ja bereits und auch auf dieser Reise werden wieder alle mit dabei sein 😁.
So freut sich auch dieses Mal wieder die ganze Mannschaft, von der Ersten Offizierin über die Zahlmeisterin, die nautische Offizierin, die Kommunikationsoffizierin (das ist die, welche immer mit Allen flirtet 🤣), die Matrosin, dem Schiffsjungen, dem Bordmechaniker, dem Steuermann, dem Smutje bis hin zum Kapitän, einfach alle 😆 über Eure Begleitung auch auf dieser Reise 😊.
Wir werden sicher wieder das eine oder andere Lustige, aber auch Interessante zu erzählen haben. Viel Spass 😊.
Liegeplätze & Direktsprung zu einzelnen Tages-Einträgen
Hier eine Auswahl von Liegeplätzen die uns unterwegs positiv aufgefallen sind oder an denen wir selber angelegt haben. Ein Klick auf das Datum bringt dich zum entsprechenden Blog-Eintrag (falls Link vorhanden), ein Klick auf den Namen des Liegeplatzes führt dich auf externe Seiten mit weiteren Informationen zum Liegeplatz (falls Link vorhanden).
- Canal latéral à la Loire
- 22.07.-16.09.: Hafen von Nevers / Fingerstege / 50+ Boote / St/W / empfehlenswert
- 17.09.: PK93 / Steinmole / 4-5 Boote / kein St/W / sehr angenehm, ruhig
- 18.09.: Fleury PK80 / Mole / 4-5 Boote / St/W / „Camping-Wirtschaft“, schön & ruhig
- 18.09.: Decize Hafen / Fingerstege, / 80 Boote / alle Services
- 18.09.: Decize PK 68.4 unterhalb Brücke / Mole / kein ST/W / ok als Übernachtungsplatz
- 19.09.: Les Vanneaux PK 53.2 / Mole / 4-5 Boote / St/W ?
- 19.09.: Garnat-sur-Engièvre PK40.7 / Fingersteg / 2 Boote / St/W ? / schön
- 19.09.: Beaulon PK 37.8 / Mole bei WoMo-Stellpl. / 6-7 Boote / St/W zentral / tiptop
- 20.09.: Fabrik PK29.2 / Mole / am unteren Ende, zum Übernachten tiptop
- 20.09.: Diou PK25.5 / Mole / kein St/W
- 20.09.: Pierefitte-sur-Loire PK19.2 / Mole / 6-7 Boote / kein St/W / schöne Anlage
- 20.09.: Molinet PK8 / Mole / 2-3 Boote / St/W / sehr schön und sympathisch
- 20.09.: Digoin PK4, vor Hafen / Mole / 5-6 Boote / St/W / schöner als im Hafen
- Canal du Centre
- 22.09.: Paray- le-Monial PK101.9 / Mole / 8-10 Boote / St/W / schön (Strasse)
- 22.09.: Génelard PK82 / Mole / 8 Boote / St/W / sehr schöne Anlage
- 23.09.: Blanzy PK61 / Mole / 4 Boote / St/W / sympathisch
- 24.09.: Montchanin PK52 / Mole / 6 Boote / kein St/W / ok
- 24.09.: St-Julien PK45 / Mole / 4-5 Boote / St/w / schöne Anlage, sympathisch
- 25.09.: PK36 / Mole / 2 Boote / kein St/W / Einfacher und doch spezieller Anleger (Strasse)
- 25.09.: Saint-Léger-sur-Dheune PK33 / Mole bei Hafen / St/W / ok
- 26.09.: Dennevy PK30 / Mole / 2 Boote / St / ok
- 26.09.: Cheilly-lès-Maranges PK26.2 / 2 Boote / kein St/W / schön
- 26.09.: Santenay PK24.2 / 2 Boote / kein St/W / sehr schön und schattig
- 26.09.: Remingny PK22.3 / 2 Boote / evtl. St/W / schön
- 26.09.: Chagny PK 19.2 / grosse Anlage, Mole, Fingerstege / teilweise mit St/W
- 27.09.: PK 12.9, unterhalb der Brücke / Mole / 1-2 Boote / schön
- 27.09. : Fragnes PK8 / grosse Anlage, lange Mole / 15+ Boote/ sehr schön
- 28.09.: Leclerc PK4.3 / Dieser Anleger ist verfallen, wir legen da nicht an …
- Saône:
- 28.09.: Chalon-sur-Saône PK142 / Ponton Manon / 3-6 Boote / St/W / unser Liebling
- 29.09.: Gergy PK159.2 / Ponton / 3-4 Boote / St/W? / uns gefällts …
- 30.09.: Verdun-sur-le-Doubs PK69 / Hafen / St/W / schön
- 30.09.: Seurre PK 187.3 / Ponton / 4-5 Boote / St/W / etwas teuer, aber schön
- 02.10.: Saint-Jean-de-Losne PK215 / Mole / 5-6 Boote / St/W / sehr schön
- 05.10.: Saint-Jean-de-Losne, Camping les herlequins PK216 / Ponton / 4 Boote / St/W / uns gefällts
- Petite Saône
- 05.10.: Mailly-sur -Port PK221.6 / Mole / 2 Boote / kein St/W / schön
- 05.10.: Auxonne PK233.3 / Ponton / 6-8 Boote / St/W / schön
- 06.10.: Lamarche-sur-Saône PK245.5 / Mole / 2 Boote / St/W / bei Womo-Platz, schön
- 06.10.: Pontailler-sur-Saône PK251.3 / Mole / 5 Boote / St/W / schön
- 06.10.: Heuilley-sur-Saône / kleiner Servicesteg / 1 Boot / kein St/W / uns gefällts
- 06.10.: Port Saint-Pierre PK260.2 / Mole / 2 Boote / kein St/W / schön
- 06.10.: Mantoche PK276 / Mole / 5 Boote / kein St/W / sehr schön
- 07.10.: le Port Saint-Martin, Arc-les-Gray PK281/ Fingersteg / 6 Boote / St/W ? / Übernachtung ok
- 07.10.: Gray, Quai Mavia PK282.7 / Mole / viele Boote / St/W / sehr schön
- 07.10.: Gray, Halte fluviale (amont) camping PK283.3 / Mole, Fingersteg / 4 Boote / St/W ? / schön
- 07.10.: Rigny, mitte Dérivation / Mole / 1 Boot / kein W/St / ok
- 07.10.: Savoyeux PK306.8 / Ponton / 1 Boot / kein W/St / sehr schön
- 08.10.: Savoyeux, in Dérivation / Hafen / viele Boote / St/W / schön
- 08.10.: Soign PK333 / Steg / 1 Boot / kein St/W / sehr schön
- 09.10.: PK 353, oberhalb Tunnel St-Albin / Ponton / 1 Boot / kein St/W / sehr schön
- 09.10.: Chemilly PK360 (hinter Brücke, 3.4m Durchfahrtshöhe) / Steg / ? Boote / St/W ? / sehr schön
- 09.10.: Port-sur-Saône Hafen PK365 / Fingerstege / viele Boote / St/W / schön
- 09.10.: Port-sur Saône PK366 / Mole viele Boote / kein St/W / schöner 😉
- 11.10.: Baulay PK380.3 / Steg / 2 Boote / kein St/W / schön
- 11.10.: Fouchécourt Hafen PK381.1 / Fingerstege / 10 Boote / St/W / schön
- 11.10.: Fouchécourt PK381.2 / Steg / 2 -3 Boote / kein St/W / schöner 😉
- 12.10.: Montureux-lès-Baulay PK 384.4 / Steg / 1 -2 Boote / kein Sr/W / schön
- 12.10.: Cendrecourt PK392 / Steg / 1 Boot / kein St/W / schön
- 12.10.: Corre Fluvial Loisier Besucher PK406 / Ponton / 5 Boote / St/W /schön
Tag 30 / 15. Okt. / Felben-Wellhausen
Start: Corre / Ende: Felben-Wellhausen
Navigation/Auto: 3.5 Std. / 300km / 1 Zahlstation / 1 Zoll
Wetter: bewölkt ⛅ / 7° C – 14° C / teilweise leichter Wind
Wasser: nicht mehr relevant 🙁
Hier sehen wir, dass diese Reise nun definitiv zu Ende gegangen ist. Zu Ende gehen musste, denn dieser klägliche Rest an Kaffee-Kapseln reichte einfach nicht mehr für eine weitere herbstliche Morgenstimmung auf dem Achterdeck 😁. Das reichte gerade noch knapp für die Zeit des Zusammenräumens.
Womit wir beim heutigen Thema wären: zusammenräumen, einpacken, aufräumen … Halt einfach was so gemacht werden muss wenn die Heimreise auf dem Programm steht.
Auch das Schanzkleid des Achterdecks und das Bimini (halt einfach all der blaue Stoff) packten wir ein. Das muss über den Winter gewaschen und aufgehübscht werden. Selbst die Flaggen wurden eingeholt. Und ohne Schweizerfahne gibt es nun auch keine Fotos mehr 😁.
Um 12:30 Uhr war es soweit. Alles war im Auto verstaut, die Horizon abgeschlossen und wir konnten losfahren. Die Fahrt verlief sehr angenehm. Es hatte, zumindest in Frankreich, kaum Verkehr. Ein kurzer Halt an der Autobahnraststätte in Pratteln, ein kurzer Stau am Limmattalerkreuz, und bereits um 16:00 Uhr parkten wir unsere VIP-Limousine vor unserem Haus in Felben-Wellhausen. So endet unsere vierwöchige Reise nun definitiv.
Es war eine wunderbare Reise, es war eine traumhafte Saison.
Während der Herbstreise (weinrote Stecknadeln) fuhren wir in 78 Stunden 480 km und bewältigten 103 Schleusen. In der ganzen Saison waren es 260 Std., 1’535 km und 378 Schleusen. Total überwanden wir gut 700 Höhenmeter.
Nun bleibt der ganzen Mannschaft der Horizon nur noch euch allen für eure treue Begleitung auf dieser traumhaften Reise zu danken. Was wäre denn der Nutzen mit so einer grossen Besatzung solch eine Reise zu machen wenn keine Gäste dabei wären? Es hat uns grossen Spass gemacht euch dabei zu haben 😃. Vielen Dank auch für eure Feedbacks. Wir hoffen es war auch für euch spannend, zwischendurch auch mal lustig, aber vor Allem natürlich lehrreich 🤓.
Ihr werdet bald wieder von uns hören. Es stehen einige Projekte an, we keep you posted 😎
Stay tuned!

Tag 29 / 14. Okt. / Corre
Start: Corre / Ende: Corre
Navigation: 0 Std. / 0km / 0 Schleusen
Wetter: regnerisch 🌧, bewölkt ⛅ / 14° C – 17° C / teilweise leichter Wind
Wasser: nicht mehr relevant 🙁
Das Wetter heute morgen passte perfekt zu unserer Stimmung: trüb, neblig, regnerisch 😢. Keine morgendliche Herbststimmung vom Achterdeck aus, kein Starten des DAF’s, keine Fahrt durch die herbstliche Landschaft. Alles hat ein Ende, auch diese traumhafte Saison …

Aber dank unserer enormen Lebenserfahrung (😂) wissen wir auch: nach der Saison ist vor der Saison 😉. Also Kopf hoch, das Böötlerleben ist mit dem Ende der Fahrsaison nicht zu Ende, es geht nur über in seinen zweiten möglichen Zustand: Unterhalt des Bootes und Vorbereitung auf die nächste Saison 😃.
Aber auch das muss geplant und organisiert sein. Und so ging der Kapitän heute Vormittag dahin wo er hingehört, in die Capitainerie 😁. Da besprach er mit dem Hafen- und Werftmeister, Jean-Pierre, die anstehenden Arbeiten. Um gleich Nägel mit Köpfen zu machen vereinbarten die Beiden, dass die Horizon am Montag, 23. Oktober ausgewassert werden soll. Alle vier Jahre sollte das Boot mal aus dem Wasser genommen werden um den Rumpf zu inspizieren und das Unterwasser mit einem neuen Anstrich (Antifouling) zu versehen. Die Mannschaft ist an diesem Wochenende sowieso für das Saisonende-Fest des Hafens (was gibt es denn da zu feiern 🤔) in Corre und so geht das gleich in einem Aufwisch.
Gegen 10:00 Uhr tauchten Nadine & Chrigel zum Kaffee auf. Der Bootsjunge hatte bereits frische Croissants, Pain au chocolat und Baguettes besorgt. Noch etwas Käse, Aufschnitt und Confiture dazu und fertig war ein gar nicht so kleines, aber feines petit déjeuner 😋. Gemütlich genossen wir das Essen, plauderten, und viel zu schnell verging die Zeit. Die Beiden wollten, falls der Regen nachlässt, noch zwei drei Stunden fahren bevor sie für die Nacht anlegen wollten. Und tatsächlich, es klarte auf und am Nachmittag kam die Sonne ab und zu zwischen den Wolken hervor.
Die Erste Offizierin kümmerte sich am Nachmittag aus dem Boot Office noch ein wenig um ihre Kunden. Der Bordmechaniker plante die Arbeiten welche er (bzw. die Erste Offizierin wünscht 😂) in der Wintersaison ausführen möchte, sollte oder eben müsste 😉. Die Liste wurde ziemlich lang … ich hoffe nicht, dass die Wintersaison entsprechend lang sein wird 🙄.
So verging unser letzter ganzer Tag auf der Horizon wie im Fluge. Zum Nachtessen gab es noch ein ausgezeichnetes Raclette, viel mehr fanden wir nicht mehr in unserem Vorrat 😉. Ach, etwas Wein hatte es da auch noch 😁. Also noch ein Glas Wein dazu.

Und hier nun noch, was ich eigentlich gestern schreiben wollte. Aber es war einfach schon zu spät dazu 🥱. Dieser Nachtrag richtet sich an die Nicht-Böötler unter uns, alle Anderen dürfen es natürlich trotzdem lesen 😉 (@Anke: sorry, es geht dabei nicht um Kajüten-Geschichten … 😂).
Um das Auto in Nevers abzuholen sind wir ein Teil der Strecke, welche wir mit der Horizon in dieser Saison zurück gelegt haben, mit Bus, Zug und Auto gefahren. Wir sind teilweise durch dieselben Regionen, dieselben Landschaften und ab und zu sogar entlang derselben Gewässern gefahren.
Und es war einfach trotzdem nicht das Gleiche 🙄. Es war auch schön, aber …
- es fehlte die Zeit, die Bilder die sich einem boten zu geniessen. Schwupps und es war schon wieder vorbei …
- es fehlte die Zeit sich die Details anzusehen, das Versteckte zu suchen und zu finden. Man sah nur das grosse Ganze …
- es fehlte der immer wieder unterschiedliche Geruch der Landschaften. Man erlebte sie nur visuell. Hinter den Fenstern war da nur die Luft aus der Klimaanlage …
- Es fehlte der Kontakt zu den Menschen. VNF-Mitarbeitern, Spaziergänger und Radfahrer auf den Treidelwegen, Schaulustige an den Schleusen, einkaufen in der Boulangerie … . Auf einer Bootsreise gibt es viel Kontakt zu den unterschiedlichsten Menschen, viele davon Einheimische. Mit Auto, Bus oder Zug, in der Ferienwohnung oder im Hotel, selbst auf dem Camping, hält sich das doch sehr in Grenzen …
Wer noch nie Urlaub auf dem Boot gemacht hat, dem kann ich es nur empfehlen. Das ist die entschleunigste Art Aktiv-Urlaub zu machen die ich mir vorstellen kann. Man spürt die Regionen, die Landschaften, die Menschen. Man hat Zeit zu schauen und zu erleben und das Gesehene und Erlebte auch zu geniessen. Es wird nie langweilig. Immer gibt es wieder etwas zu sehen, etwas zu tun …. etwas zu erleben.
Ich bin eine Leseratte und nehme überall hin immer Bücher mit. Aber ich komme nie so wenig zum lesen wie wenn ich auf dem Boot bin, und das obwohl wir keinen Fernseher an Bord haben 😊.
Tag 28 / 13. Okt. / Corre
Start: Corre / Ende: Corre
Navigation: 11.75 Std. ( Auto: 480km/5 Std. / Zug: 2 Std. / Bus: 180km/3Std. / Zu Fuss: 2.5km/0.5 Std. / Rumhängen Bahnhof: 1 Std.)
Wetter: sonnig 🌞 / 12° C – 28° C / teilweise leichter Wind
Wasser: keines 🙁
Heute war nichts mit Achterdeck, herbstlicher Morgenstimmung und Kaffee 🙄. Bereits um 07:30 Uhr kam Vreni angefahren und holte uns bei der Horizon ab. Vreni wohnt hier im Hafen auf einem Hausboot und ist hier sowas wie die gute Seele vom Hafen.
Sie brachte uns zum Bahnhof in Vesoul, etwa 45 km von Corre aus. Da fuhr um kurz vor 09:00 Uhr unser Zug nach Culmont-Chalindrey, wo wir in den nächsten Zug nach Dijon umstiegen. Soweit war der Plan ja klar und funktionierte auch hervorragend 😊.
Wir wussten jedoch noch nicht, wie wir von Dijon nach Nevers kommen sollten. Auf der Suche nach dem Busbahnhof, dass die Zugstrecke wegen Bauarbeiten unterbrochen ist wussten wir ja, sahen wir noch im Bahnhofsgebäude eine SOS-Station. SOS-Station 🤔. Ob die wohl für medizinische Notfälle oder für hilflose Reisende gedacht ist 🤔. Wir gingen hin und siehe da: „Da werden Sie geholfen“ (Wer kennt den Spruch noch 🤔. Ansonsten Erklärung hier 😉). Sofort kümmerten sich ein jüngerer und ein älterer Herr um uns. Sie führten uns zu den Billettschaltern und zeigten uns auch noch wo der Bus fahren wird.
Hoppla, da könnte die SBB sich noch etwas abschauen. Das ganze Bahnhofsareal war auch sehr gepflegt, es gab viel Personal und alles wirkte sehr freundlich und entspannt 😃.
So standen wir um 11:00 Uhr etwas zu früh, am korrekten Steig des Busbahnhofs, der Bus wartete bereits. Pünktlich um 11:10 Uhr fuhr der Bus los, wir waren auf dem Weg nach Nevers 😊. Mit einem kurzen Zwischenhalt in Auton kamen wir nach einer angenehmen Fahrt um 14:15 Uhr am Bahnhof von Nevers an.



