Frühling 2023: Fünf Wochen unterwegs mit unserem Boot, der Horizon // Update vom 05.06.2023/14:00 //
Neues Jahr, neues Reiseprojekt 😊 Lange haben wir uns Gedanken über die erste Reiseroute dieses Jahres gemacht. Die nach dem regen-/schneearmen Winter eher tiefen Pegelstände in den Flüssen, Kanälen und Speicherseen machten die Planung nicht gerade einfacher 🤔 Ausser der Route über die Saône und die Rhône, das heisst Richtung Süden in die Gegend von Lyon, besteht im Burgund beinahe überall das Risiko, dass Abschnitte auf der geplante Route kurzfristig gesperrt werden könnten. Der Vogesen-Kanal ist wegen des sanierungsbedürftigen Damm des Réservoir de Bouzey (Speicherbecken) aufgrund von Arbeiten gemäss VNF (Betreiber der Wasserwege in Frankreich) bis sicher 15. Mai nicht durchgehend befahrbar. Den bräuchten wir jedoch auf den zwei bevorzugten Reiserouten für den Rückweg in den Heimathafen der Horizon 🤔
Nun, irgendwann muss man sich einfach entscheiden. Also haben wir frei nach dem Bootfahrer-Motto „Man weiss wohl wann und wo man losfährt, aber man weiss nie so genau wann und wo man ankommt“ folgende Route geplant.
- Von Corre über die Petite Saône südwärts bis Heuilley-sur-Saône
- Abbiegen in den Canal entre Champagne et Bourgogne (kurz CCB genannt) und dann nordwärts bis nach Vitry-le-François
- Abbiegen in den Canal de la Marne au Rhin (kurz CMR genannt) und Fahrt ostwärts bis in die Region von Nancy
- Abbiegen in den Canal des Vosges und südwärts wieder zurück nach Corre
Vielleicht (oder wahrscheinlich 🤔) kommt alles auch ganz anders 😉 Wir lassen uns mal überraschen und freuen uns auf die nächsten fünf Wochen voller ungeplanter und spannenden Erlebnisse 😎
Update vom 11.05.: Es kommt anders, wer hätte das gedacht 🤣 Heute haben wir erfahren, das der Canal des Vosges bis mindestens am 30. Juni geschlossen bleibt 🙄 Tja, das wars dann mit der Planung. Somit ist uns der geplante Rückweg nach Corre verschlossen. Was das für uns heisst, was wir neu planen, könnt ihr in den untenstehenden Einträgen mitverfolgen😉
Update vom 26.05.: Nun sind wir bereits bei Plan C 😁 „Planung ist das Ersetzen des Zufalls durch den Irrtum“, bei Bootsreisen trifft dieser Satz voll zu. Nachdem wir aufgrund eines undichten Simmerrings der Hydraulik des oberen Steuerstandes seit dem 22.05. in Châlon-en-Champagne festsitzen, haben wir gestern Abend von unserem Mechaniker Momo (welcher uns hervorragend betreut) erfahren, dass der Simmerring erst nächste Woche eintreffen wird. Am Montag Express bestellt und ausgeliefert … die französische Post halt 🙄
Wie der Plan C aussehen wird? Mehr dazu in den untenstehenden Einträgen 😉
Update vom 01.06.: Plan C scheint nun aufzugehen😊 Momo konnte die Steuerung der Horizon reparieren, unser Auto haben wir vor zwei Tagen von Corre nach Châlon geholt und die Hafenmeisterin konnte uns einen Liegeplatz für die nächsten Wochen reservieren 👍 Sobald dieser frei wird, wahrscheinlich morgen, werden wir die Horizon umparkieren und dann mit dem Auto nach Hause fahren. Anfang Juli werden wir wieder für 2 – 3 Wochen auf die Horizon zurückkehren und … jetzt beenden wir zuerst mal den aktuellen Plan C 😉
Schön wenn ihr uns über die untenstehenden Einträge, welche (un)regelmässig aktualisiert werden, auf unserer Reise begleitet 😊
04.06.2023: Kleines Résumé als Nachtrag zu den Blogeinträgen der letzten 5 Wochen 😊
Planung: Schon lange einer meiner Lieblingssprüche: „Planung ist nur das Ersetzen des Zufalls durch den Irrtum“. Auch bei dieser Reise hat das wieder einmal voll zugetroffen. Trotzdem ist eine gute Planung essentiell. Denn diese hilft beim Eintreffen von Unvorhersehbarkeiten schnell eine gute Alternative, halt einen Plan B oder auch einen Plan C entwickeln zu können. Ausserdem gehört zum Naturell eines Bootfahrers unbedingt ein grosses Mass an Flexibilität 😁
Mit unserer Planung sind wir im Nachhinein sehr zufrieden. Plan A hätte von der geplanten Dauer her perfekt funktioniert, er hätte uns genügend Freiraum für Pausen gelassen und wir wären problemlos nach fünf Wochen in Corre angekommen. Durch die intensive Beschäftigung mit dieser Region im Vorfeld der Reise und unserer inzwischen gut ausgebauten Abteilung Informationsbeschaffung (diese untersteht natürlich unserer Kommunikationsoffizierin (auch genannt Facebook-Tussi 😎)) konnte die Planung entsprechend den neuen Situationen schnell und flexibel angepasst werden.