Noch ein kleiner Fussmarsch von etwa 2.5 km (😓) und wir waren an unserem ersten Ziel, dem Hafen von Nevers, angekommen 👍.
Unsere VIP-Limousine stand noch da und wartete ungeduldig auf uns. Fast vier Wochen musste sie ganz alleine da stehen 😞. Aber sie nahm es uns nicht übel. Zündschlüssel gedreht und der Motor startete sofort ohne Probleme 😊.

Also auf zu unserem zweiten Ziel des Tages: zurück nach Corre. Wir mochten nicht die gleiche Strecke zurück durch das „schwarze Gebirge“ , den Naturpark Morvan fahren 🙄. Obwohl, diese Strecke ist absolut grandios. So wählten wir die längere Strecke über die Autobahn via Amilly, Troyes und Langres. Eine gute Wahl, gab es doch auf dieser Strecke kaum Verkehr und man konnte bis zu 150 km am Stück ohne einmal Gaswegnehmen zufahren. Mit zwei kurzen Pausen unterwegs kamen wir um 19:15 Uhr wieder in Corre an.
Somit haben wir die prognostizierten 12 Stunden sogar um eine Viertelstunde unterboten 💪. Die Reise war wohl etwas anstrengend, aber es hat alles hervorragend funktioniert. Wir sind jetzt aber froh, haben wir das hinter uns und steht unser Auto wieder bei der Horizon im Hafen 😃.
Beim Parkieren des Autos sahen wir von Weitem am Besuchersteg ein Schiff stehen, also eigentlich sahen wir nur einen hohen Holzmasten. Sofort meinte die Kommunikationsoffizierin, das kann nur die Vrijheid sein 😃. Sie kennt immer sofort Alles und Jeden 😁, aber das ist ja auch ihre Aufgabe 😂. Der Wachoffizier brauchte sowieso einen kurzen Spaziergang und so gingen wir nachschauen. Tatsächlich, Nadine und Chrigel waren heute von Fontenoy-le-Château kommend in Corre eingetroffen. Ein kurzer Schwatz, abgemacht zu einem Kaffee morgen Vormittag und zurück auf die Horizon.
Wir spürten nun doch etwas den langen und anstrengenden Tag. So machten wir uns noch ein einfaches, aber feines Nachtessen 😋, dazu ein Glas Wein und ab in die Kajüte 😴.
Hier muss ich morgen noch einen kurzen Nachtrag einfügen 😉, aber für heute muss ich jetzt Schluss machen 🥱. Thema: Reisen mit mit ÖV/Auto oder eben mit einem Boot …
Tag 27 / 12. Okt. / Corre
Start: Fouchécourt / Ende: Corre
Navigation: 3 Std. / 25km / 3 Schleusen
Wetter: sonnig 🌞 / 8° C – 24° C / teilweise leichter Wind
Wasser: gut, kaum Wasserlinsen oder sonstiges Kraut
Zum letzten Mal (😭) in dieser Fahrsaison stieg der Kapitän zusammen mit dem Steuermann, dem Schiffsjungen, dem Bordmechaniker und Elektriker, dem Smutje und dem Lastesel, jeder mit einem Kaffee in der Hand auf das Achterdeck um die morgendliche Herbststimmung zu geniessen.
Derweilen ging der Wachoffizier mit der Ersten Offizierin, der Kommunikationsoffizierin, der Schiffszahlmeisterin, der Smutje und der Matrosin in der herbstlichen Morgenstimmung Gassi.
Kurz vor 10:30 Uhr war die ganze Mannschaft wieder auf Posten und wir legten vom schönen Steg beim Le Petit Port in Fouchécourt ab. Wir alle genossen die letzte Fahrt in dieser Saison 😊 (so gut es halt ging 😭). Die Petite Saône ist, speziell oberhalb von Port-sur-Saône, ein wirklich traumhafter Fluss, oder besser gesagt Flüsschen. In vielen engen Schleifen windet sie sich durch eine abwechslungsreiche Landschaft, vorbei an riesigen Feldern und Weiden, durch wunderschöne Waldgebiete und vorbei an kleinen Dörfchen.
Nun, so schön dieser Abschnitt der Petite Saône ist, so kurz ist er auch. Nach gut 2 Stunden Fahrt nahm das Schicksal seinen Lauf und die letzte Schleuse der Petite Saône (also eigentlich die Erste) und damit die letzte Schleuse unsere Saison kam in Sicht 😧.
Und schon kam die Abzweigung in den Hafen von Corre in Sicht und die Horizon fuhr in das Hafenbecken ein.
Aber die Reise ist noch nicht ganz zu Ende. Die Horizon liegt zwar sicher vertäut im Hafen von Corre, aber unser Auto steht noch in Nevers 😲.
So steht uns morgen ein langer Reisetag bevor. Mit der ÖV 🙈.
Zwischen Corre und Nevers liegt ja unter anderem das „Schwarze Gebirge“, der Morvan. In Frankreich führen die Zugverbindungen meist durch Ebenen oder den Tälern entlang. Die bauen nicht so gerne Tunnels wie wir Schweizer 🙁. Das bedeutet, wir werden morgen einen riesigen Bogen schlagen müssen um nach Nevers zu gelangen 😮. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bahnverbindung zwischen Dijon und Nevers momentan aufgrund von Bauarbeiten ausser Betrieb ist. Es fahren aber Ersatzbusse. Nur sind die auf jeder ÖV-Webseite und in jeder ÖV-App die wir kennen irgendwie unterschiedlich oder gar nicht aufgeführt 🙄.
Nun ja, wir werden sehen. Bisher organisiert haben wir die Autofahrt um 07:30 Uhr an den nächsten Bahnhof in Vesoul, danke Vreni, und die Tickets für die Zugfahrt von Vesoul nach Dijon, wo wir so um 11:00 Uhr ankommen sollten. Irgendwie werden wir dann vor Ort schon herausfinden wie wir von Dijon nach Nevers kommen.
Auf jeden Fall wird es mindesten 12 Stunden dauern bis wir wieder zurück in Corre sind 😯.
Nach einem ausgezeichneten Restenverwertungsmenu 😋, begleitet von einen Glas Wein 🍷🍷, gings schon ziemlich früh in Richtung Kajüte 🥱. Morgen wird es ein langer Tag.
Tag 26 / 11. Okt. / Fouchécourt
Start: Port-sur-Saône / Ende: Fouchécourt
Navigation: 2 Std. / 15km / 1 Schleusen
Wetter: sonnig 🌞 / 7° C – 25° C / beinahe windstill
Wasser: gut, kaum Wasserlinsen oder sonstiges Kraut
Der zweitletzte Fahrtag ist angebrochen 😒. So langsam lässt es sich nicht mehr zur Seite schieben, verdrängen, ignorieren, leugnen, missachten, ausblenden oder wie auch immer: unsere Fahrt, und damit auch diese Saison, geht dem Ende entgegen 😧. Morgen werden wir in den Hafen von Corre einlaufen, die Horizon das letzte Mal für dieses Jahr in ihre Box manövrieren und den Motor ein letztes Mal abstellen 😢.
Aber halt, noch ist es nicht so weit 😀. Und so genoss die Mannschaft, jeder auf seine Weise, die schöne morgendliche Herbststimmung 😁. Der Kapitän beim Kaffee auf dem Achterdeck, der Wachoffizier beim morgendlichen Ausflug mit der Ersten Offizierin, …

Um 10:00 Uhr war die ganze Mannschaft wieder an Bord, bereit zur Musterung.
Um 10:20 Uhr hiess es „Leinen los“ und die Horizon legte von der Mole ab und fuhr durch Port-sur-Saône hinaus und auf die Petite Saône.
Wer weiss, vielleicht war das der letzte Halt in Port-sur-Saône für längere Zeit, vielleicht fahren wir diese Strecke nach Corre für einige Jahre nicht mehr 🤔. Unser Plan für nächstes Jahr … Nein, das ist noch zu früh, darüber berichten wir irgendwann in den nächsten Monaten 😁.
Und so fuhren wir durch die wunderschö… vorbei an kleinen Dörfern wie Conflandey, Port-d’Atelier und Baulay. In Conflandey fährt man an einem Inselchen entlang auf dem ein Schloss steht. Vor vier Jahren lernte unsere Tochter die Kinder des Besitzers kennen, ein Schweizer 😄. Mehr wissen wir leider nicht.
Eigentlich hätten wir heute problemlos bis nach Corre fahren könne. Aber das war für den Kapitän natürlich keine Option 😎. Sobald Fouchécourt in Sicht kam hiess er den Steuermann den Motor zu drosseln, schickte die Matrosin an die Bugleine und leitete das Anlegemanöver an den Steg ein. So legten wir bereits um 12:30 Uhr an. Genau richtig für ein schönes Mittagsplättchen mit etwas Aufschnitt, Käse und frischem Baguette 😋, welches der Bootsjunge am Morgen in Port-sur-Saône besorgt hatte 😊.
Fouchécourt ist ein wirklich kleines Dörfchen das eigentlich nichts zu bieten hat. Nun ja, eine Kirche, ein Herrschaftshaus, aber das wars dann 🙄. Eine richtige Schlafgemeinde.
Aber es hat einen kleinen Hafen, Le Petit Port, mit einer schönen Anlage, einem Besuchersteg an der Petite Saône für 2 – 3 Boote und einem kleinen Restaurant. Der Hafen, der Steg und das Restaurant sind wirklich sehr schön gelegen 😊.
Leider scheint das Konzept der Gemeinde mit dieser schönen Anlage nicht wirklich zu funktionieren. Auf dem Restaurant gibt es alle 2 – 3 Jahre einen Wirtewechsel und im Hafen liegen von Jahr zu Jahr weniger Boote. Wir waren mit dem Essen im Restaurant jedes Mal zufrieden, Preis-/Leistungsverhältnis war jeweils in Ordnung. Momentan ist das Restaurant geschlossen, da in diesem Herbst wieder ein Wirt aufgegeben hat. Es soll im April 2024 mit einem neuen Wirt wieder aufgehen.
Einer der ehemaligen Wirte erzählte uns von den Problemen die er mit der Gemeinde hatte. Es ging um Pachtkosten, Unwillen neues zu unterstützen etc. Schade wenn dieser Hafen und das Restaurant keine Zukunft hätten, es ist wirklich ein schönes Plätzchen.
Am Nachmittag war dann wieder Arbeit angesagt. Die Erste Offizierin wählte heute anstelle des engen Einzelbüros einen Arbeitsplatz im Grossraumbüro aus 😎. Ja hier ist wirklich genügend Raum und Weite vorhanden. Auch die Geselligkeit während der kurzen Arbeitspause kommt hier nicht zu kurz 😉.
Und so verging der Nachmittag am schönen Steg von Fuchécourt in der wunderschönen herbstlichen Landschaft der Petite Saône 😁.
Ein feines Nachtessen, ein Glas Wein, so genossen wir den letzten Abend dieser Saison unterwegs auf der Horizon 😊.
Tag 25 / 10. Okt. / Port-sur-Saône
Start: Port-sur-Saône / Ende: Port-sur-Saône
Navigation: 0 Std. / 0km / 0 Schleusen
Wetter: sonnig 🌞 / 8° C – 26° C / beinahe windstill
Wasser: gut, etwas wellig wenn Boote „vorbeirasten“ 🙄
Heute gibt es nur einen seeehr kurzen Beitrag. Die Erste Offizierin hatte heute Vormittag eine vierstündige Videokonferenz und so machte es keinen Sinn heute weiterzufahren. Dem Kapitän kam dies eigentlich sehr gelegen, möchte er doch die Ankunft in Corre sowieso möglichst lange hinauszögern. Aber fangen wir doch mal zuerst im gewohnten Stil an 😉.
Während die Erste Offizierin bereits im Boat Office arbeitete, ging der Bootsjunge bei wunderschöner, morgendlicher Herbststimmung (😁) zur Boulangerie und besorgte Croissants. Der Kapitän machte Kaffee und genoss diesen auf dem Achterdeck (natürlich erst nachdem der Bootsjunge zurück war 😉).
Pssst 🤫, die Erste Offizierin ist mitten in einer Videokonferenz. Sie darf dann um keinen Fall gestört werden. Das liebt sie gar nicht 😠. Ausser man bringt ihr Kaffee und Croissants 😊. Aber man muss schon sagen, dieser Arbeitsplatz sieht doch viel angenehmer aus als ein Grossraumbüro 😎.
Da der Bordmechaniker heute Arbeitsverbot hatte, der macht mit seinen Maschinen viel zu viel Lärm 🙉, kümmerte sich der Bordelektriker um die letzten Arbeiten an der Elektrik in der Küche. Er verlegte die letzten für die Unterschrankbeleuchtungen notwendigen Abzweigdosen und Kabel.
Über den Mittag genoss die ganze Mannschaft gemeinsam einen schmackhaften Thon-Salat (@Kurt: nein, immer noch nicht 😉) in der Bord-Kantine, also ich meine natürlich auf dem Sonnendeck.
Nach der viel zu kurzen Mittagspause hiess es weiterarbeiten 😅. Doch bis zum Feierabend hatten sowohl der Erste Offizier wie auch der Bordelektriker einiges an Erfolg vorzuweisen. Der Erste Offizier hatte einige der Kunden-Probleme lösen können und alle wichtigen Pendenzen, soweit möglich, erledigt. Leider kann man diese Ergebnisse nicht wirklich mit Fotos zeigen. Die Arbeitsergebnisse des Bordelektrikers hingegen können hier gezeigt werden. Das ist der Vorteil des Handwerks 😁.
Sieht doch gar nicht so übel aus mit der Unterschrankbeleuchtung und der neuen Decke 😏. Ich glaube der Umbau der Küche hat sich doch gelohnt 😁. Ausser einigen Kleinigkeiten muss nun nur noch der neue Korkboden verlegt werden, dann ist der Umbau der Küche abgeschlossen 😃. Mehr Infos zum Umbauprojekt gibts hier.
Nach so einem strengen Arbeitstag hat sich die Mannschaft ein nahrhaftes Nachtessen verdient. Es gab ein feines Raclette. Die Franzosen können wirklich guten Käse machen 😋. Und so liessen wir den wohlverdienten Feierabend einmal mehr bei einem Glas Wein ausklingen😊.

Tag 24 / 9. Okt. / Port-sur-Saône
Start: Soing / Ende: Port-sur-Saône
Navigation: 4 Std. / 33km / 5 Schleusen / 1 Tunnel
Wetter: sonnig 🌞 / 7° C – 26° C / beinahe windstill
Wasser: gut, kaum mehr Wasserlinsen, Herbstlaub
Ich habs wieder getan 😁. Bei einem traumhaften Sonnenaufgang in der herbstlichen Landschaft genoss der Kapitän seinen ersten, sicher nicht letzten, Kaffee des Tages 😊. Die Erste Offizierin sass bereits im Boat Office und erledigte die dringendsten Kunden-Pendenzen.
Um10:30 Uhr legten wir bei Soing ab und fuhren auf der Petite Saône durch die … bergwärts weiter in Richtung Corre. Wir hatten uns noch nicht entschieden bis wo es heute gehen sollte. Entweder zu einem schön gelegenen Ponton nach dem Tunnel de Saint-Albin oder etwas weiter nach Port-sur-Saône.
Bald schon kam Rupt-sur-Saône in Sicht. Ein kleines Dörfchen mit einer langen Geschichte, war es doch schon zu Beginn unserer Zeitrechnung besiedelt. Das auf drei Hügeln erbaute Dorf trägt den Beinamen „village aux trois collines“ (Dorf der drei Hügel).
Das nächste Highlight folgte kurz darauf: Le tunnel de Saint-Albin. Der Tunnel selbst ist 681m lang. Die Länge der ganzen Konstruktion, inklusive der beiden Zufahrten beträgt jedoch 2.2km. Etwas Konzentration des Steuermannes ist da gefordert 😉. Die Bauarbeiten für dieses Tunnel wurden bereits im Jahre 1838 gestartet. Beendet wurde es jedoch, nach verschiedenen Unterbrüchen, erst im Jahre 1882. Die Portale werden zurzeit restauriert, das wird wieder richtig schön 😊. Die Fahrt durch diese ganze Konstruktion ist immer wieder ein spezielles Erlebnis 😲.
Nach der Durchfahrt durch den Tunnel legten wir am neuen Ponton an und genossen ein wohlverdientes Mittagessen 😊.
Irgendwie war es aber noch zu früh um hier liegen zu bleiben und so entschlossen wir uns heute doch noch bis nach Port-sur-Saône zu fahren.
Bei der Anfahrt auf die Schleuse Nr. 6 bei Chemilly sahen wir rechts unter der Brücke hindurch die Vrijheid am Steg von Chemilly liegen 😀. Die Durchfahrtshöhe dieser Brücke ist in der Flusskarte mit 2.5m angegeben, sie beträgt aber seit einigen Jahren 3.4m.
Kurz darauf erreichten wir Port-sur-Saône und legten an der langen Mole mitten im Städtchen an. Traditionellerweise spazierte der Bordjunge sofort los und besorgte in der nahegelegenen Boulangerie eine Tarte au citron meringuée 😀. Aus unserer Sicht die Beste im Burgund 😋.
Auch schickten wir den Bordfotografen los, mit dem klaren Auftrag, mal etwas anderes als immer diese Herbstlandschaften und Morgenstimmungen, dann noch immer mit diesem Schweizerfähnchen drauf, zu fotografieren 😁. Hier das Ergebnis:

Die Kirche Saint-Étienne wurde von 1782 bis 1787 im klassischen Stil erbaut. Auch sie besitzt einen Kirchturm in der für die Region sehr typischen Form und den schönen, farbig glasierten, Dachziegeln.

„Les Statues du troisième millénaire„. Diese drei Bronze-Statuen stellen einen Afrikaner, eine Europäerin und einen Asiaten dar. Sie symbolisieren die Brüderlichkeit und Toleranz, die zwischen den Völkern der Welt herrschen sollte.
Dieses Thema nimmt Port-sur-Saône sehr ernst. Seit über 30 Jahren veranstalten sie jährlich das „Festival Spectacles du Mondes„, jeweils ein riesiger Anlass. Thema sind die verschiedenen Völker und Kulturen dieser Erde.




Die „Les droits de l’homme„, zeigt verschiedenen Persönlichkeiten die für Menschenrechte eingestanden sind, zB.: Henri Dunand, Gandhi, Anne
Franck, Mutter Teresa, Martin
Luther King, Lech Walesa und weitere.

Ein Kriegsdenkmal zum Gedenken der Opfer des 1. Weltkrieges und eine Hauswand mit Zeichnungen über deren Sinn uns der Bordfotograf leider keine weiteren Erklärungen liefern konnte 😢.