Strecke, die kleine Saône: dies ist möglicherweise der schönste schiffbare Flussabschnitt in ganz Frankreich, aber auf jeden Fall einer der Schönsten. Wir sind diesen Abschnitt schon viele Male in beide Richtungen gefahren, es wird nie langweilig. Der schmale Fluss, der in unzähligen kleineren und grösseren Windungen durch die schöne Landschaft fliesst, kleine Dörfer und kleinere Städte wie Port-sur-Saône, Gray und Auxonne die man auf dem Weg zwischen Corre und Saint-Jean-de-Losne passiert, die beiden Tunnels „Souterrain de Savoyeux“ und „Souterrain de Saint-Albin„, einfach nur schön.
Wir fuhren auf dieser Reise die kleine Saône von Corre bis nach Heuilley-sur-Saône, da biegt der Canal entre Champagne et Bourgogne in Richtung Osten ab.
Gefahren auf der kleinen Saône: 17 Std. / 150 km / 16 Schleusen / 2 Tunnels
Strecke, Canal entre Champagne et Bourgogne (CCB): wir können diesen Kanal nur empfehlen! Er führt durch eine wirklich wunderbare, man kann es nicht andres sagen, liebliche Landschaft. Pure Natur, unterbrochen von landwirtschaftlichen Flächen, kleinen schmucken Dörfern. Leicht hügeliges, zwischendurch auch felsiges, Gelände. Es wirkt alles sehr sauber und aufgeräumt, sehr sympathisch. Speziell sind auch die vielen kurzen Kanal-Viadukte und die vielen Hebebrücken.

Der Kanal ist insgesamt einfach zu befahren. Das fast 5km lange Tunnel auf der Scheitelhaltung erfordert eine knappe Stunde volle Konzentration. Unser Kapitän empfand es jedoch als einfacher zu fahren als zb. das „Souterrain de Savoyeux„, weniger Sog-Wirkungen. Und dann sind da natürlich noch die Péniches die wir ja auf der kleinen Saône kaum mehr gewohnt sind.
Kraut: um diese Jahreszeit hatten wir so gut wie keine Probleme mit irgendwelchen Wasserpflanzen. Bei über hundertzehn Biefs (Kanalabschnitt zwischen zwei Schleusen) die der CCB hat, hatten wir vielleicht in zehn bis fünfzehn Biefs etwas unangenehm viel Kraut im Wasser, am meisten zwischen Schleuse 31 und 17 Saône-seitig und Schleuse 67 und 68 Marne-seitig. Aber absolut kein Problem, bei diesen kritischeren Abschnitten jeweils in jeder fünften Schleuse kurz den Wasserfilter entleert und gut wars.
Wie sich das Kraut dann im Juni/Juli entwickelt 🤔 Keine Ahnung, wir würden auf jeden Fall empfehlen aktuelle Informationen einzuholen.
Schleusen: in der jeweils ersten Schleuse erhält man an einem Automaten, nachdem man über die Gegensprechanlage einige Fragen beantwortet hat, eine Fernbedienung. Mit dieser Fernbedienung lassen sich alle Schleusen, mit Ausnahme der Schleusentreppe beim Saône-seitigen Aufstieg zur Scheitelhaltung, und auch die Hebebrücken, mit Ausnahme der Brücke bei Vraincourt, bedienen. Auch der Schleusenvorgang (füllen und leeren der Schleuse) kann mit dieser Fernbedienung ausgelöst werden. Bei uns haben beinahe alle Schleusen und Hebebrücken problemlos funktioniert, nur zweimal mussten wir die VNF anrufen. Beide Male konnte das Problem sehr schnell behoben werden.
Aber Achtung:
die Schleusen im CCB werden teilweise gnadenlos bis zum oberen Rand platschvoll gefüllt, speziell auf der Marne-Seite. Die normalen Fender normal platziert nützen da gar nix mehr, böse Schrammen am Rumpf sind da vorprogrammiert (kleiner Windstoss …).
Man liest von diversen Strategien wie damit umgegangen wird . Wir haben zwei kleine Fender zu 3/4 mit Wasser gefüllt und diese jeweils kurz vor der Einfahrt in die Schleuse zu Wasser gelassen. Diese tauchen entsprechend der Füllmenge ins Wasser ein, gehen aber nicht unter sollten sie sich mal losreissen.
Mit diesen wassergefüllten Fendern sind wir sehr gut gefahren, diese Lösung können wir empfehlen 👍
Anleger: Auf der gesamten Strecke gibt es genügend Anlegemöglichkeiten. Auf der Saône-Seite hat es weniger „offizielle“ Stege und Molen, dafür auf der Marne-Seite um so mehr. Aber auf der ganzen Strecke hat es immer wieder Dalben an welchen man wunderbar anlegen kann.