Nun, das war doch soweit keine schlechte Leistung des Bordfotografen 😉. Der Kerl kann ja doch mehr als nur Landschaften und Morgenstimmungen. Er braucht nur einen klaren Auftrag 😂.
Der weitere Verlauf des Abend war ziemlich klassisch. Ein feines Nachtessen, Gratin à la Françoise, ein Glas Wein 🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🍷🥴.
Tag 23 / 8. Okt. / Soing
Start: Savoyeux / Ende: Soing (Steg PK333)
Navigation: 3.5 Std. / 26km / 3 Schleusen / 1 Tunnel
Wetter: sonnig 🌞 / 6° C – 27° C / beinahe windstill
Wasser: häufig Wasserlinsen, teils alles bedeckt
Für euch müssen diese fast identischen Fotos langsam aber sicher langweilig werden 🥱. Wir haben leider keine Anderen, es sieht halt einfach immer gleich aus 😉. Kurz nach 08:00 Uhr … Kaffee in der … Achterdeck … Morgenstimmung … Ihr kennt das ja bereits 😁.
Der Kapitän begleitete heute den Wachoffizier bei seinem Morgenspaziergang mit der Ersten Offizierin. Eigentlich war das damit ein Team-, äh ich meine ein Mannschafts-Ausflug 😉. Schaut euch mal an wie schön es hier die Charolais-Rinder haben. Das muss ja gutes Fleisch geben 😁.
Um 10:00 Uhr fuhren noch Nadine und Chrigel an uns vorbei. Ein kurzer Schwatz von Schiff zu Schiff, dann fuhren sie in die Schleuse. Eine halbe Stunde später legten wir auch ab , fuhren mit der Schleuse gut 3.5m in die Höhe und danach zum Tunnel von Savoyeux, also eigentlich Souterrain de Savoyeux.
Der Tunnel von Savoyeux, eröffnet im Jahre 1838 und 642m lang. Mit diesem Bauwerk wurde eine grosse, nicht einfach zu navigierende Flussschleife durch ein Kanalstück und einen Tunnel ersetzt. Dies reduzierte auch die Fahrstrecke um über 4km.
Bei der Dérivation de Ferrières hat sich der Steuermann, entgegen der insistierenden Navigationsoffizierin 😂, entschieden nicht via der Dérivation, sondern über die Flussschleife zu fahren. Diese wird kaum mehr befahren und in der Flusskarte ist sie mit „nur“ 1.5m Tiefe angegeben. Es war traumhaft, sagt die Navigationsoffizierin 🤣.
Das Château de Ray-sur-Saône thront über dem Dörfchen Ray-sur-Saône, welches mit dem Boot angefahren werden kann. Das Château wurde im 18. Jahrhundert auf den Ruinen der alten Festung erbaut und in den letzten Jahren umfangreich restauriert.
Hier sehen wir eine wehrhafte Eidgenossin mit Hellebarde bewaffnet bereit für den Kampf. 🤔. Sorry, falscher Text 😳. Hier sehen wir die Matrosin wie sie sich mental auf die nächste Schleuse vorbereitet, sich innerlich den ganzen Ablauf nochmals vor Augen führt und … 😂
Jetzt sind mir tatsächlich die Fotos ausgegangen 😯. Na ja, muss auch ohne gehen … wären ja sowieso nur so Herbstlandschaften und so gewesen 🙄.
Bereits um 13:30 Uhr erreichten wir unser nächstes Tagesziel, den Steg oberhalb von Soing. Ein schöner, ruhiger Anleger mitten in der schönen Herbstlandschaft 😁.
Wie ihr möglicherweise schon bemerkt habt, der Kapitän befiehlt die letzten Tage nur noch kurze Tagesetappen. Er möchte die Fahrt nach Corre möglichst in die Länge ziehen und die Ankunft in Corre, und damit das Saisonende, möglichst hinauszögern 😎.
Die Mannschaft genoss einmal mehr den Nachmittag auf dem Sonnendeck bei knallblauem Himmel, 🌞 und unglaublichen 27° C.
Ein feines Nachtessen, ein Glas …. und dann war es Zeit sich in die Kajüte zurückzuziehen😊 .
Tag 22 / 7. Okt. / Savoyeux
Start: Mantoche / Ende: Savoyeux
Navigation: 4.5 Std. / 30km / 3 Schleusen
Wetter: sonnig 🌞 / 4° C – 23° C / windstill
Wasser: häufig Wasserlinsen, teils alles bedeckt
Zum Glück habe ich gestern Abend daran gedacht die Heizung einzuschalten. Das heisst, zum Glück haben wir überhaupt eine Heizung auf der Horizon. Es wurde diese Nacht 4° C kalt, da hätte auch die Wolldecke über dem Duvet nicht allzu viel gebracht. Aber wie gesagt, ich habe daran gedacht und so schliefen wir perfekt und das unter der Decke hervorkriechen am Morgen fiel auch nicht so schwer. Also zumindest nicht aufgrund der Temperatur 🥱.
Als wir so um 08:00 Uhr mit dem Kaffee auf das Achterdeck stiegen, bot sich uns landseitig diese Aussicht. Freie Sicht vorbei an den riesigen Trauerweiden auf den Schlossgarten des Chateau à Mantoche aus dem 18. Jahrhundert 😃. Es ist im Privatbesitz und leider für Besucher nicht zugänglich.
Nadine und Chrigel legten kurz nach 10:00 Uhr mit ihrer Vrijheid in Richtung Norden ab. Wir warteten noch ein wenig ab und starteten den Motor der Horizon dann gegen 11:00 Uhr und legten kurz darauf ebenfalls ab, auch in Richtung Norden, die Petite Saône bergwärts.
Bereits gestern fuhren wir ab und zu durch dichte Wasserlinsenteppiche. Leider war es heute nicht besser 🙁. Wir kennen das hier auf der Saône aus den letzten Jahren gar nicht. Wir haben noch selten, und wenn nur einzelne, Wasserlinsen gesehen. Dieses Jahr sind sie eine Plage. Vor Allem für den Kühlwasserfilter …
Trotzdem genossen wir die Fahrt in vollen Zügen. Auch wenn bei einer Herbstfahrt immer etwas Wehmut mitschwingt 😢, es bedeutet ja, dass die Fahrsaison langsam aber sicher zu Ende geht 😭, ist es halt doch wunderschön. All die schönen Farben, es dürfte ewig dauern 😊.
Zum Mittagessen legten wir an einer kleinen Steinmole in der Dérivation (Kanalstück) von Rigny an. Kaum wollten wir essen, kam uns aus dem Hochwassertor das Hotelschiff Danièle entgegen. Da mussten wir natürlich zuschauen, fotografieren und der Kapitänin, die wir inzwischen kennen, zuwinken 👋.
Kurz darauf fuhr die Vrijheid durch die Wasserlinsen an uns vorbei, sie hatte bereits in Gray eine Pause eingelegt.
Nachdem wir endlich Zeit und Ruhe gefunden hatten unser Mittagessen zu geniessen 🙄, legten wir wieder ab und fuhren auch durch dieses Hochwassertor weiter in Richtung Corre.
Etwas nach 16:00 Uhr erreichten wir die Schleuse Nr. 13, kurz vor Savoyeux. Hier im Untwerwasser der Schleuse hat es einen Ponton, einer unserer Lieblingsplätze auf der Petite Saône. Wir legten an und genossen danach das Leben auf dem Sonnendeck bei nicht wirklich herbstlichen 23° C 🌞.
Wir bekamen noch Besuch von einer Patchwork-Familie 😉. Ein Schwanenehepaar mit ihren drei Jungen. Bereits vor zwei Jahren trafen wir dieses Ehepaar hier, da hatten sie allerdings nur ein Junges. Das Junge war jedoch kein Schwan sondern eine Graugans 😯.
Und auch dieses Mal war nur eines der Jungen ein Schwan. Die beiden anderen waren eindeutig Gänse 😲. Leider haben wir keinen Bordornithologen dabei, der könnte uns nun weiterhelfen. Aber ich denke da waren irgendwie Kanadagänse beteiligt.
Nun ist es so, dass Schwäne tatsächlich relativ häufig Gänse adoptieren. Aber es kommt auch vor, dass Schwäne und Gänse sich paaren. Die daraus resultierenden Nachkommen nennt man Schwänse. Ihr müsst jetzt nicht lachen, das ist so 🤓.
Wie auch immer, es ist wirklich lustig so einer Patchwork-Familie zuzusehen 😊.
Nach dem Sonnenuntergang wurde es ziemlich schnell kühl. Und so genossen wir ein feines Nachtessen, mit einem Glas Wein, und danach einen gemütlichen Abend, mit einem Glas Wein, im heimeligen Salon der Horizon 😊.
Tag 21 / 6. Okt. / Mantoche
Start: Auxonne / Ende: Mantoche
Navigation: 5 Std. / 43km / 2 Schleuse
Wetter: sonnig 🌞 / 5° C – 23° C / leichter Wind
Wasser: anfangs gut, dann immer mehr Wasserlinsen, teils alles bedeckt
Brrrrr, kühle 7° C auf dem Achterdeck, aber schaut mal was für eine Morgenstimmung 😲. Noch eine warme Jacke holen, den Kaffee nicht vergessen, und einfach nur geniessen 😊. Knallblauer Himmel, Nebel über dem Wasser und diese Farben 😀.
Der heutige Bericht wird etwas kürzer werden, wir hatten heute Abend noch lieben Besuch auf der Horizon 😊. Dazu aber später …
Nachdem der Kapitän seine Ration an Kaffee auf dem Achterdeck zu sich genommen hatte, ging die Mannschaft, angeführt von der Schiffszahlmeisterin, ins Städtchen einkaufen. Brot, Éclairs und Duschöl 😉. Ich als Bordmechaniker wusste bisher gar nicht, dass die Dusche auch geölt werden muss 🤔. Wieder etwas gelernt 😉.
Um 10:00 Uhr legten wir ab, heute war wieder einmal eine etwas längere Fahrstrecke geplant.
Der Steuermann nahm es auch heute sehr gemütlich. Es war wieder eine sehr schöne Fahrt durch die herbstliche Landschaft der, wie sie seit Saint-Jean heisst, Petite Saône. Etwas kühl auf Deck, aber das ist ja nur eine Frage der Kleidung.
Es gab auch wieder viele Wasservögel zu sehen, wie dieser Schwarm Enten. Sie sahen lustig aus, wie auf einer Schnur aufgereiht.
Diese Art haben wir hier noch nie gesehen. Der Kapitän nahm sich vor – ihr wisst ja, er recherchiert gerne 😉 – am Abend nachzuforschen um was für eine Art es sich da wohl gehandelt hat.
Dann kam der grosse Moment. Am 04. April dieses Jahres haben wir im Blog ein ähnliches Foto gepostet (hier). Da sind wir diesen Frühling zur grossen Rundreise, welche uns schliesslich über Paris führte, von der Saône in den Canal entre Champagne et Bourgogne abgebogen. Nun ist ist Rundreise beendet. Schön wars 😊.
Nach einigen Kilometern Fahrt erreichten wir dann Mantoche. Einer der schönsten Anlegeplätzen an der Petite Saône. Und da lag auch schon die Vrijheid von Nadine und Chrigel an der Mole 😀.
Sehr gerne kamen sie zu Kuchen und Kaffee auf die Horizon. Wie immer gab es lustige und angeregte Gespräche.
Wir fragten sie natürlich auch, ob sie den lustigen Entenschwarm auch gesehen hätten. Chrigel meinte nur, ja klar, die seien ja schon lange da. Das seien Plastikenten, quasi Köder welche andere Enten anziehen sollen, damit die Jäger dann die echten Enten jagen können … Ich habe Plastikenten fotografiert 😂, wie blöd kam man nur sein 🤣.
Wir haben die Beiden dann zum Nachtessen eingeladen, das heisst, Nadine brachte einen wunderbaren Knöpfli-Gemüseauflauf und wir steuerten unser berühmtes grilliertes Pouletbrüstchen à la [ʀoˈlɑ̃] bei. Es wurde ein sehr gemütlicher Abend 😊.
Tag 20 / 5. Okt. / Auxonne
Start: Saint-Jean-de-Losne / Ende: Auxonne
Navigation: ? Std. / 19km / 1 Schleuse // Plus: 3 Std. Boat-Office und etwas Werkstattarbeit 😁
Wetter: sonnig 🌞 / 6° C – 20° C / leichter Wind
Wasser: tiptop
So schön. Wunderbar ausgeschlafen wachten wir heute gegen 08:00Uhr auf, im Wissen dass wir heute den DAF der Horizon starten und weiter fahren werden 😀. Aber nur kein Stress, ja nicht. Zuerst wurde gemütlich Kaffee getrunken. Die Erste Offizierin erledigte noch ein paar Arbeiten im Boat Office 😊 und dann konnte es losgehen.
Allerdings war heute vor der Weiterfahrt noch das Betanken der Horizon geplant. Nach weit über 1200 km Fahrt und gut 220 Std. Motorenstunden seit dem letzten Tanken wurde es langsam Zeit. Na ja, etwas Reserven wären uns schon noch geblieben, hat die Horizon doch einen 1’500 Liter Diesel-Tank und braucht auf die Stunde knapp 4 Liter Diesel. Aber hier in Saint-Jean-de-Losne steht die mit momentan knapp € 2.00/l günstigste Tankstelle auf der Saône, und ja, sie steht tatsächlich auf einem Ponton im Fluss. Dadurch ist sie auch sehr einfach anzufahren 😁.
Aus diesen Gründen ist sie aber auch sehr beliebt. Wir mussten 2 andere Boote, das heisst fast 1 Stunde, warten bevor wir am Ponton anlegen konnten.
Doch dann war es soweit, wir legten am Ponton an, steckten die Kreditkarte in das Terminal, den Füllstutzen in die Tanköffnung, und … mussten Geduld haben. Der Diesel floss nicht gerade in Hülle und Fülle sondern eher gemächlich 🙄.
Da pro Kreditkarte nur für € 500.00 getankt werden konnte, starteten wir den Vorgang mit einer anderen Kreditkarte nochmals von vorne.
Dann war es soweit, wir hatten den Tank mit 500 Litern Diesel nachgefüllt 💪.
Wir legten von der Tankstelle ab und fuhren die Saône bergwärts. Mit ein wenig Wehmut verabschiedeten wir uns von Saint-Jean-de-Losne und freuten uns auf die kommende Fahrt in Richtung Corre.
Und was soll ich schreiben, die Fahrt war einmal mehr einfach nur schön. Die Saône ist ein so schöner und friedlicher Fluss. Die Landschaft einfach nur Natur pur. Der Steuermann fuhr bewusst nicht schneller als gute 5 Knoten, es wäre ein Frevel durch diese friedvolle Stimmung zu rasen.
Man sieht und hört auch viele Vogelarten. So zum Beispiel Eisvögel (etwas schwierig zu fotografieren), Kormorane und Graureiher.
Um 13:00 Uhr erreichten wir unser nächstes Etappenziel, Auxonne, und legten am Ponton an. Auxonne ist eine alte Garnisonsstadt und man kann heute noch die alten Gemäuer bestaunen. Napoleon Bonaparte war hier als junger Leutnant stationiert und verfasste hier seine ersten politischen Schriften.
Den Rest des Nachmittags – nein, wir hingen nicht gemütlich herum 😡 – beglückte die Erste Offizierin noch Kunden aus dem Boat-Office und …
…der Bordmechaniker machte endlich die Küchendecke fertig, wurde auch langsam Zeit 😠 . Aber schön ist es geworden 😀. Allerdings ist die Küche damit noch nicht fertig. Der neue Boden muss noch verlegt werden, die Unterschrankbeleuchtungen installiert werden …
Und nach einem langen, harten Tag durfte die Mannschaft dann doch noch in den Feierabend 😊. Diesen genoss sie bei einem schmackhaftem Raclette (auch die Franzosen können Käse machen 😉) und einem – ich glaube es war nur eines 🤔 – Glas Wein 🍷🍷 .
Tag 19 / 4. Okt. / Saint-Jean-de-Losne
Start: Saint-Jean-de-Losne / Ende: Saint-Jean-de-Losne
Navigation: 0 Std. / 0km / 0 Schleuse // dafür: 5 Std. Boat-Office und etwas Werkstattarbeit 😁
Wetter: sonnig 🌞 / 9° C – 20° C / leichter Wind
Wasser: immer noch gut
Die Erste Offizierin hatte entschieden den Aufenthalt in Saint-Jean-de-Losne um einen weiteren Tag zu verlängern, ungeachtet des Risikos, dass der Rumpf der Horizon bei so langer Standzeit Muscheln ansetzen könnte 🙄.
So gab es wieder einmal einen Copy/Paste-Tag des gestrigen Tages, also den Teil bitte da nachlesen 😁.
Der Bordmechaniker gab sich alle Mühe irgend einen Grund zu finden um aus der Werkstatt fliehen zu können 😁. So kontaktierte er Ruedi von der Cornelia-Helena, das ist der, der den Kapitän in das Navigieren eines Schiffes auf Flüssen und Kanälen eingeführt hatte (mehr dazu hier). Das Schiff von Kathrin und Ruedi steht im Oldtimer-Hafen in der alten Schleuse von Saint-Jean. Leider teilte Ruedi mit, dass sie für einige Tage in der Schweiz seien 🙁.
Also kontaktierte der Bordmechaniker Chrigel von der Vrijheid, auch die Vrijheid hat ihren Standplatz in der alten Schleuse. Glück gehabt, Nadine und Chrigel sind gestern aus der Schweiz auf die Vrijheid zurückgekehrt. Tag gerettet 😃.
So marschierte die ganze Mannschaft gegen 14:30 Uhr los zur alten Schleuse, sind ja nur gute 3 km 😅. Aber zum Glück war es heute nicht mehr so heiss und so trafen wir guuut eine halbe Stunde später bei der Vrijheid ein. Wir genossen eine gemütliche Kaffeerunde mit Nadine und Chrigel, brachten uns gegenseitig wieder auf den neuesten Stand und lästerten über gemeinsame Bekannte, einfach richtig gemütlich 😊.
Hoffentlich werden wir die Beiden in den nächsten Tagen noch einmal treffen, denn sie starten morgen auch noch ihre letzte Fahrt für diese Saison einige Tage die Saône hinauf.
Danach gings wieder die 3 km zurück auf die Horizon. Was dann kam, ist hoffentlich Allen klar: 🍻. Danach beendeten wir noch die notwendigsten angefangen Arbeiten, räumten auf und freuten uns auf einen gemütliche Abend bei einem feinen Essen und einem Glas Wein 😊.
Übrigens, ich bin euch noch die Fortsetzung bezüglich Schraube und Welle der Horizon schuldig. Ihr erinnert euch? Wir sind im Canal du Centre am 22.09. mit irgendwas unter dem Wasser kollidiert 😮. Einem abgesoffenen Auto, Baumstamm, Mietboot, oder … wir wissen es nicht. Auf jeden Fall scheint die Schraube zumindest nicht stark beschädigt worden zu sein. Über die Tage wurden die Vibrationen immer weniger. Wahrscheinlich hatte sich irgendwas in der Schraube verfangen und mit dem häufigen Manövrieren in den Schleusen löste sich das immer mehr von der Schraube ab. Auf jeden Fall läuft die Horizon hier auf der Saône wieder einwandfrei ruhig und macht auch wieder gute Fahrt 😃. Diesen Herbst wird die Horizon ja sowieso aus dem Wasser genommen. Wir sind darauf gespannt, wie die Schraube aussieht.
Der Bordfotograf hatte heute seinen freien Tag 😁. Nein, hatte er natürlich nicht. Aber es gab heute irgendwie nichts Gescheites zu fotografieren. Deshalb hier noch zwei Fotos von heute Abend als Entschädigung 😊.
Tag 18 / 3. Okt. / Saint-Jean-de-Losne
Start: Saint-Jean-de-Losne / Ende: Saint-Jean-de-Losne
Navigation: 0 Std. / 0km / 0 Schleuse // dafür: 8 Std. Boat-Office 💪 und etwas weniger Werkstattarbeit 😁
Wetter: meist bedeckt, teilweise sonnig ⛅ / 13° C – 25° C / teilweise stürmisch
Wasser: gut, zwischendurch etwas wellig 😉
Als der Kapitän heute morgen aus der Kajüte kam, war die Erste Offizierin bereits im Boat-Office am Arbeiten 😉. Der Kapitän genoss zuerst mal, natürlich mit einem Kaffee in der Hand, die schöne Morgenstimmung auf dem Achterdeck. Es war noch klar und mit 14° C angenehm warm 😊.
Wir planten heute in Saint-Jean zu bleiben. Die Erste Offizierin wollte/sollte wieder einmal einen Tag für ihre Kunden da sein, der Bordmechaniker sollte eigentlich an der Küche weiterarbeiten 🙄.
Zum Glück kamen bald Beatrice und Roman vorbei um sich zu verabschieden (zum Glück nicht weil sie sich verabschieden wollten, sondern weil das ein guter Grund für eine Pause war 😁). Wir plauderten noch ein wenig und dann legten sie ab in Richtung Südfrankreich wo sie den Winter verbringen wollen.
Ansonsten gibt es heute nicht allzu viel zu berichten. Der Schiffsjunge ging in die Boulangerie feine Croissants einkaufen, die erste Offizierin verbrachte den grossen Teil des Tages im Boat-Office (sie vernachlässigte allerdings ihre Pflichten als Kommunikationsoffizieren nicht und kontrollierte regelmässig alle relevanten Nachrichten im Facebook 😂), der Bordmechaniker arbeitete tief im Schiffsrumpf an der Küche weiter, der Smutje bereitete einen super Thonsalat zu (@Kurt: nein, er ist immer noch nicht so gut wie der von dir 😉), der Wachoffizier ging regelmässig mit der Schiffszahlmeisterin Gassi, … einfach ein ganz normaler Arbeitstag an Bord der Horizon 😊.
Das Wetter wurde zusehends schlechter, es kamen Wind und Wolken auf. Am Nachmittag war es teilweise schon richtig stürmisch und es gab sogar Wellen auf der Saône. Um etwa 16:00 Uhr regnete es ein paar Tropfen und dann kehrte das Wetter wieder, die Wolken lösten sich grösstenteils auf und die Sonne kam zurück 🌞.
Bei einer super Abendstimmung bereitete der Smutje Grill-Cordon bleu aus der Rossmetzg in Felben zu (ihr wisst, dass wir einen neuen Kühlschrank mit super Tiefkühlfach haben 🤔). Die ganze Mannschaft genoss diese mit einem Glas Wein im Salon wo sie diesen arbeitsreichen Tag auch ausklingen liessen 😊.
Tag 17 / 2. Okt. / Saint-Jean-de-Losne
Start: Seurre / Ende: Saint-Jean-de-Losne
Navigation: 2 Std. / 27km / 1 Schleuse
Wetter: sonnig 🌞 / 10° C – 29° C / leichtes Lüftchen
Wasser: gut
Gleich vorneweg: Fabrice hatte gestern leider keine Zeit für ein Treffen 😞. Er hatte grosse Freude uns beim Vorbeifahren zu sehen, kam aus dem Führerhaus und winkte so lange er konnte. Ich machte mir schon Sorgen, dass er die Schleuse nicht trifft 😮. Er ist dann aber doch noch rechtzeitig ans Steuer zurück um die „Itinérant“ sicher in die Schleuse zu manövrieren 😊.
Er hatte wohl sehr lange Arbeitstage hinter sich, wir wissen von Tagen mit mehr als 15 Stunden Fahrzeit, und musste heute morgen in Pagny bereits wieder entladen.
Wir gingen dann noch zur Schleuse, war ja nur ein paar Meter, und schauten ihm noch zu wie er die „Itinérant“ zentimetergenau aus der Schleuse manövrierte 💪.
Am Nachmittag, auf dem Weg nach Saint-Jean-de -Losne fuhren wir am Frachthafen von Pagny vorbei und sahen noch wie die *Itinérant“ am entladen war.
Dafür klappte heute das Treffen mit Stephan 😀. Da ich gehört hatte, dass er auf dem Weg von der Petite Saône nach Gigny-sur-Saône ist, und das führte in zwangsläufig an uns vorbei 😁, habe ich ihn gestern noch angerufen und ihn zu einem Kaffee auf der Horizon eingeladen. Auch Stephan haben wir letztes Jahr dank dem Motorschaden der Horizon kennengelernt (Blog). Er war unser grosser Retter in der Not. Mit seinem schönem Boot „Anuschka“ schleppte er die Horizon in den Hafen in der alten Schleuse von Gigny ab. Er und seine Frau Heidi, Heidi ist letzten Januar leider ganz unerwartet verstorben, führten den Hafen von Gigny und eine kleine Mietboot-Station mit vier Mietbooten.
Um 11:00 Uhr hörte ich die „Anuschka“ herantuckern. Er hatte eine Bekannte bei sich, die ihnen zwischendurch im Hafen mitgeholfen hatte, und zu viert genossen wir eine gemütliche Plauderstunde bei Kaffee und Kuchen auf dem Sonnendeck.
Schön das wir Steph wieder einmal sehen konnten 😊.
Um 13:00 Uhr legten wir in Seurre ab und konnten gleich in die Schleuse hineinfahren. Nach der Schleuse folgt ein 10km langes Kanalstück, vorbei am Frachthafen von Pagny, bevor man dann wieder auf die Saône zurückkommt.
Gegen 15:00 Uhr kam bereits Saint-Jean-de-Losne in Sicht. Das war für uns wie ein kleines Nachhausekommen 😊. Seit vielen Jahren, auch schon mit dem Womo, sind wir immer wieder einmal hier. Und hier haben wir auch beim Boots-Makler H2O die Horizon gekauft 😃.
Beim Anlegen am Quai erhielten wir Unterstützung eines Schweizer Ehepaares, welches mit ihrem Boot „Ultima Stella“ bereits am Quai lagen. Sie nahmen uns die Leinen ab. Das vereinfacht dem Steuermann das Anlegemanöver und erspart der Matrosin den grossen Sprung vom Boot auf den Quai 😊.
Drei Minuten später standen die beiden Kapitäne bereits mit einem 🍻 in der Hand auf dem Achterdeck des Bootes von Beatrice und Roman und die beiden Matrosinnen standen quatschend auf dem Quai 😂.
Später ging die Schiffszahlmeisterin mit dem Lastesel (nein, nicht am Strick 😂) noch in das „Casino“, einem kleinerem Lebensmittelgeschäft, einkaufen. Und dann musste auch noch etwas gearbeitet werden, die Erste Offizierin im Boat-Office, der Bordmechaniker in der Küche (genau, die ist immer noch nicht ganz fertig 🙄).
Gegen 18:00 Uhr kamen unsere neuen Bekannten noch zu einem Apéro auf unser Achterdeck 🥂. Es gab unter den zwei Schiffsbesatzungen natürlich genug gemeinsame Themen und so dauerte der Apéro ein wenig an 🥂.
Tag 16 / 1. Okt. / Seurre
Start: Seurre / Ende: Seurre
Navigation: 0 Std. / 0km / 0 Schleuse
Wetter: sonnig 🌞 / 9° C – 26° C / leichtes Lüftchen
Wasser: gut
Immer noch Wochenende 😃. Und was für Eins 😊. Bei noch etwas kühlen 10° C, aber knallblauem Himmel sind wir heute morgen aufgestanden.
So einen Tag muss man gemütlich angehen und voll auskosten, viele davon wird es diese Saison nicht mehr geben 🙄.
Und so begab sich der Smutje in die Tiefe des Schiffsrumpfs in seinen Hoheitsbereich, in die Küche. Ach ja, hab ich schon mal erwähnt, dass die Horizon eine neue Küche erhalten hat 🤔. Wie auch immer, der Smutje bereitete einen wunderbaren Sonntags-Brunch zu, mit Allem was da so dazu gehört 😊.
Und wie wir sehen, die Erste Offizierin genoss den Brunch sichtlich 😂. Und das am 1. Oktober kurzärmlig auf dem Achterdeck, einfach nur schön 😊