Kleine Liste der Anlegemöglichkeiten die uns aufgefallen sind (nicht abschliessend, wird auch noch ergänzt sobald wir wieder auf der Horizon und somit bei unserer Flusskarte sind 😉):
- Dommarien PK 174 Betonanleger Platz für 1 Boot
- Piépape bei Schleuse 12 mit Poller
- PK 151 kleine Mole mit Poller, perfekt geeignet für einen Ausflug zum Speichersee „Réservoir de la Liez„
- Hûmes vor Schleuse 5
- Rolampont (mit Strom und Wasser)
- Foulain Platz für zwei Boote
- Froncles netter kleiner Hafen
- Joinville Gemeindehafen mit WoMo-Stellplatz gratis, weiterer Anleger beim Hotel kostenpflichtig
- Chamouilley
- St. Dizier (viel Platz für Boote)
- Orconte
- Hafen in Vitry-le-Francoise. Wir empfehlen rechtzeitig zu reservieren.
Orte: wo es uns speziell gut gefallen hat (nicht abschliessend):
- Langres: sehr schöne Stadt auf einem Hügel, schöne Festungsmauer, wunderbare Aussicht. Die Hafenmeister fahren einem gerne mit ihrem Auto hoch (auch zum Intermachré) 😉 Wir empfehlen rechtzeitig zu reservieren.
- Joinville: nettes Städtchen, gute Einkaufsmöglichkeiten, netter Anleger
Gefahren auf dem CCB: 54 Std. / 230 km / 112 Schleusen / 2 Tunnels / viele Hebebrücken
Strecke, Canal latéral à la Marne: Wir sind diesen Kanal auf dieser Reise nur die kurze Strecke von Vitry-le-François bis Châlon-en-Champagne gefahren. In Vitry hat es einen kleinen Hafen (Reservation sinnvoll) mit einer netten Hafenmeisterin. Dieser Kanalabschnitt ist landschaftlich sehr schön und problemlos zu befahren. Kurz nach Vitry einige schöne Anlegemöglichkeiten ohne Strom/Wasser. Hier hat es noch mehr Péniches als auf dem CCB, da fahren pro Tag schon mal 5 oder mehr von ihnen durch.
Kleine Liste der Anlegemöglichkeiten die uns aufgefallen sind (nicht abschliessend, wird auch noch ergänzt sobald wir wieder auf der Horizon und somit bei unserer Flusskarte sind 😉):
- PK 1, nicht wirklich schön, aber als Alternative falls der Hafen voll ist
- PK 3, gleich nach Vitry-le-Francoise, sehr schön
- PK 3.5, gleich nach Vitry-le-Francoise, sehr schön
- Pogny, PK 18, direkt im Dörfchen
- Châlon-en-Champagne: lange Mole gegenüber dem Hafen (wenig Pöller, evtl. Heringe einschlagen), schöner kleiner Hafen mit allem was man braucht (unbedingt vorreservieren)
Orte: wo es uns speziell gefallen hat (nicht abschliessend):
- Châlon-en-Champagne: sollte man wirklich gesehen haben. Sehr schöne Altstadt, sehr freundliche Einwohner. Platz im Hafen vorreservieren (ansonsten an der langen Mole anlegen).
Gefahren: 6 Std. / 31 km / 9 Schleusen
Zusammenfassung: einmal mehr eine superschöne Reise mit vielen Highligths und Überraschungen. Ist es schlimm, dass wir unseren Plan A nicht ausführen konnten oder dass wir aufgrund der Probleme mit der Steuerung schlussendlich bei Plan C angelangt sind 🤔 Nein, überhaupt nicht 😃 Jede dieser ungeplanten Ereignisse hat uns neue Erlebnisse ermöglicht und diese Reise bereichert 😊 Wohin uns wohl die nächste Reise führen wird 🤔 Ihr werdet es hier auf dieser Homepage erfahren 😉
Reise in Zahlen Total: 77 Std / 311 km / 137 Schleusen / 4 Tunnels
Für alle welche gerne Fahrrad- oder Wohnmobil-Ferien machen: diese Reise ist ebenfalls für Fahrrad- oder Wohnmobil-Ferien sehr zu empfehlen.
Für Radfahrer gibt es weitere Infos hier.
Für die Womo-Fahrer als kurze Info: es gibt in dieser Region sehr viele Stell- und Campingplätze. Einige Anlegestellen für die Boote sind auch mit Stellplätzen kombiniert (zB. Corre, Langres, Joinville), die Bedürfnisse von Booten und Womos sind ja ähnlich, Beides benötigt zwischendurch mal Strom und/oder Wasser 😉
Dank an die Mannschaft: so eine Tour wäre ohne eine grosse, motivierte Crew nicht zu schaffen. Deshalb gebührt der ganzen Crew, vom Kapitän über die erste Offizierin, der Kommunikationsoffizieren, der Zahlmeisterin, dem Bordschreiner und dem Bordelektriker, der/dem Smutje und nicht zu vergessen der Matrosin, dem Leichtmatrose und dem Schiffsjungen, dem Wachoffizier (der nicht angegeben hat als einige Jugendliche in der Nacht aufs Boot stiegen 🤔) und last, but not least, dem Lastesel, ein grosses Dankeschön. Nur als Team sind wir stark 😂
Dank an die Mitreisenden: Was würde so eine Reise ohne Passagiere für einen Sinn machen🤔 Keinen! Deshalb vielen Dank für die Begleitung auf dieser Reise an alle Mitlesenden! Es war sicher auch für euch nicht immer einfach bei diesem Geschreibsel 😉 aber ihr habt durchgehalten, Gratulation 😁
Tag 36 und letzter Tag dieser Reise, 03.06.2023
0.2 Std. / 0.15 km / 0 Schleusen / 0 Hebebrücken / 0 Tunnels (und 498 km Autofahren) 😀
Alles hat einmal ein Ende, auch diese Reise 😕 Aber die nächste Reise ist ja bereits in Planung 😎
Heute war Boot aufräumen und Sachen einpacken angesagt. Um etwa 11 Uhr sahen wir das Boot vom Platz 11, welcher für uns ab heute reserviert war, ablegen und den Kanal aufwärts wegfahren. Das heisst, Momo hat auch dieses Boot erfolgreich wieder in Schuss gebracht 👍 Diese Woche drei Boote hier im Hafen 😁
Wir luden noch alle Sachen ins Auto, von jetzigem Platz aus war das noch näher.
Und dann der grosse Moment, der Kapitän musste zwei Wochen darauf warten: er startete den Motor der Horizon. So ein schöner Ton 😃 Wir legten ab und fuhren so langsam wie möglich, der Kapitän wollte diese Fahrt noch richtig auskosten, die 150m zum neuen Liegeplatz der Horizon und parkierten die Horizon wunderbar rückwärts in die Box.
Es war eine unglaublich schöne Fahrt 😁 Etwas viel kurbeln am Steuerrad, 10 Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag ist schon etwas viel, aber das kommt auch wieder gut 😊
Dann die „Henkersmalzeit“, ein feines Birchermüesli mit frischem Baguette 😋 Der Schiffsjunge hat zusammen mit dem Baguette auch noch Sandwiches bei diesem Bäcker gekauft. Diese waren, wie sich auf der Nachhausefahrt zeigte, vorzüglich.
Dann galt es aber Ernst, weiter hinauszögern konnten wir es nicht mehr 😉 Um etwa 14:00 Uhr fuhren wir los und liessen die Horizon alleine zurück 😪
Es ging über Nancy, Colmar, Basel und Zürich nach Felben. 498km, ca. 5.5 Stunden, kein Stau (ausser den obligaten paar Minuten beim Limmattalerkreuz), insgesamt eine sehr angenehme Fahrt.
Damit endet auch dieser Reiseblog. Nicht ganz, morgen gibts dann wie bereits geschrieben noch ein kurzes Résumé. Aber schon mal hier ein grosses Dankeschön an euch , dass ihr uns auf dieser Reise so treu begleitet habt 😊
Es würde uns sehr freuen, euch auch auf der nächsten Reise wieder mitnehmen zu dürfen 😉

Tag 35, 02.06.:
Zum Thema Navigation: morgen kann ich hier dann auch wieder etwas schreiben 😉
Bisher haben wir es erfolgreich verdrängen können, nun aber müssen wir uns der harten Realität stellen: morgen führt uns die Reise wieder zurück nach Hause in die Schweiz, unser 5-Wochen-Turn geht unerbittlich dem Ende entgegen 😭😖😲
Aber nicht für lange 😃 Wir müssen (!!!, 😂) die Horizon so schnell wie möglich wieder von Châlon-en-Champagne (@Kurt: das ist da wo wir jetzt schon länger sind 😉) wegfahren, die Behörde sieht es nicht gerne wenn hier ein Boot ohne Besatzung zu lange liegt. Verständlich, die wollen natürlich Touristen auf den Booten welche in der Stadt konsumieren.
Ausserdem müssen (!!!,😂) wir schauen, dass wir die Horizon spätestens Ende Saison wieder in Corre liegen haben. Ob wir dazu aufgrund des Zustands der Wasserwege noch den Umweg über Strasbourg und dann via dem Canal du Rhône au Rhin, oder sogar Richtung Paris und dann via Canal latéral à la Loire und Canal du Centre machen müssen (!!!, 😂), weiss im Moment noch niemand. Deshalb müssen (!!!, 🤣) wir sobald wie möglich den nächsten Abschnitt in Angriff nehmen.
Nun, ganz so schlimm wie es tönt ist dieser Gedanke für uns nun auch wieder nicht 😉 Ich denke wir können mit der Idee umgehen, Ende Juni wieder auf der Horizon zu sein und die Reise fortzusetzen 😊 Um ganz ehrlich zu sein, wir freuen uns jetzt schon riesig darauf, egal wohin uns die Reise dann auch immer führen wird 😃😎
Ein kleines, kurzes (😁) Résumé der letzten 5 Wochen gibts dann irgendwann dieses Wochenende an dieser Stelle.