Gestern hat uns Fabrice, der Kapitän und Eigner des Frachtschiffs „Itinérant“, kontaktiert 😃. Fabrice haben wir letztes Jahr dank dem Motorschaden der Horizon kennengelernt (Blog) und stehen seitdem, also vor Allem unsere Kommunikationsoffizierin 😂, regelmässig mit ihm in Kontakt.
Er sei gerade unterwegs von Lyon (vor wenigen Tagen war er noch in Fos-sur-Mer, Frachthafen bei Marseille), nach Pagny. Pagny ist der nördlichste Frachthafen auf der Saône und liegt zwischen Seurre und Saint-Jean-de-Losne. Und somit auf unserer Strecke 😃.
Sofort war klar, dass wir unser Programm geringfügig umstellen müssen, damit wir uns mit Fabrice entweder in Seurre oder in Pagny treffen können. Diese Gelegenheit kommt so schnell nicht wieder.
Das letzte Mal haben wir Fabrice im letzten Herbst in Chalon getroffen. Wir wären bei ihm und zwei seiner Kapitänskollegen zum Barbeque eingeladen gewesen. Da wir aber an diesem Tag noch zurück in die Schweiz mussten, reichte es nur für einen kurzen Apéritiv an Bord der „Itinérant“.
Da wir nicht wissen wie der heutige Tag weiter verläuft – hält Fabrice kurz in Seurre an, treffen wir uns in Pagny zum Nachtessen auf der Horizon, wo übernachten wir: in Seurre, Pagny oder Saint-Jean-de-Losne 🤔 – schliesse ich den heutigen Blog-Eintrag schon am Nachmittag ab. Das Risiko, dass ich heute Abend nicht mehr in der Lage bin irgendein klares Wort zu schreiben ist relativ hoch 🍻🥂😋🥩🍷😜🍹🍺🥴.
Wir werden dann Morgen über den weiteren Verlauf des heutigen Tages berichten 😊.
PS: Seurre ist wirklich ein kleines hübsches französisches Städtchen, mit kleinen Perlen der alten französischen Architektur.
Tag 15 / 30. Sept. / Seurre
Start: Gergy / Ende: Seurre
Navigation: 3 Std. / 28km / 1 Schleuse, nicht hoch, aber lang und breit 😉
Wetter: sonnig, teilweise bewölkt ⛅ / 12° C – 24° C / etwas Wind
Wasser: gut, erstaunlich viele Wasserlinsen für die Saône
Ahhh, Wochenende 😊. Heute konnten wir es gemütlich angehen 😉. Wir haben bis 08:00 Uhr ausgeschlafen, so schön 😊. Auch der Wachoffizier genoss den Samstagmorgen in vollen Zügen, offenbar meint er am Wochenende seien keine bösen Buben unterwegs 🙄.
Nach einigen Kaffees waren wir dann fit genug um kurz vor 10:00 Uhr vom schönen Anleger in Gergy abzulegen. Über die heutige Fahrt gibt es nicht viel zu berichten, passiert hier auf dem Fluss doch nicht so viel spannendes. Mit der optimalen Reisegeschwindigkeit der Horizon fuhren wir gemütlich durch die wunderschöne Landschaft des Burgunds flussaufwärts. Die angenehmste Reisegeschwindigkeit der Horizon ist so um die 6 Knoten herum, das entspricht ca. 11 km/h. Da läuft der DAF 1160 (11.6 Liter Hubraum mit „nur“ 185 PS) knapp über Standgas noch sehr ruhig und effizient (knapp 4l/h).
Die Saône ist bei den Fischern sehr beliebt. Speziell an den Wochenenden sind die Ufer gesäumt von Fischer-Camps. Auch auf dem Fluss sind sie mit ihren kleinen Booten rudelweise unterwegs. In der Saône werden hauptsächlich Welse, Brachse, Hechte, Karpfen und Rotaugen gefischt.
Spannend wurde es dann wieder als wir bei der ersten Schleuse nach Chalon-sur-Saône ankamen. Hier auf dem Fluss wo auch die grossen Fracht- und Hotelschiffe unterwegs sind, sind natürlich auch die Schleusen entsprechend grösser (für Interessierte gibts am Schluss des heutigen Beitrags mehr Infos dazu 🤓).
Aber auch das meisterte die Mannschaft der Horizon mit Bravour 💪, hat sie doch auch schon einige Erfahrung mit den grossen Schleusen gesammelt.
Nach einer ruhigen, aber sehr schönen Fahrt, erreichten wir um 12:30 Uhr unser heutiges Tagesziel, Seurre. Wie Eingangs schon gesagt, wir haben Wochenende, wir durften es heute etwas gemütlicher nehmen 😁.
Und siehe da, auch alte Bekannte von uns, und inzwischen auch von euch 😉, haben auch in Seurre halt gemacht. Kein Wunder, Seurre ist ein nettes kleines Städtchen mit einer neuen, sehr schön gemachten Uferpromenade, einem schönen Stadtkern und überhaupt sehr sauber und gepflegt.

Wir machten am Ponton, dem schönsten Platz in Seurre, fest. Was danach kam könnt ihr euch in etwa vorstellen, wir lümmelten den ganzen Nachmittag gemütlich …
Gegen Abend raste dann noch die „Coquelicot“ an uns vorbei. Der Kapitän, in Chalon hat er uns Croissants vorbei gebracht 😃, winkte uns noch zu.
Den Abend genossen wir bei wunderschöner Stimmung und einem feinen Nachtessen, „Poulet à la [ʀoˈlɑ̃] sur riz à la Françoise et salade fraîche et délicate“ mit einem Glas 🍷 , auf dem Achterdeck 😊.
Und nachstehend noch die heutige Schulstunde. Thema heute: Schifffahrts-Schleusen 😁.
Kleine und grosse Schleusen
Seit Saint-Mammès waren wir ja bis Chalon-sur-Saône ausschliesslich auf Kanälen unterwegs (Route Bourbonnais, ihr kennt das ja nun 😁). Nun sind wir wieder auf einem Fluss, der Saône, und da sind die Schleusen im Vergleich riesig. Da muss man nicht mehr zielen beim reinfahren, da fährt man einfach rein, Platz ist mehr als genügend, navigiert zu einem passenden Pöller und das Festmachen entspricht dann eigentlich einem Anlegen an einer Mole.
Auf den schiffbaren Kanälen in Frankreich haben die Schleusen normalerweise mindestens das sogenannte Freycinet-Mass, dass heisst, sie sind mindestens 39m lang und 5.2m breit.
Auf den grösseren schiffbaren Flüssen hingegen entsprechen die Schleusen heutzutage mindestens der europäischen Wasserstraßenklasse Vb, welche eine Beckenlänge von 185 Meter und eine Beckenbreite von 12 Metern vorschreibt. Dies ermöglicht den grossen Hotel- und Frachtschiffen, wie die auf den Bildern im gestrigen Beitrag, die Rhone von der Mündung beim Mittelmeer bis hinauf nach Lyon und dann über die Saône bis nach Saint-Jean-de Losne zu befahren.
Eindrücklich ist es, wenn man ganz vorne in so einer Schleuse festgemacht hat und es fährt noch ein solches Ungetüm hinter einem in die Schleuse. Da kommt einfach eine Wand daher, man fühlt sich wie ein Auto in einer Schrottpresse und hofft einfach darauf, dass das Ding schon noch rechtzeitig aufstoppt 🙈🙉.
Tag 14 / 29. Sept. / Gergy
Start: Chalon-sur-Saône / Ende: Gergy
Navigation: 2 Std. / 17km / 0 Schleuse, macht für einmal auch nichts 😉
Wetter: sonnig, teilweise bewölkt ⛅ / 13° C – 25° C / etwas Wind
Wasser: perfekt, vor Allem wieder viel 😂
Herrlich geschlafen und bei Sonnenschein erwacht, uns geht es wunderbar 😊. Dank des wunderbaren Herbstwetters … ist das wirklich Herbstwetter 🤔 … konnten wir den ersten Kaffee des Tages bereits auf dem Deck geniessen 😃.
Um 09:00 Uhr hatte die erste Offizierin bereits eine Video-Konferenz mit ihren Arbeitskollegen. So machte sich der Bootsjunge auf zur Boulangerie und besorgte Pain au Chocolat, frisches Baguette und natürlich noch etwas zum Dessert 😁.
Dass wir wieder auf einem Fluss sind, zeigt sich auch an den Schiffen die hier unterwegs sind. Hotelschiffe und Frachtschiffe mit bis zu 130 Metern Länge und 12 Meter Breite 😲. Da kommen wir uns richtig klein vor 😧.


Nach der Stadtrundfahrt hiess es von der Brücke: „Volle Fahrt voraus, Kurs Nord“. Nun, volle Fahrt machten wir natürlich nicht, aber die Horizon und der Steuermann hatten schon sichtlich Freude mit um die 6 Knoten (ca. 11 km/h) die Saône bergwärts zu fahren 😃.
Nach gut 2 Stunden Fahrt, ohne Schleusen 😀, kamen wir in Gergy an. Da hat es bei einem Camping-Platz einen Anleger mit einem langen Ponton. Den Platz kennen wir bereits, da haben wir schon zweimal angelegt. Nicht weit weg hat es hier auch ein kleines Lebensmittelgeschäft und eine Boulangerie.
Nach der langen, anstrengenden Fahrt von heute hatten wir uns einen ruhigen Nachmittag auf dem Sonnendeck verdient 😊. Diesen zogen wir auch ein und hingen den Rest des Tages einfach so rum. Also ich wollte sagen, wir erholten uns damit wir morgen wieder voller Energie unserem Tagwerk nachgehen können 😁.
Zwei inzwischen alte Bekannte fuhren am Nachmittag noch die Saône aufwärts an uns vorbei. Die „Jeanine“ von CroisiEurope haben wir schon mehrmals getroffen. Letztes Jahr im Canal du Rhône au Rhin und von gestern auf heute war sie auch am Ponton Malon in Chalon-sur-Saône 😊. Und die “ La vie en Rose“ mit ihrem Eigner und Kapitän Alex haben wir die letzten Wochen auf dem Canal du Centre zweimal angetroffen.
Habt ihr die letzte Geschichtsstunde eigentlich schon verdaut 🤔. Lust auf mehr 🤔.
Falls nicht, ist der heutige Blog-Eintrag für euch hier fertig, bis morgen dann 😊.
Falls ja, here you go 😁.
Geschichte der Pont Marguerite Boucicaut
Wir liegen hier direkt oberhalb dieser eigentlich ziemlich unauffälligen Brücke. In der Flusskarte wird sie als Pont de Verjux angegeben. Aber eigentlich heisst sie Pont Marguerite Boucicaut. Sie, oder besser gesagt ihre Namensgeberin, hat eine wirklich spannende Biographie.
Die Lebensgeschichte von Marguerite Boucicaut ist derart umfangreich, interessant und inspirierend, dass nicht mal ich 😁 sie hier in sinnvoller Kürze wiedergeben kann. Darum nachfolgend nur ein Versuch einer ganz kurze Umschreibung des Lebens und Wirkens von Marguerite Boucicaut 😉.
Marguerite Boucicaut kam im Jahre 1816 als Marguerite Guérin in Verjux zur Welt. Die Gegend um Verjux war sehr ländlich und sehr ärmlich, die Zeiten waren sehr hart. Ihre Mutter war alleinerziehend und so musste Marguerite als Gänsehüterin zum kargen Einkommen beitragen. Im Alter von 12 Jahren zog sie zu ihrem Onkel, einem Wasserträger, nach Paris. Da fand sie Arbeit in einer Wäscherei.
Dann zeigte sich ihr Unternehmergeist. Sie übernahm ein kleines Milch- und Käsegeschäft, in welchem sie auch Tagesgerichte anbot. Einer ihrer Kunden, ein junger Verkäufer namens Aristide Boucicaut verliebte sich in sie. Kurz nach ihrer Heirat wurde Aristide arbeitslos und er fand eine neue Anstellung in einem kleinen Krämerladen namens „Au Bon Marché“. Über die nächsten Jahre zeigte sich Aristide so innovativ, dass er zuerst Teilhaber wurde und später das Geschäft zusammen mit Marguerite ganz übernahm. Marguerite und Aristide Boucicaut machten aus dem ehemaligen Krämerladen das weltweit erste grosse Kaufhaus so wie wir sie heute kennen.

Ihre für die damalige Zeit sehr innovativen Grundsätze lauteten: freien Eintritt, angeschriebene Preise, geringe Marge, Versandhandel, Ausverkäufe etc.
Auch im Umgang mit Angestellten gingen sie ganz neue Wege. So waren sie bestrebt, ihre Angestellten auf unterschiedliche Arten am Geschäft zu beteiligen.

Auch die soziale Fürsorge war ihnen sehr wichtig. So gründeten sie für ihre Angestellten eine Vorsorgekasse und eine Pensionskasse. Sie ermöglichten ihren Angestellten ein Mitarbeitersparen mit sehr guter Verzinsung, boten an den Abenden gratis Weiterbildungskurse und betrieben eine Kantine, wo die Angestellten zwei Mal am Tag gratis eine warme Mahlzeit bekommen konnten.
Marguerite und Aristide Boucicaut machten aus dem 12-Personen Krämerladen ein Imperium mit gegen 2’000 Angestellten. Dabei vergassen sie jedoch nie ihre Herkunft und die Wohltätigkeit blieb bis zu ihrem Tod der bestimmende Faktor.
Dies geht auch aus dem Testament von Marguerite Boucicaut hervor, sehr eindrücklich sogar. Zwei sehr interessante und inspirierende Persönlichkeiten, wahres Unternehmertum!
Ach ja, und was hat das nun alles mit dieser nicht wirklich besonderen Brücke zu tun 🤔.
Zu jener Zeit musste man die Saône hier mit einer Fähre überqueren, was bei Hochwasser, und das hat die Saône hier oft, sehr gefährlich sein konnte.
Marguerite spendete ihrer Geburtsregion eine 212 Meter lange Steinbrücke, welche die Orte Verjux und Gergy miteinander verbanden. Die Brücke würde heute noch die sichere Überquerung der Saône gewährleisten, hätten die deutschen Truppen sie nicht im Jahre 1944 gesprengt. Erst 1957 wurde die heutige „Ersatz“-Brücke eingeweiht.

Tja, da fährt man mit dem Boot einfach so nichtsahnend unter einer nicht besonderen Brücke hindurch 😑. Und dann, ich weiss gar nicht was der Auslöser war, fängt man an etwas zu recherchieren und siehe da … Geschichte finde ich einfach faszinierend 😊.
Wer noch nicht genug hat, dem empfehle ich folgende zwei Wikipedia-Einträge, ich finde es lohnt sich 😉:
Tag 13 / 28. Sept. / Chalone-sur-Saône
Start: Fragnes / Ende: Chalon-sur-Saône
Navigation: 1.5 Std. / 10km / 1 Schleuse, aber was für eine 😲
Wetter: ganzer Tag sonnig 🌞, teilweise leicht dunstig / 14° C – 27° C / Wind ruhig
Wasser: wenig Kraut
Heute habe ich eine Schreibblockade 😳. Nein, nicht wirklich 😊. Böse Zungen, wie etwa die Erste Offizierin der Horizon, behaupten ja, dass das einem Zürcher gar nicht passieren kann. Der wisse immer etwas zu sagen 😁.
Aber der heutige Tag lässt sich am Besten mit Bildern schildern und so erwartet euch heute vor Allem eine Diashow 😉.
Zuerst war natürlich das üblichen Morgenritual, ihr wisst schon, Kaffee und so 😉, zu absolvieren. Danach füllte der Bootsjunge den Wassertank (die Zapfsäule stand praktisch neben dem Füllstutzen der Horizon, so praktisch 😊) und die beiden Smutjes gingen noch in die Boulangerie gleich um die Ecke und besorgten noch frisches Pain Paysan und … natürlich noch Éclaires 😋.
Kurz nach 10:00 Uhr legten wir ab und fuhren die letzten Kilometer auf dem Canal du Centre. Mit der Schleuse 34b in Crissiey überwindet man die letzten Meter Höhenunterschied hinunter zur Saône. Aber was heisst da die letzten Meter, die Schleuse hat eine Höhe von knapp 11 Metern 😲. Das ist bei weitem die höchste Schleuse die wir bisher gefahren sind 😅.
Und jetzt beginnt die Diashow 😂.
Es war ein gutes Gefühl wieder auf der Saône, einem Fluss zu sein. 422 Kilometer Kanalstrecke, die ganze Route Bourbonnais, liegen nun, seit dem Verlassen der Seine in Saint-Mammès, hinter uns 😲. Schön wars, Interessant wars, wir haben sehr viele Eindrücke sammeln können (aber ihr wisst das ja, ihr wart ja auch dabei 😁). Und jetzt haben wir dann den ganzen Winter Zeit diese zu verarbeiten 😉.
Auch die Horizon freute sich darüber endlich wieder viel Wasser unter dem Kiel zu haben. Sie hob den Bug und nahm Fahrt auf die Saône hinunter in Richtung Chalon-sur Saône. Die Saône ist hier schon ein grosser Fluss, bis zu 200m breit.
Die Einfahrt nach Chalon ist immer wieder eindrücklich. Wir hatten Glück, an unserem Lieblingsanleger, dem Ponton Manon, war noch Platz frei für die Horizon. Dieser Anleger ist zwar etwas teurer als ein Platz im Hafen von Chalon. Aber hier ist man auf dem Fluss, liegt direkt mit den kleinen Hotelschiffen am selben Ponton und sieht was auf der Saône so läuft. Das ist uns der Preis wert 😊.
Apropos Läden … die Schiffszahlmeisterin sollte eigentlich im Carrefour in der Altstadt die notwendigen Lebensmittel einkaufen gehen (begleitet vom bootseigenen Lastesel 😁).
Entdeckt wurde sie dann … aber seht selbst auf den nachfolgenden Bildern ….
Der Lastesel stand in der Gasse vor der Tür und wartete geduldig … wir wissen nicht wie lange 🙄.
Wie auch immer, die Lebensmittel landeten dann doch noch irgendwann auf der Horizon und einem gemütlichen Abend stand nichts mehr im Wege 😊.