Ansonsten heute wieder ein Hafentag wie gehabt, allerdings mit ziemlich Betrieb auf dem Wasser. Die Nenuphar hat am späteren Vormittag bereits wieder kanalaufwärts abgelegt, dafür haben wir nun sowohl vor wie auch hinter uns neue Nachbarn. Beides Engländer, nette Leute.
Franziska hat wieder im Boat-Office gearbeitet und Überstunden für die nächste Reise angehäuft 😎, der Bordmechaniker hat seine Schiffswerkstatt und das Materiallager wieder einmal aufgeräumt und die Materialliste für die in der Schweiz zu besorgenden Waren erstellt.
Als Abschlussessen und zur Feier des Tages (zu Feiern gibt es doch gar nichts 🤔, das ist doch eher ein Trauertag 🙄) gab es heute ein wunderschönes Entrecôte vom Charolais-Rind mit Kräuterbutter aus der Rossmetzg in Felben (hab ich schon erwähnt, dass wir eine neue Küche mit einem Kühlschrank mit super Kühlfach haben? 🤔)
Tag 34, 01.06.:
Nein, immer noch nichts 🙄
Der Matrose des Hotelschiffs „Serenity“, er heisst Graeme und ist der Partner der Kapitänin Claire, welches nun schon seit Montag hinter uns an der Mole liegt, hat uns gestern Abend informiert, dass sie heute morgen um 09:00 Uhr ablegen werden. Die Mannschaft stand vor ihrem Schiff und diskutierte und plante das Ablegemanöver. Keine einfache Sache. Da sie wieder Kanalabwärts fahren wollten, mussten sie ihr Schiff noch um 180 Grad wenden und dann direkt in die Schleuse fahren. Das Problem dabei, die Serenity ist 39m lang und das Hafenbecken hat hier eine Breite von maximal irgendwas zwischen 40m und allerhöchstens 45m. Ausserdem hat die Serenity kein Bugstrahlruder, was ein solches Manöver mit einem 200t-Schiff nicht unbedingt einfacher macht 🙄 Da unsere Horizon genau in diesem Bereich vertäut ist, hat uns Graeme gebeten, doch beim Manöver dabei zu sein falls es irgendeine Aktion unsererseits benötigen würde (z.B. Leinen los und flüchten … 🙈).
Bereits um 8 Uhr sassen wir mit Kaffee bewaffnet auf dem Achterdeck und verfolgten gespannt die Vorbereitungen der Serenity-Mannschaft. Um 9 Uhr hiess es dann Achterleine los. Aufgrund der sehr engen Platzverhältnisse fuhren sie ein Manöver, das in der Bootssprache als „Eindampfen“ bekannt ist. Der Bug blieb mit einer Leine an der Mole fixiert und das Heck wurde mit vollem Einschlag des Ruders und vorwärtslaufender Schraube in einem Halbkreis um den Bug herum gedrückt.
Für die Profis natürlich kein Problem, für uns aber sehr spannend! Ein sehr sympathisches Paar, wir wünschen ihnen weiterhin viel Erfolg 👍
Roxana, die Hafenmeisterin hat uns noch mitgeteilt, dass unser Platz 11 am Samstagvormittag frei werden würde. Das Boot am Platz 11 liegt im Moment noch wegen kaputten Batterien fest. Aber Abhilfe ist in Sicht, Momo kümmert sich auch um jenes Boot und wird am Freitagabend neue Batterien einbauen 😃 Somit scheint nun zumindest Plan C zu funktionieren. Die Horizon ist geflickt, das Auto haben wir bereits hier und ein Platz für die Horizon sollte auch rechtzeitig bereitstehen 👍
Und hier fährt der endgültige Beweis dafür dass wir schon zu lange hier sind aus der Schleuse. Das Hotelschiff „Nenuphar“. Dieses hatte bereits am 24.05. hinter uns an der Mole angelegt. Die Hotelschiffe fahren eine ganze Tour und wir liegen immer noch hier 😭
Wir sind dann noch in einem Carrefour etwas ausserhalb des Zentrums einkaufen gegangen, d.h. wir sind natürlich gefahren, wir haben unser Auto inzwischen ja hier bei uns 😉 Dieser Carrefour ist nicht nur gross oder sehr gross, der ist riesig 😲 Tipp von mir: wenn ihr da mal zu Zweit oder mehr einkaufen geht, nur mit Handy. Wenn man sich da verliert …
Am Abend dann gemütliches Barbecue auf der Terrasse 🐟🥩🍷🍷. So gemütlich, dass der heutige Blogeintrag nicht mehr heute erschienen ist 😁
Tag 33, 31.05.:
Auch heute gibt es hier keine Angaben (ich würde so gerne viiiele km und Std. schreiben 😒)
Dank dem tragischen Tod unseres Weckers gestern (😂) haben wir heute wieder ausschlafen können. Na ja, zumindest im Vergleich zu gestern … um 07:30 Uhr war dann doch Tagwache, die Pflicht rief.
Wirklich viel zu erzählen gibt es über den heutigen Tag leider nicht. Franziska war den ganzen Tag im Boat-Office und der Bordschreiner arbeitete an der Vorratskammer bzw. der Kajüte weiter. Die Holzarbeiten sind nun grösstenteils abgeschlossen. Er sucht nun noch Kandidaten für das Testliegen im neuen Kajütenbett … Er getraut sich selber nicht … 😟
Übrigens, noch witzig: Franziska hat sich heute hauptsächlich um ein Kundenprojekt namens SHIP gekümmert, zu dieser Arbeit ist sie natürlich absolut prädestiniert, und dann noch aus dem Boat-Office 😂 und es funktioniert endlich…
Pünktlich um 19:00 Uhr traf Momo ein und begann sogleich mit der Montage der revidierten Hydraulikpumpe. Die Pumpe und das Steuerrad waren ziemlich schnell montiert, die Entlüftung des ganzen Systems jedoch nahm viel Zeit in Anspruch. Durch drehen des Steuerrads Luft nach oben in die Pumpe transportieren und in das Reservoir pumpen, entlüften, mehr Öl nachfüllen … und wiederholen und wiederholen …
Doch dann plötzlich bewegte sich das Ruder 😃

Allerdings brauchte es 12 Umdrehungen des Steuerrads um das Ruder von Anschlag zu Anschlag zu bewegen, vor der Panne waren es sieben Umdrehungen 🙄 Also das ganze Prozedere noch einige Male ausführen … nun braucht es 10 Umdrehungen …
Da wir im Moment keine weitere Luft aus dem System brachten, waren wir damit zufrieden. Momo hat noch etwa 2 Liter Hydrauliköl zurückgelassen, inzwischen weiss der Bordmechaniker ja wie das System funktioniert. Wir gehen davon aus, das sich mit der Zeit weitere Luft im Reservoir sammeln wird, die dann durch weiteres Öl ersetzt werden kann. Vielleicht werden es dann auch wieder mal sieben Umdrehungen …
Inzwischen war es dann auch schon 21:30 Uhr 🙄 Also noch schnell etwas Feines auf den Grill, einen guten Salat und frisches Baguette dazu. Und natürlich ein Glas Wein 🍷 (🍷🍷)
Tag 32, 30.05.:
Es gibt hier wirklich keine Angaben mehr, zu deprimierend 😧
Heute morgen, kurz nach 05:30 Uhr, starb unser Wecker eines qualvollen Todes aufgrund einer Kollison mit der Kajütenwand 😥
Franziska & Roli
Wir gedenken seiner kläglichen Trümmer in stiller Trauer
Nachdem wir die Trümmer des Weckers zusammengewischt hatten, gaben wir uns Mühe den Koffeinpegel auf ein vernünftiges Mass zu kriegen und machten uns bereit für die lange Zugreise nach Corre. Wir waren ja mit der Horizon, Pausen abgezogen, etwas über 2 1/2 Wochen unterwegs von Corre bis Châlon-en-Champagne. Nun alles zurück mit dem Zug 🙄
Um 06:45 Uhr waren wir bereits auf dem Bahnhof, knapp 10 Minuten Fussweg vom Boot, und warteten gespannt auf den Zug, geplante Abfahrt 06:52 Uhr. Kommt er? Wann kommt er? Und siehe da, gut 10 vor Sechs fuhr der Zug im Bahnhof ein, 06:52 Uhr fuhr er, mit uns an Bord, wieder los 👍 Das kann nicht nur die SBB (Schweizerische Bundesbahnen für die nicht-Schweizer) 😀
Ok, der Bahnhof ist vielleicht nicht ganz so sauber, beziehungsweise der Bahnhof eigentlich schon, aber die Bahntrassen nicht (ziemlich viel Unkraut) und auch das Innere der Bahnwagen ist nicht ganz so sauber wie wir uns das von der SBB gewohnt sind. Aber ansonsten alles ok, wir hatten eine angenehme Fahrt mit Umsteigen und einer halben Stunde Aufenthalt in Chaumont (hier allerdings die Toiletten ausser Betrieb 😖).
Teilweise fuhren wir den Kanälen entlang, welche wir mit der Horizon befahren haben, teilweise hat der Zug unsere Bootfahrstrecke etwas abgekürzt. War noch lustig das Ganze aus einer anderen Perspektive zu sehen. „Hast du gesehen, hier waren wir doch …“, „Sieh mal da, ist das nicht …“.