Tag 12 / 27. Sept. / Fragnes, Canal du Centre
Start: Chagny / Ende: Fragnes, Canal du Centre
Navigation: 3.5 Std. / 12km / 11 Schleusen
Wetter: ganzer Tag sonnig 🌞, Abends leicht bedeckt / 10° C – 26° C / Wind ruhig
Wasser: wenig Kraut
Wunderbar ausgeschlafen tauchten wir heute morgen um 07:30 Uhr aus unserer Kajüte auf, stellten die Mokka-Kanne auf den Herd (wenn wir ohne Landstrom sind gibts bei uns Mokka), und … äh … ja … was eigentlich … 🤔 … na ja, machten uns halt ans fertig Aufwachen 🥱.
Um 09:00 Uhr, nachdem der Wachoffizier mit der Matrosin den obligaten Morgenspaziergang absolviert hatte 😉, legten wir ab und machten uns an den letzten grossen Abstieg des Canal du Centre hinunter in das Tal der Saône. Der Plan von heute: 11 Schleusen verteilt auf 12 Kilometer, Ziel: Fragnes. Für so eine routinierte Mannschaft wie die der Horizon eigentlich eine Kleinigkeit, das sollte vor dem Mittagessen zu schaffen sein 😎.
Die VNF machte wieder einen grossartigen Job, die Schleusen warteten meistens mit offenen Toren auf uns 😊. So kamen wir sehr gut voran. Gegenüber den letzten Tagen herrschte auf dem Kanal Hochbetrieb, wir kreuzten heute drei andere Boote 😲.
Die Landschaft wurde immer flacher, die Rebberge wurden weniger und die Felder nahmen wieder überhand.
Immer wieder kamen wir an schönen Schleusenwärterhäuschen und schönen Gärten vorbei.
Die Besiedlung und industriellen Bauten wurden immer dichter, man merkte gut, dass es in Richtung einer grösseren Stadt ging. Der Canal du Centre endet (genau genommen beginnt er da 🤓) in Chalon-sur-Saône, mit ca. 45’000 Einwohnern die zweitgrösste Stadt im Burgund (nach Dijon).
Und wie nicht anders erwartet, die unglaublich erfahrene und eingespielte Crew der Horizon schaffte es und legte um 12:30 Uhr in Fragnes an, so stark 💪👍👌.
Fragnes ist ein kleines Dörfchen, eigentlich ein Vorort von Chalons-sur-Saône. Es hat hier einen grossen Halte Nautique, eine lange Mole mit Platz für mehr als 15 Boote. Die Anlage ist sehr schön gemacht und es hat direkt am Ufer ein Restaurant und gleich um die Ecke eine Bäckerei. Für frisches Brot und und Pâtisseries ist also gesorgt 😊.
Kaum hatten wir angelegt, kam ein Hotelschiff, die „Adrienne„, angefahren und legte direkt vor uns, Bug an Bug, an. Nicht lange und es kam noch ein zweites Hotelschiff, die „Amaryllis„, und legte direkt hinter der „Adrienne“ an. Genug jetzt, das ist ja bald etwas overcrowded hier 😂.

Einmal mehr erfreuten wir uns an einem gemütlichen Nachmittag auf dem Sonnendeck der Horizon. Das Leben kann so schön sein 😃.
Vor dem Nachtessen kam dann noch kurz etwas Panikstimmung auf 😯. Wir stellten fest, dass der Rotweinvorrat zur Neige geht 😲. Aber zum Glück fanden wir im Weinkeller noch eine Flasche feinen Bordeaux, welcher uns Nadine & Chrigel im Frühling in Joinville als Gastgeschenk zum Nachtessen bei uns an Bord mitgebracht hatten 😊.
Er passte hervorragend zum Tomatenrisotto mit Spiegeleier 😋.
Morgen kommen wir auf dem Weg nach Chalon-sur-Saône an einem Leclerc (wie Coop) vorbei. Da können wir uns wieder mit allem Notwendigen versorgen 😊.
Tag 11 / 26. Sept. / Chagny, Canal du Centre
Start: Saint-Léger-sur-Dheune / Ende: Chagny, Canal du Centre
Navigation: 2.5 Std. / 14km / 4 Schleusen
Wetter: ganzer Tag sonnig 🌞 / 8° C – 25° C / Wind ruhig
Wasser: wenig Kraut
Heute gibt es nur einen kurzen Blog-Eintrag über den heutigen Tag. Dafür einen laaaangen Geschichtsunterricht 😁. Aber beginnen wir einmal mehr am Anfang 😉.
Da die „La vie en Rose“ auch gestern wieder einige Meter vor uns für die Nacht angelegt hatte, warteten wir auch heute wieder bis sie abgelegt hatte und noch eine halbe Stunde dazu. Wir haben nur eine kurze Fahrstrecke au Canal du Centre geplant, 4 Schleusen und 14 Fahrkilometer, und so konnten wir es sehr gemütlich angehen 😊.
Für eine gemütliche Fahrt durch die Landschaft ist die Stimmung am Vormittag um diese Jahreszeit super. Das Licht ist klar und die Farben wunderschön. Noch etwas kühl, aber dafür gibt es ja warme Kleidung 😊.
Gegen 12:00 Uhr legten wir in Chagny an der Mole an und genossen den Rest des Nachmittags auf dem Sonnendeck 😁. Irgendwann am Nachmittag stellten wir fest, dass wir im Parkverbot stehen. Dieser Platz wäre eigentlich für kommerzielle Schiffe, d.h. Hotelschiffe, reserviert.
Nun ja, es wird nun wohl nicht noch ein Hotelschiff auftauchen 🤨. Wo die „La vie en Rose“ übernachtet wussten wir ja, wir sind an ihrem Anlegeplatz an ihr vorbeigefahren.
Es war schon nach 18:00 Uhr, die Erste Offizierin kam mit zwei Bierchen aus der Küche auf das Sonnendeck und sah, dass doch tatsächlich noch die „Finesse„, ein Hotelschiff, in Anfahrt war 😲. Der Kapitän sprang sofort auf, warf noch einen wehmütigen Blick 😯 auf das kühle Bier, und eilte auf die Brücke um den Motor der Horizon zu starten. Leinen los und so schnell es ging rückwärts weg von der Mole. Puh, geschafft 😅. Die „Finesse“ musste nicht warten und konnte ihr Anlegemanöver ungehindert ausführen 👍. Der Kapitän der „Finesse“ hat sich später herzlich beim Kapitän der Horizon bedankt 😁.
So verbrachten wir den Abend an unserem neuen Liegeplatz. Nach einem wie immer ausgezeichneten Nachtessen gönnten wir uns auf dem Monddeck bei einer wunderschönen Stimmung ausnahmsweise ein Gläschen Wein 😂.
Und nun wie angedroht 😁. Seit wir am 14. Juli in Saint-Mammès von der Seine auf den Canal du Loing eingebogen sind (Blog), befahren wir die sogenannte Route Bourbonnais. Da wir in den nächsten Tagen, wahrscheinlich am Donnerstag, mit dem Erreichen der Saône auch am Ende der Route Bourbonnais angelangt sein werden, dachte ich mir, vielleicht interessiert ja den Einen oder Anderen die Geschichte dieser historisch interessanten Wasserstrasse 🤓.
Also, Lust auf etwas Geschichte 🤔. Ansonsten einfach nicht beachten 😂.
Route Bourbonbais: Eine schiffbare Verbindung von der Seine zur Rhone
Von der Antike bis heute ermöglichen schiffbare Wasserstrassen das Entstehen und Gedeihen von Gewerbe und Industrie. Industrielle und landwirtschaftliche Erzeugnisse können über die Wasserstrassen in weit entfernte Gebiete oder sogar in die ganze Welt exportiert werden.
Aus diesem Hintergrund beauftragten über Jahrhunderte hinweg verschiedene französische Könige (und auch ein Kaiser: Napoleon I.) ihre besten Ingenieure um alle Regionen von Frankreich über Wasserstrassen mit dem Atlantik und dem Mittelmeer zu verbinden. So entstand auch die Route Bourbonnais.
Der erste Abschnitt der Route Bourbonnais bildet der Canal de Briare, welcher im Jahre 1642 (!) fertiggestellt wurde. Der Bau wurde von König Heinrich IV in Auftrag gegeben, mit dem Ziel, den Getreidehandel zu fördern und die damalige massive Hungersnot in Paris zu mildern. Der Canal de Briare war der erste Scheitelhaltungskanal in Europa, das heisst, der erste Kanal welcher eine Anhöhe überwindet. Aus dem Loire-Tal klettert er über 12 Schleusen rund 40 Höhenmeter bergwärts zur Scheitelhaltung und dann mit Hilfe von 24 Schleusen rund 80 Höhenmeter wieder talwärts bis nach Montargis.

Damit verband er das Loire-Tal, über den Fluss Loing, mit der Seine. Nun war es möglich mit einem Lastkahn von der Loire via dem Canal de Briare und dem Fluss Loing zur Seine, und damit natürlich auch zum Ärmelkanal, zu gelangen.
Mit der Fertigstellung des Canal du Loing im Jahre 1723 war die Verbindung von der Loire zur Seine dann durchgehend kanalisiert.
Die Schifffahrt auf der Loire blieb jedoch weiterhin sehr abenteuerlich, ist sie doch ein sehr wilder und unberechenbarer Fluss.
Die ersten Pläne zum Canal du Centre stammten bereits von Leonardo da Vinci während seiner Zeit am französischen Hof, etwa im Jahre 1510. Der später realisierte Plan entstand anfangs des 17. Jahrhunderts, jedoch wurde der Kanal erst im Jahre 1793 fertiggestellt. Mit ihm wurde die Verbindung von der Loire zur Saône und damit zur Rhone geschaffen. Nun war die Seine durchgehend bis zum Mittelmeer schiffbar. Trotzdem blieb das Fahren mit Lastkähnen auf der Loire weiterhin sehr abenteuerlich.
Dies besserte sich dann jedoch massiv mit der Fertigstellung des Canal latéral à la Loire im Jahre 1838.
Damit war nun die Kanalisierung von Saint-Mammès an der Seine über den Canal du Loing, den Canal de Briare, den Canal Latéral à la Loire und dem Canal du Centre, eben die Route Bourbonnais, vollendet.
Jeder dieser Ausbauschritte brachte jeweils weiteren Regionen mitten in Frankreich einen grossen wirtschaftlichen Aufschwung, konnten nun doch die Erzeugnisse im grossen Stile bis Paris und Marseille, ja sogar in die ganze Welt verschiffet werden.
Schön dass du dieses Gelaber bis zum Schluss gelesen hast 😂. Die Prüfung über das Gelesene folgt dann noch 🤣.
Tag 10 / 25. Sept25. / Saint-Léger, Canal du Centre
Start: St-Julien-sur-Dheune / Ende: Saint-Léger-sur-Dheune, Canal du Centre
Navigation: 3.5 Std. / 12km / 11 Schleusen
Wetter: ganzer Tag sonnig 🌞 / 6° C – 23° C / Wind ruhig
Wasser: wenig Kraut
Kein Grund zur Eile heute 🥱. Wie wir gestern noch erfahren hatten, plante das Hotelschiff “ La vie en Rose“ heute um 09:00 Uhr, sobald die Schleusen ihren Betrieb aufnehmen, abzulegen. Es macht keinen Sinn direkt nach einem Schiff dieser Grösse abzulegen, denn die Schleusen sind hier nur um die 39m lang, da bleibt kein Platz mehr für die Horizon 😉. Ausserdem fahren diese Schiffe auf so einer kurvenreichen Strecke wie hier auf dem Canal du Centre ziemlich gemütlich. Es ist nicht ganz einfach ein Schiff dieser Länge um alle Kurven und durch all die Engstellen zu navigieren 😅.
Und tatsächlich, kurz nach 08:30 Uhr startet Alex, der Eigner & Kapitän, den Motor und der Matrose begann mit den notwendigen Vorbereitungen wie Sonnenschirme versorgen, Gangway abräumen etc. Um 08:50 Uhr legte das Schiff ab, das sieht immer wieder sehr majestätisch aus 😊.
Kurz nachdem das Hotelschiff abgelegt hatte kam die VNF-Mitarbeiterin, welche wir schon gestern kennengelernt hatten, bei uns vorbei. Sie informierte uns darüber, dass eine der nächsten Schleusen auf dem Canal du Centre, die Nr. 11, Wasser verliere 😲 und repariert werden müsse. Das könne eine Weile dauern und sie werde uns über den Fortschritt informieren.
Nun, so schlimm war das für uns auch wieder nicht. Wir genossen die schöne Aussicht vom Achterdeck bei einem weiteren Kaffee und warteten gemütlich die weiteren Informationen ab 😊. Ein Schwätzchen mit den Besatzungen der Nachbarsschiffe und bald war es 11:00 Uhr.
Die sehr nette und hilfsbereite VNF-Mitarbeiterin kam wieder vorbei und gab uns grünes Licht zum Ablegen, was wir natürlich sofort machten 👍. Es folgte eine gemütliche Fahrt bei strahlendem Sonnenschein durch die schöne Landschafft. Da wir keine passende Anlegemöglichkeit fanden, assen wir das Mittagessen, einen wunderbaren Wurst-/Käsesalat à la [ʀoˈlɑ̃] 😁, teils während der Fahrt und teils während dem Schleusen.
Um 14:45 Uhr legten wir bereits an unserem nächsten Übernachtungsplatz, beim Hafen von Saint-Léger-sur-Dheune, an der Mole an. Wir machten uns einen gemütlichen Nachmittag auf dem Achterdeck und genossen das süsse Nichtstun 😊.
Die meisten Höhenmeter zwischen der Scheitelhaltung des Canal du Centre und der Saône liegen nun hinter uns. Ab jetzt führt uns die Strecke durch den südlichen Teil des:
Süd-Burgunder Weinbaugebiet
„Ab Saint-Legér-sur-Dheune durchquert der Canal du Centre die südliche Spitze der Burgunder-Weinberge. Nördlich des Kanals liegen die Dörfer Santenay und die drei Maranges in der Côte du Beaune, während im Süden die Côte Chalonnais beginnt. Nach den steilen Hängen der Hautes Côtes folgt nun eine Landschaft welche von sanften Hügeln geprägt ist und wo Weinberge sich mit Wäldchen und Feldern die Hänge teilen. Hier findet man charaktervolle, kräftige und bukettreiche Rot- und Weissweine, zu durchaus vernünftigen Preisen.„
Quelle Bild&Text (leicht angepasst): Guide Fluvial, Edition du Breil
Schon bald wurde es Abend und der Sonnenuntergang nahte. Wir gönnten uns noch ein feines Raclette und ein Glas Wein auf dem Deck und beobachteten danach, bei einem Glas Wein 😁, die Fledermäuse über dem Canal du Centre auf ihrer Jagd nach Futter.
Tag 9 / 24. Sept. / St-Julien, Canal du Centre
Start: Blanzy / Ende: St-Julien-sur-Dheune, Canal du Centre
Navigation: 4.5 Std. / 21km / 15 Schleusen 😲
Wetter: ganzer Tag sonnig 🌞 / 6° C – 21° C / Wind ruhig
Wasser: wenig Kraut / heute keine Kühe und auch sonst nix im Wasser 😉
Bei eisigen Temperaturen um die 6 Grad genoss der Kapitän seinen ersten Kaffee des Tages auf dem Achterdeck der Horizon 😁. Wunderschöne Stimmung, aufgehende Sonne, Nebel über dem Wasser (der lässt sich leider einfach nicht wirklich fotografieren).
Bereits um 09:15 Uhr legten wir vom angenehmen Halte Nautique in Blanzy ab. Heutiges Ziel: Überwindung der Scheitelhaltung des Canal du Centre und Beginn des Abstieges zur Saône.
Selbst dem Wachoffizier war es um diese Zeit noch etwas zu kalt 😂. Dick eingepackt in einen Pullover und eine Decke beobachtete er das Geschehen von seinem Aussichtsplatz aus: Hoffentlich kommt niemand, ich will nicht raus aus dem Bettchen …
Die Fahrt verlief ohne Probleme, mit der Zeit zeigte die Sonne auch ihre Wirkung und es wurde angenehm warm. Bis zur frühen Mittagspause, wir legten heute bereits um 11:15 Uhr in Montchanin an, hatten wir die Scheitelhaltung des Canal du Centre nach 7 Schleusen bereits erreicht.
Damit waren wir auf dem zweithöchsten Punkt unserer Reise dieser Saison angekommen: 310 m ü. M.. Nur die Scheitelhaltung des Canal entre Champagne et Bourgogne war mit 345 m ü. M. noch etwas höher. Am tiefsten Punkt mit 25 m ü. M. waren wir im Juli in Paris. Damit haben wir die Horizon seit Paris 185 Höhenmeter den Berg hinaufgefahren 😎. Bis wir wieder zurück in Corre sind, werden wir mit der Horizon in dieser Saison etwa 700 Höhenmeter gefahren sein 😲. Finde ich immer wieder erstaunlich 🤩.
Nach der Mittagspause fuhren wir auf der Scheitelhaltung des Canal du Centre einem der Speicherseen entlang, welche den Kanal mit Wasser versorgen. Danach ging es richtig talwärts 😲. Zwei Schleusentreppen mit 5 bzw. 3 Schleusen brachten uns rund 35 Höhenmeter in die Tiefe nach St-Julien.
In St-Julien legten wir um 15:00 Uhr am sehr schönen Halte Nautique, direkt hinter dem Hotelschiff „La vie en Rose“ an. Die La Vie en Rose ist ein Flusskahn mit Baujahr 1930, der nach seinem Arbeitsleben als Hausboot in Paris stand und dann vom jetzigen Besitzer im Jahr 2004 zum Hotelschiff umgebaut wurde. Jetzt bietet es Gruppen von bis zu 6 Passagieren (3 Kabinen) Kanalferien auf dem Canal du Centre an.
Nach diesem anstrengenden Arbeitstag, 15 Schleusen sind nicht ganz ohne, zeigte sich der Kapitän wieder einmal sehr grosszügig und verordnete der Mannschaft zwei Stunden Freizeit 😁. Die Mannschaft genoss diese Zeit in vollen Zügen mit einem Buch auf der Achterdeck 😂.
Wir genossen noch ein gemütliches Nachtesse auf Deck und dazu ein Glas Rotwein 🍷🍷🍷🍷🍷🍷…
Nach einer wunderschönen Abendstimmung auf dem Canal du Centre wurde es dann Zeit uns in die Kajüte zurückzuziehen 😊.
Tag 8 / 23. Sept. / Blanzy, Canal du Centre
Start: Génelard / Ende: Blanzy, Canal du Centre
Navigation: 5.5 Std. / 21km / 9 Schleusen / 3 Hebebrücken
Wetter: Vormittag Tag sonnig 🌞, Nachmittag April-Wetter 🌞/🌨 / 7° C – 18° C / Wind ruhig
Wasser: wenig Kraut / heute keine Autos unter dem Wasserspiegel 😉