Nach 3 1/2 Stunden (der Zug hat offenbar massiiiiv abgekürzt 😂) sind wir in Vesoul angekommen. Doris, die Hafenchefin von Corre, erwartete uns bereits mit ihrem Auto und brachte uns, bei einer kurzweiligen Fahrt, in etwa 40 Minuten nach Corre. Es war wie ein kleines Nachhause kommen 😉
Etwas die Füsse vertreten, ab ins Auto und los. Ca. 2 1/2 Stunden später sind wir bereits wieder in Châlon eingetroffen. Alles in Allem eine sehr gelungene Aktion. Das Zugfahren in Frankreich funktioniert gar nicht so schlecht, zumindest sobald man herausgefunden hat, dass man besser die SBB-App für den Fahrplan verwendet anstelle der Fahrplanangebote der SNCF 🙄
Leider hab ich es vollkommen verpasst einige Fotos von unserer Zugreise zu machen … gestern Abend extra noch den Fotoapparat vorbereitet … aber heute morgen vollkommen vergessen ihn mitzunehmen (wahrscheinlich war ich immer noch abgelenkt vom traurigen Dahinscheiden unseres Weckers …). Ich habe nicht einmal daran gedacht mit dem Handy einige Fotos zu machen …
Den Rest des Nachmittags verbrachten wir mit …. ähm ja, eigentlich nicht mehr vielem. Etwas rumhängen, etwas Small Talk mit diesem und jenem (inzwischen sind wir hier ja auch etwas zu Hause) …
Aber dann: gegen sieben Uhr spazierten wir die paar Meter zur Cosy Bar und liessen es uns gutgehen 🥂
Ein wunderbarer, warmer Sommerabend bei einer Flasche Champagner und einem planche de charcuterie, ein gutes Gespräch, Leute beobachten und über sie und andere lästern …
Dann nochmals an die Theke und noch zwei Gläser Champagner und dazu ein planche de fromage bestellen …
Leben wie Gott in Frankreich …

Tag 31, 29.05.:
Es gibt hier keine Angaben mehr 😔
Pfingstsonntag und Pfingstmontag: nun ist aber wirklich das süsse Nichtstun angesagt 😃 Zwei Tage lang hat es bei uns auf Achtern nur so ausgesehen, faulenzen und das schöne Wetter geniessen 😀 Aber halt, da sieht man ja nur die erste Offizierin … wo ist denn der Rest der Mannschaft🤔
Der Bordelektriker war zwei Tage unter Deck damit beschäftigt an der 24V und 230V Installation der neuen Küche weiter zu arbeiten 😓
Am Abend durfte sich dann auch der Bordelektriker zum Rest der Mannschaft gesellen und noch ein Bierchen trinken 🍻 Schön wars 😊
Ach ja, Momo hat am Pfingstsonntag am Vormittag noch angerufen: Er hat den Simmerring erhalten, wird die Hydraulikpumpe am Dienstag in seiner Werkstatt zusammenbauen und dann am Mittwoch auf der Horizon wieder einbauen. Plan C scheint nun zu funktionieren 👍
Wir werden morgen, Dienstag, mit dem Zug von Châlon nach Vesoul fahren, wo uns Jean-Pierre, der Hafenmeister von Corre, mit seinem Auto abholen wird. Mit unserem Auto werden wir danach nach Châlon zurückfahren.
Wir sind gespannt auf unsere erste Fahrt mit der französischen Bahn (ausser TGV). Die Tickets konnte unser Zahlmeister ziemlich problemlos online bestellen und ausdrucken, mal schauen wie das weitergeht 😄
Wie es gekommen ist, geht es auch wieder 😁 Das Hotelschiff „Panache“ hat hier in Châlon Gäste an Bord genommen.
Kaum hatte die „Panache“ abgelegt, fuhr schon ein neues Hotelschiff, die „Serenity“ aus der Schleuse und legte hinter uns an.
Ich hatte dieses Hotelboot bereits vor einigen Tagen auf MarineTraffic gesehen und mangels anderer Beschäftigung (😂) schon mal gegoogelt.
Sehr interessant! Das Hotelschiff „Serenity“ wird von einem jüngeren, wahrscheinlich noch nicht fünfzigjährigem, Paar betrieben. Sie ist Engländerin und er Australier. Auf der Suche nach einem neuen, anderen Arbeits- und Lebensmodell kamen sie vor etwa 10 Jahren auf die Idee ein Hotelschiff zu führen. Kurzum, sie kauften sich eine 39m lange Barge mit Baujahr 1937. Das Schiff war bis zu ihrem Kauf als Frachtkahn unterwegs. Die Beiden bauten die Barge zum Hotelschiff um und sind seither auf den Flüssen und Kanälen, hauptsächlich in Frankreich, unterwegs. Gemäss ihrem Buchungskalender sind sie sehr gut ausgebucht.
Ich finde: sehr cooles Projekt. Hut ab vor diesem Mut und der Energie und Ausdauer solch ein Projekt auch durchzuziehen 👍
Nun muss ich aber Schluss machen, der Wecker geht um 05:30 Uhr 😯 der Zug fährt um 06:50 Uhr! Puh, das sind wir uns nicht mehr gewöhnt, das wird hart 🙄
Tag 30, 28.05.:
Immer noch keine Angaben 😒
Sorry Leute, aber der Eintrag von heute kommt dann kombiniert mit dem von Morgen😉
Noch einen schönen Pfingstmontag an Alle!