Wunderbar geschlafen am schönen Anleger hier in Génelard 🥱. Doch die Pflicht ruft und so legten wir, nach einigen Kaffees 😁, um 09:30 Uhr an diesem schönen Plätzchen ab. Gleich gings in die nächste Schleuse und den Canal du Centre weiter bergwärts.
Die Unwucht bei der Schraube und/oder Welle war leider immer noch gut spürbar, schien aber etwas schwächer geworden zu sein. Nach dem Anlegen gestern Nachmittag sahen wir noch Stücke einer zerrissenen blauen Bootsleine im Wasser schwimmen … hat sich diese bei der „Havarie“ gestern in der Schraube verfangen? Mietboote haben teilweise genau solche Leinen, ob da einem Mietboot irgend ein Gegenstand in den Canal du Centre gefallen ist und wir sind dann darüber gefahren? Wie auch immer … wir haben hier wenig Möglichkeiten der Unwucht weiter auf den Grund zu gehen. Der Kapitän hat entschieden, dass wir versuchen mindestens bis zur Saône zu fahren. Da gibt es grössere Werften welche ein 20t- Boot wie die Horizon allenfalls auch kurz aus dem Wasser heben könnten. Bis dahin lassen wir das Thema, zumindest hier im Blog, ruhen 😊.
Für den Rest des Tages lassen wir heute hauptsächlich Fotos sprechen 😉.
Hier braucht es doch einige Worte 😉. Heute wurden wir als Mitglied zur SoKo „Wo ist die Kuh 🤔“ berufen. Eine Autofahrerin meldete eine Kuh im Canal du Centre und so gingen die Feuerwehr (mit Blaulicht), die Polizei, die VNF und die Mannschaft der MS Horizon (ohne Blaulicht) auf die Suche 😂.
Wir trafen uns jeweils wieder bei einer Schleuse oder an einer Brücke für die Einsatzbesprechung und um unsere Erkenntnisse zu teilen 🤣.
Aber da war nirgends eine Kuh im Wasser 😞.
Wahrscheinlich sah die Frau einfach eine Kuh welche im Canal du Centre stand und Wasser trank (inzwischen aber längst wieder friedlich auf der Weide war), das sieht man des Öfteren. Die Frau hat möglicherweise etwas überreagiert und gleich die Polizei alarmiert. Aber das ist ja besser so, es hätte ja tatsächlich ein Notfall sein können 😉. Auf jeden Fall wurde die SoKo „Wo ist die Kuh 🤔“ nach erfolgloser Suche wieder aufgelöst 😂.
Um 15:00 Uhr trafen wir in Blanzy ein und legten mitten im Dorf an einem Halte Nautique an. Nicht weit weg gibt es eine Bäckerei 😃. Unsere Zahlmeisterin besorgte da der Mannschaft eine … Tarte au Citron 😋.
Die meisten unserer bisherigen Passagiere kennen diese Torte, beinahe jede Bäckerei im Burgund führt diese Spezialität. Es gelingt uns nur seeehr selten eine Tarte au Citron in der Bäckerei stehen zu lassen 😊.
Gemütlich hingen wir noch etwas auf der Horizon herum und liessen den Abend dann bei einem feinen Nachtessen, die Smutje kochte ein hervorragendes Kürbis-Risotto, und einem … na, ihr wisst schon 😉 … ausklingen.
Tag 7 / 22. Sept. / Génelard, Canal du Centre
Start: Digoin / Ende: Génelard, Canal du Centre
Navigation: 6 Std. / 32km / 10 Schleusen
Wetter: Vormittag Tag sonnig 🌞, Nachmittag April-Wetter 🌞/🌨 / 12° C – 25° C / Wind ruhig, Nachmittags teils stürmisch
Wasser: wenig Kraut / dafür Autos oder so unter dem Wasserspiegel 😲
Heute morgen fühlte es sich so an, als wäre der Sommer nun endgültig vorbei und der Herbst nun da. Nach dem gestrigen verregneten Nachmittag startete der Tag heute zwar bei schönem, aber ziemlich kühlem Wetter. Was ja in der zweiten Septemberhälfte auch sehr gut passt 😉.
Als richtige Seemänner*innen (😉) starten wir natürlich trotz der Kälte bereits frühmorgens, das heisst etwa um 09:30 Uhr 😁, die Fahrt hinein in den Canal du Centre.
Der Canal du Centre bildet den letzten, oder südlichsten Abschnitt der „Route Bourbonnais“, einer schiffbaren Verbindung zwischen der Seine und der Rhone (für Interessierte gibt es dazu ein anderes Mal mehr). Er startet in Digoin und führt mit einer Länge von 112km und mit Hilfe von 61 Schleusen (26 Schleusen bergwärts, 75 Höhenmeter / 35 Schleusen talwärts, 126 Höhenmeter) hinüber in das Tal der Saône.
Die Fahrt verlief ohne Probleme, die Schleusen waren immer schön bereit, und so waren wir schon bald in Paray-le-Monial, wo wir an einer Mole, eingangs Städtchen, festmachten und auf dem Achterdeck zu Mittag assen.
Die Schleusen auf dem Canal du Centre sind automatisiert und so kann man hier auch über Mittag fahren. Bereits nach einer guten halben Stunde legten wir wieder ab und fuhren weiter bergwärts mit dem Ziel, heute mindestens bis nach Palinges zu fahren.
Es kamen immer mehr Wolken auf und es war absehbar, dass wir wohl nicht ohne Regen unser Ziel erreichen werden. Die ersten 10 Kilometer und drei Schleusen legten wir gemütlich und entspannt zurück. Doch plötzlich dröhnte und klapperte es unter dem Bootsrumpf 🙉 und die Horizon nahm einen Sprung 😲. Gang raus, Schraube aus … doch da war es schon vorbei 🙈. Was war denn das, mitten in der Fahrspur 🤔.
Wir werden es nicht herausfinden … wie uns später ein VNF-Mitarbeiter versicherte, gab es an dieser Stelle im Canal du Centre die ganze Saison bisher keine Probleme. Da muss irgendetwas frisch auf dem Grund des Kanals liegen. Auf unsere spassig gemeinte Bemerkung es sei vielleicht ein Auto von der Strasse abgekommen meinte er nur lakonisch, auch das könne sein 😯.
Vorsichtig warfen wir den Gang wieder rein … die Schraube drehte sich, aber irgendwie fühlte es sich seltsam an. Vorsichtig beschleunigen … nein, das fühlte sich nicht so an wie es sollte, das fühlte sich nach einer Unwucht an. Vielleicht hat sich ja nur etwas in der Schraube verfangen 🤔. Also Schraubenreinigungsprogramm: Gang vorwärts, Gas geben, Gang raus, Gang rückwärts, Gas geben, Gang raus. Das ganze zwei- dreimal und Ergebnis testen. Mmh, vielleicht etwas besser, aber wirklich gut fühlt es sich noch nicht an. Hat die Schraube einen Schlag abbekommen 🤔. Nun wie auch immer, das Boot läuft und hier im nirgendwo können wir weder anlegen noch sonst etwas unternehmen. Also tun als ob nichts wäre und weiterfahren bis zum für heute geplanten Ziel.
Der Rest der Fahrt auf dem Canal du Centre verlief eigentlich wieder problemlos. Nun ja, zumindest wenn man davon absieht, dass es natürlich genau während zwei Schleusungen wie aus Kübeln geschüttet hat 😧.
Von der Schleuse 19 aus hat man einen super Blick auf das Schloss Digoine aus dem 18. Jahrhundert. Schlösser sieht man am Canal du Centre, aber auch am Canal latéral à la Loire, nicht sehr viele, und wenn, dann meist ziemlich weit weg auf einer Anhöhe.
Aber was ist den mit den bekannten Loire-Schlössern 🤔. Die befinden sich leider fast alle am nicht, bzw. sehr eingeschränkt schiffbaren Teil der Loire zwischen der Stadt Orléans und der Mündung der Loire bei Saint-Nazaire. Wer also die Loire-Schlösser besichtigen möchte sollte dies nicht mit dem Boot versuchen, schlechte Idee, sondern das mit dem Auto, WoMo oder, sicher sehr gute Idee, mit dem Fahrrad machen 🤓.
Leider hing am Anleger in Palinges ein Parkverbots-Zettel der VNF und so fuhren wir noch eine Schleuse weiter und legten bei Sonnenschein (!) um 16:15 Uhr an der langen Mole von Génelard an. Ein wunderbares Plätzchen, sehr schöne Anlage, kombiniert mit einem Womo-Stellplatz und mit Strom und Wasseranschluss. Guter Start im Canal du Centre 😊.
Bei einem Bier und später bei einem feinen Nachtessen (grillierte Pouletbrüstchen mit der übriggebliebenen Sauce des Osobuco 😋) und einem Glas Rotwein versuchten wir den Schrecken vom Nachmittag zu verarbeiten. Na ja, morgen sehen wir dann weiter 😊.
Tag 6 / 21. Sept. / Digoin
Start: Digoin / Ende: Digoin
Navigation: 0 Std. / 0km / 0 Schleusen
Wetter: Vormittag Tag sonnig 🌞, Nachmittag Regen 🌧/ 12° C – 25° C / teilweise stürmisch
Wasser: sehr ruhig 😉
Heute musste die Erste Offizierin früh aus den Federn, startete ihr Video-Meeting mit ihren Teamkollegen bereits um 08:00 Uhr 🥴. Ihre Arbeitskollegen waren bereits seit gestern Abend im Kollektiv im Hotel auf der Schwägalp (unterhalb des Säntis) einquartiert. Neben einigen kurzen Social-Events (Besichtigung Säntis-Bahn und so, da hat die Erste Offizierin natürlich geschwänzt 😉) standen über den ganzen Tag verschiedene Themen auf der Agenda (Kundensituationen, Aktuelles zur Softwareplanung etc.).
Der Rest der Mannschaft beschäftigte sich, nachdem sie eeetwas später aus der Kajüte aufgetaucht war 🥱 und einige Kaffees intus hatte, mit verschiedenen Dingen auf dem Boot.
So musste zum Beispiel das Schiffshorn repariert werden. Als wir gestern auf eine enge Kurve zufuhren, wollte der Steuermann das Schiffshorn betätigen um sich bei allenfalls entgegenkommenden Booten bemerkbar zu machen. Resultat: ein jämmerliches Krächzen, auf der Brücke gerade noch knapp hörbar 😯. Wie sich dann beim ersten Augenschein herausstellte, hat sich irgend ein Getier, keine Ahnung was, erlaubt sich im Schiffshorn ein neues Zuhause einzurichten 🙄.
Der Bordmechaniker musste das Horn demontieren und vollkommen zerlegen um es reinigen zu können. Nach dem dritten Mal zusammensetzen und montieren gab es dann auch wieder einen vernünftig lauten Ton von sich 😀. Jetzt sind wir gespannt darauf, ob es dann morgen auf der Fahrt wieder tönt wie es eigentlich sollte 😊.
Zum Mittagessen genossen wir einen vorzüglichen Thon-Salat à la Roland (ihr wisst noch, die Aussprache ist wichtig: [ʀoˈlɑ̃] 😁 und @Kurt: nein, natürlich war er nicht ganz so gut wie deiner 😂).
Nach dem ausgezeichneten Mittagessen stand ein kurzer Spaziergang durch Digoin auf dem Programm. Digoin ist ein nettes kleines Städtchen, nicht sehr viele Sehenswürdigkeiten, aber sehr sympathisch, sauber und es scheint sehr lebendig.
Eine grosse Sehenswürdigkeit hat Digoin, wir durften sie gestern mit der Horizon überqueren: den Pont-canal de Digoin. Heute hatten wir die Gelegenheit dieses Bauwerk aus der Sicht eines normalen Touristen zu bestaunen. Wirklich sehr eindrücklich 😲.
Am Nachmittag war der Erste Offizier wieder beim Team-Meeting eingespannt und der Bordmechaniker kümmerte sich um das nächste technische Problem. Bereits am ersten Abend nach der Abfahrt in Nevers haben wir festgestellt, dass die Druckwasserpumpe des Frischwassersystems immer wieder mal kurz ansprang, auch wenn nirgends Wasser gebraucht wurde 😕.
Zuerst dachten wir, na ja, das muss ein tropfender Wasserhahn sein. Aber nachdem wir uns Mühe gegeben haben alle Wasserhähne immer sorgfältig zu schliessen und die Pumpe sich trotzdem immer häufiger kurz einschaltete, war klar, irgendwo leckt das Wassersystem 😒.
Also begab sich der Bordmechaniker in die Niederungen des Schiffsrumpfes, auf der Suche nach einem Leck in einer Wasserleitung 😟. Aber er wurde fündig 😁. Ein alter Schlauch, nicht weit Weg von der Druckwasserpumpe, leckte beim Anschluss an einen Verteiler. Mit viel handwerklichem Geschick, Schlauch weg, kürzen, wieder anschliessen, konnte unser genialer Bordmechaniker auch dieses Problem beheben 😎.
Und so wurde es Abend und Zeit für das Nachtessen. Heute war ein Heimweh-Znacht angesagt: Raclette (mit französischem Käse 🤔). Dazu ausnahmsweise ein Glas Rotwein 😊.
Morgen geht es dann weiter auf dem Canal du Centre 😃.
Tag 5 / 20. Sept. / Digoin
Start: Beaulon / Ende: Digoin, hier endet nun auch der Canal latéral à la Loire
Navigation: 6 Std. / 34km / 8 Schleusen
Wetter: ganzer Tag sonnig 🌞 / 14° C – 27° C / ganz leichter Wind
Wasser: Abgesenkt auf min. 1.6m, wenig Kraut, dafür herbstliches Laub auf dem Wasser
Ausnahmsweise gab es heute wieder einmal eine angeordnete Tagwacht, na ja, zumindest eine klar definierte Abfahrtszeit 🙄. Da heute ein klares Ziel, nämlich Digoin, auf dem Tagesbefehl stand, wollten wir um 09:00 Uhr, offizielle Öffnungszeit der Schleuse, mit der Horizon in Achtungsstellung vor der Schleuse stehen 😊. Haben wir auch beinahe geschafft 😁.
Mit der dampfenden Kaffeetasse in der Hand, bei wunderschöner Morgenstimmung, strahlend blauem Himmel, leichtem Nebel über dem Wasser, standen wir kurz nach 09:00 Uhr vor der Schleuse und … Sesam öffne dich … die Schleusentore gingen auf und wir konnten unsere Fahrt nach Digoin starten.
Die Fahrt verlief absolut problemlos, alle Schleusen bzw. Schleusenwärter waren immer bereit und wir kamen sehr gut vorwärts.
Einzig ein kleine Problem gab es, als uns ausgerechnet in einer längeren Engstelle eine Péniche entgegenkam … die ganze Zeit kein anderes Boot in Sicht, aber ausgerechnet in dieser Engstelle ein grösserer Kahn 😠. Zurückfahren war keine Option, zu lange Strecke, also blieb nur die Variante ausweichen. Aber da war kein Platz 😟. Es lief eigentlich einfach darauf hinaus die Horizon möglichst sanft im (hoffentlich) Kies und Sand auflaufen zu lassen, zu warten bis die Péniche vorbei gefahren ist, danach die Horizon mit dem Bootshaken vom Ufer abzustossen und darauf zu hoffen, dass sie sich wieder aus der Untiefe löst. Hat geklappt, wir konnten unsere Fahrt unbeschadet fortsetzen 😊.
Einige Impressionen von der Fahrt auf dem Canal latéral à la Loire:
Kurz vor 12:00 Uhr passierten wir noch die Schleuse Nr. 4 und konnten danach am schönen Halte Nautique in Pierrefitte-sur-Loire die Mittagspause verbringen.
Auch am Nachmittag kamen wir sehr gut vorwärts und erreichten kurz nach 15:00 Uhr bereits die letzte Schleuse vor Digoin. Direkt nach der Schleuse Nr. 1 überquert man über den Pont-canal de Digoin die Loire. Es ist eines der eindrücklichsten Erlebnisse eines Bootsfahrers über eine solche Brücke zu fahren. Im Jahre 1837 eröffnet, 243m lang, überquert diese Kanalbrücke in einer Höhe von etwa 10m die Loire. Ein Meisterwerk der Baukunst zu jener Zeit.
Die Brücke führt direkt hinein nach Digoin und nach wenigen Metern erreicht man auch schon den Hafen. Er besteht aus mehreren Teilen, zuerst einer langen Mole und nach der grossen Brücke ein Becken mit Fingerstegen. Wir legten direkt vor der Brücke an der Mole an. Ein angenehmes Plätzchen für die nächsten zwei Nächte.
Zur Feier des Tages, der Schiffsjunge hat heute Geburtstag (nein, wir verraten sein Alter hier nicht), liessen wir den Korken knallen und stiessen mit einem guten Glas Champagner auf diesen grossen Tag an
(@Kurt: wo wurde dieser Champagner hergestellt 🤔).
Der Smutje (Schiffskoch) … oder sagt man Smutjinin … oder Smutje:in oder Smutje/-in …. 🥴 … wie auch immer … sie hat für diesen Festtag ein ausgezeichnetes, typisch französisches Essen zubereitet, Ossobuco.
Dieses genoss die ganze Mannschaft auf dem Achterdeck bei einem … Glas Rotwein. Einfach herrlich.
Damit haben wir die Fahrt auf dem Canal latéral à la Loire beendet, von hier aus geht es dann weiter auf dem Canal du Centre.
Tag 4 / 19. Sept. / Beaulon
Start: Decize / Ende: Beaulon
Navigation: 5 Std. / 38km / 7 Schleusen
Wetter: wechselnd bewölkt , aber immer wieder schön sonnig 🌞 / 14° C – 27° C / leichter Wind
Wasser: Abgesenkt auf min. 1.6m, wenig Kraut, dafür herbstliches Laub auf dem Wasser
Kurz nach 08:00 Uhr hielt uns nichts mehr in den Federn, irgendwann ist auch mal genug 😁 und überhaupt, langsam wurde es Zeit für einen schönen und starken Kaffee 😊.
Gegen 09:30 Uhr wurde es dann Zeit die Leinen loszuwerfen und unseren Weg nach Digoin, dem bergseitigen Ende des Canal latéral à la Loire, fortzusetzen.
Unsere Erste Offizierin hat am Donnerstag ein ganztägiges Teammeeting mit ihrem Arbeitgeber, an welchem sie per Videokonferenz teilnehmen möchte/sollte. Wir haben daher geplant, den Donnerstag in Digoin zu verbringen, einem Städtchen mit einem grösseren Hafen. Da liegen aber noch etwa 70km und 15 Schleusen vor uns, also nichts da mit gemütlich rumhängen 😉.
Um 12:00 Uhr machten wir vor einer Schleuse an einem kleinen Servicesteg einen Mittagshalt, die Schleusenwärter machen hier ja auch eine Stunde Mittagspause, und genossen einen Teigwarensalat riche à la Françoise (mit Wurst & Käse😋).
Einfach mal so zwischendurch: wir möchten den VNF-Mitarbeitern hier einmal mehr ein Kränzchen winden 😊. Auch hier auf diesem Kanal werden wir immer ausgezeichnet, sehr freundlich und hilfsbereit, bedient. Auf diesem Kanal sind die Schleusen noch nicht automatisiert, das heisst, es hat noch Schleusenwärter welche jeweils für eine oder mehrere Schleusen zuständig sind. Der Eine oder Andere ist auch gerne für ein kurzes Schwätzchen zu haben, was natürlich speziell unsere Kommunikationsoffizierin sehr geniesst (auffallend: vor Allem bei den jüngeren Schleusenwärtern 😂).
Es war heute, zumindest am Vormittag, etwas kühler als bisher und es zogen auch immer wieder Wolken vor der Sonne vorbei. Trotzdem genossen wir die ruhige Fahrt durch die immer noch sehr schöne Landschaft. Im Laufe des Tages wurde es dann auch zunehmend wieder wärmer.
Noch ganz kurz in eigener Sache 😁: Wer möchte kann unsere Fahrt oder die aktuelle Position der Horizon jederzeit unter dem Menu-Punkt „Live-Position“ mitverfolgen. Auch der Menu-Punkt „Reisen“ ist inzwischen aktualisiert, d.h. alle unsere bisherigen Reisen sind da auf einer Karte und in einer Tabelle mit Verweis auf die entsprechenden Blogs einsehbar. Natürlich eher interessant für die Böötler unter euch 😊.
Um 15:30 Uhr war dann genug für heute, wir sind ja nicht auf der Flucht 😃.
Wir legten an einem Halte Nautique bei Beaulon an. Ein nettes Plätzchen, kombiniert mit einem WoMo-Stellplatz. Noch etwas lesen auf der Terrasse, ein schönes Nachtessen im Salon und dann …
Tag 3 / 18. Sept. / Decize
Start: Canal latéral à la Loire PK 93 / Ende: Decize
Navigation: 5 Std. / 24km / 5 Schleusen
Wetter: Tagsüber sonnig, Abends Gewitter / 14° C – 27° C / leichter, gegen Abend starker Wind
Wasser: Abgesenkt auf min. 1.6m, wenig Kraut, dafür herbstliches Laub auf dem Wasser
Zum Glück wird es am Morgen nicht mehr so früh hell, so kann man ohne schlechtes Gewissen ein wenig länger liegen bleiben 🥱.
Und wenn man dann nach dem Aufstehen mit dem ersten Kaffee in der Hand auf das Achterdeck steigt und dieses Bild vor sich hat, tja, dann weiss man dass man am richtigen Ort ist und einen wunderbaren Tag vor sich hat 😊.
Uns so kam es auch. Kurz nach 09:00 Uhr legten wir bei PK93 ab und fuhren bei Sonnenschein gemächlich den Canal latéral à la Loire weiter bergwärts.
Die Fahrt war sehr gemütlich und ereignisfrei. Der Canal latéral à la Loire ist auf dieser Strecke eigentlich schön, aber nicht sehr abwechslungsreich. Dadurch ist die Fahrt aber auch beruhigend und erholsam 😉.
Von 12:00 bis 13:00 Uhr machten wir Halt am Anleger von Fleury. Während dieser Zeit macht die VNF Mittagspause, das heisst, es kann nicht geschleust werden. Fleury ist immer einen Halt wert, sehr schön gelegene, sehr sympathische Anlage mit einem kleinem Restaurant.
Weiter ging es bergwärts, das Ziel von heute war Decize. Auch heute begegneten uns kaum andere Boote.
Zwei Schleusen machten wir zusammen mit zwei Italienern die mit ihrer Segelyacht, welche sie in Holland gekauft haben, unterwegs nach Marseille sind.
Ein Mietboot von Le Boat kam uns aus einer Kurve, über welche eine Brücke führte, entgegen geschlingert, viel Platz blieb uns nicht mehr 😲. Viele Mietböötler brauchen lange um zu lernen, dass ein Boot halt nicht wie ein Auto zu steuern ist. Ein Boot reagiert immer mit einer gewissen Verzögerung. Da hilft es dann auch nicht wirklich das Steuerrad so schnell wie nur möglich von einem Anschlag zum Anderen und wieder zurück zu drehen 🙄. Es kommt nicht besser …
Apropos hin und her, auch beim Gashebel kennen viele Mietböötler nur zwei Stellungen, Vollgas vorwärts und Vollgas rückwärts. Auch wenn sie an einem am Ufer vertäuten Boot vorbeifahren geht das meist nur mit Vollgas und entsprechendem Wellenschlag. Sehr angenehm für das vertäute Boot … 😠.
Bereits um 15:15 Uhr erreichten wir Decize, wo wir an einer Mole direkt vor der Schleuse, welche in den Hafen führt, anlegten. Hier könnte man in den Canal du Nivernais abbiegen. Im 2017 sind wir bereits mit unseren Freunden Susanne & Kurt mit einem Mietboot von Briare bis nach Decize und dann über den Canal du Nivernais bis nach Corbigny gefahren. Aber dieses Mal geht es weiter geradeaus bis zu dem bergseitigen Ende des Canal latéral à la Loire in Digoin 😊.
Am Abend kam noch ein kurzes, aber heftiges Gewitter auf. Das störte uns aber nicht weiter, wir genossen ein gutes Nachtessen und einen gemütlichen Abend im Salon der Horizon.
Das Leben kann so schön sein 😊.
Tag 2 / 17. Sept. / Canal latéral à la Loire
Start: Nevers / Ende: Canal latéral à la Loire PK 93
Navigation: 1.5 Std. / 9km / 2 Schleusen
Wetter: Tagsüber sonnig, Abends Gewitter / 14° C – 27° C / leichter Wind
Wasser: Abgesenkt auf min. 1.6m, kein Kraut, dafür herbstliches Laub auf dem Wasser
Wir haben die letzte Nacht wunderbar geschlafen, die erste Nacht wieder auf der Horizon 😊. Ob das an den neuen Matratzen, welche wir letztes Jahr gekauft haben, oder am Wein von gestern Abend lag, lässt sich nicht mehr zweifelsfrei feststellen 😉.
Nachdem wir ausgiebig die Kaffeemaschine ausgetestet hatten – läuft auch nach 8 Wochen noch tadellos – war Bunkern angesagt. Da wir ja den Peugeot noch vor dem Boot parkiert hatten, nützen wir ihn noch für einen Grosseinkauf im nahegelegenen Intermarché.
Und wir waren erfolgreich, aber so was von 😁.
Das Ergebnis: ein prall gefüllter Kühlschrank (wisst ihr, der Neue 😉) und ein voller Lagerraum (oder wie die Muttner sagen: Spensa 😉) Fleisch für etwa 10 Menüs, Raclettekäse, Gemüse, …, Wasser, Bier und Wein. Und das alles in genügender Menge, das gibt doch ein gutes Gefühl für die kommenden Tage 😊.

Nun stand dem Start unserer Fahrt nichts mehr im Weg. Um 12:15 Uhr starteten wir unseren DAF. Und wie nicht anders zu erwarten, er zündete bei der ersten Umdrehung und blubberte sofort zufrieden vor sich hin 😊.
Also Leinen los und ab ins Abenteuer. Mal schauen was die nächsten vier Wochen alles an Abenteuern für uns bereit hält.
Das heutige Tagesziel war nicht sehr ambitioniert: raus aus dem Hafen und ab auf den Weg nach Corre. Hauptsache wir sind wieder unterwegs 😊. So fuhren wir den Abzweiger nach Nevers, die Embrachement de Nevers, zurück und bogen nach links auf den Canal latéral à la Loire in Richtung Digoin ab. Da fuhren wir dann ganz gemütlich noch gut sieben Kilometer, bevor wir bei PK 93 an einer langen Mole wieder festmachten. Schöner Platz in der freien Natur, Platz für etwa 5 Boote (wir waren aber ganz alleine), perfekt für eine Nacht 👍.
Wir genossen den späteren Nachmittag und den Abend, zuerst noch bei Sonnenschein auf der Terrasse, später dann bei Regen und Gewitter gemütlich im Salon.
Tag 1 / 16. Sept. / Nevers
Start: Felben-Wellhausen / Ende: Nevers
Navigation: 6.5 Std. / 3 Péage-Stationen auf der Autobahn / 1 Zoll 😉
Wetter: Vormittags bedeckt, Nachmittags teils sonnig / 14° C – 27° C / leichter Wind
Wasser: zum Glück keines auf der Strasse 😉
Es geht wieder los 😀💪😁👍. Endlich 😊. Heute morgen um sieben Uhr klingelte bei uns Zuhause in Felben-Wellhaisen der Wecker (nein, dieses Mal wurde er dafür gelobt 😂) und wir starteten die letzten Vorbereitung für die laaaange Reise nach Nevers. Bereits um kurz nach 9 Uhr konnten wir den Motor des Peugeots starten und die 550 km lange Reise unter die Räder nehmen. Ausgestattet mit Sandwiches von Marlies (Sunnebeck Felben-Wellhausen) fuhren wir über Basel, Belfort, Besançon, Dole, Beaune und von da an über die Weinstrasse und durch den superschönen „le Parc Naturel Régional du Morvan„.
Um 16:00 Uhr errichten wir bereits, bei schönem Wetter und 26 Grad, den Hafen von Nevers. Auf den letzten Metern wurde es immer stiller und stiller im Auto, man konnte die Anspannung bereits riechen … steht die Horizon noch an ihrem Platz 🤔, schwimmt sie noch 🤔, oder schaut nur noch der Mastspitz aus dem Wasser 😲.
Aber dann die Erlösung 😀. Stolz, die Nase hoch erhoben schwamm sie an ihrem Platz 😊.
Sofort trugen wir das ganze Gepäck, und das war nicht wenig 😅, aufs Boot und … na was wohl … nahmen ein kühles Bier aus unserem neuen Kühlschrank (haben wir schon mal erzählt, dass wir eine neue Küche haben 🤔) und genossen dieses auf dem Achterdeck, so gut 😊.
Nachdem wir das meiste Gepäck auf dem Boot verstaut hatten und wieder eine gewisse Ordnung auf der Horizon herrschte, konnten wir zum Abendprogramm übergehen. Bedeutet, Abendessen zubereiten. Wie es so schön heisst, „Planung ist das halbe Leben“ 😉, und so gab es heute zum Znacht ein traumhaftes Horsesteack Tartar aus der Pferdemetzgerei Michel in Felben-Wellhausen. Einfach so nebenbei, immer Freitags und Samstags gibt es da Tartar, auch Tartar-Canapeès. Wirklich sehr empfehlenswert 😋.
Natürlich genossen wir dazu auch noch ein Glas guten Rotwein 😉.
Und wenn ich mich recht erinnere liessen wir dann den Abend bei einem (oder waren es doch zwei 🤔) Glas Wein ausklingen 😜.































































































































































































2 Kommentare zu „Herbst 2023: Zurück nach Corre (wäre die Planung 😉)“