Tag 29, 27.05.:
Keine Angaben 🤨
Pfingstsamstag, heute haben wir richtig schön ausgeschlafen 😊 Ob das am Champagner gestern Abend lag 🤔 Wie auch immer … bei perfektem Wetter starteten wir in das Pfingstwochenende. Einfach nur rumhängen, vielleicht etwas lesen, auf jeden Fall das süsse Nichtstun geniessen war angesagt. Das war zumindest die Vorstellung des Kapitäns 🙄
Dann folgte die harte Realität:
Knallharte, befehlsgewohnte Offiziere, wie zB. unsere Erste Offizierin, sagen da natürlich: Mannschaft daher, macht Klarschiff, schruppen ist angesagt!
Der Kapitän sagt: die Horizon müsste bewegt werden, das sind Standschäden! In Fahrt würde sowas niemals passieren!
Irgendwie klappt das mit der Hierarchie auf diesem Boot aber noch ganz und gar nicht 😧 und so war der Kapitän, nachdem er in der Funktion des Lastesels weitere Vorräte vom Carrefour an Bord geschleppt hatte, schon bald als Leichtmatrose mit Schrupper, Schwamm und Wassereimer am Boot schruppen …
Aber schaut mal wie sauber die Horizon nun ist, sie glänzt und blitzt, eine wahre Freude 😎
Allerdings nur auf der Backbord-Seite 😒 für die Steuerbord-Seite müssten wir den Kahn wenden … mangels Steuerung im Moment eher schwierig 😉
Auch die erste Offizierin erbarmte sich ihrer Mannschaft und nahm sich mit Besen und Staubsauger bewaffnet die inneren Räumlichkeiten vor 😊 Sie setzt modernste Management-Methoden ein: Führen durch Vorbild 😂
Ansonsten 🤔 Es gibt nicht viel zu berichten. 2 oder 3 Péniches, wahrscheinlich geniessen die meisten wenn möglich auch das Pfingstwochenende. Ein Hotelschiff ist noch neu eingetroffen, auch von der Gesellschaft „European Waterways„, wie das Schiff vom 24.05.
Nach diesem, doch sehr strengen Tag (😓) fehlte uns die Kraft für einen Besuch der Cosy-Bar. Aber morgen dann sicher 😉
Wir genossen einen wunderbaren gemischten Salat mit einem schönen Charcuterie-Plättchen und liessen den schönen und warmen Abend auf Achtern bei einem Glas Rosé ausklingen.
Oder waren es zw … 🤔
Tag 28, 26.05.:
0 Std. Navigation (dazu gibt es von mir nun keine Kommentare mehr 😞)
Trotz der Hiobs-Botschaft von gestern Abend bezüglich der Lieferung bzw. Nicht-Lieferung des für die Reparatur benötigten Simmerrings, haben wir gut geschlafen und sind heute recht früh und purlimunter aufgestanden. Die Zukunftsaussichten sind ja nicht wirklich schlecht, die Horizon liegt in einer „grossen“ Stadt, um Nachschub von Kaffee, Bier, Wein und allenfalls Esswaren müssen wir uns keine Sorgen machen 😁

Roxana, die Hafenmeisterin, hat uns heute zugesichert, dass sie einen Hafenplatz für die Horizon bis anfangs Juli habe reservieren können. Somit steht Plan C nun fest (was auch immer fest bedeutet 😂): sobald die Reparatur über die Bühne ist und der Hafenplatz frei ist, werden wir die Horizon umparkieren und dann nach Hause fahren. Ende Juni/anfangs Juli setzen wir dann die Fahrt über den Canal de la Marne au Rhin und den Canal des Vosges fort und bringen die Horizon nach Corre zurück. Soweit so gut 😊
Ansonsten gibt es heute auch nicht viel zu berichten … der Lastesel wurde alleine, inzwischen kennt er den Weg ja, in den Carrefour geschickt um noch mehr Getränke zum Boot zu schleppen. Es war auch noch Boat-Office angesagt, heute aber nicht nur Franziska, der Bootsjunge hatte auch noch einen Einsatz. Leider, leider hatte er dadurch keine Zeit mehr weiter die Horizon zu schruppen … 😉
Natürlich haben wir auch noch einige vorbeifahrende Péniches bestaunt, die Fotos dazu erspare ich euch heute 😂
Das Wochenende haben wir dann in der Cosy Bar, wunderschön direkt neben dem Hafen gelegen, eingeläutet. Natürlich trinkt man hier in Chalôn-en-Champagne hauptsächlich … Na was wohl 😉
Wir kommen wieder 😁
Zurück auf der Horizon gab es noch einen leichten, vorzüglichen Sommer-Znacht: Insalata di noci alla Francesca mit Poitrine de Poulet à la [ʀoˈlɑ̃] 😁
Und zum Dessert: Tarte au citron und Mille-feuille … das Leben in Frankreich kann so schön sein 😎
Tag 27, 25.05.:
0 Std. Navigation (und das bleibt noch eine Weile so 😭)
Die Erwartung von zwei wichtigen Ereignissen des heutigen Tages trieben uns heute aus der Kapitänskajüte 🥱 Einerseits warteten wir gespannt auf den Bericht von Momo ob der Simmerring für die Steuerung heute eingetroffen ist 🙄 Anderseits hat sich, wie gestern erwähnt, die NDLII für heute angekündigt 😊
Bereits um halb Zehn (ja, da waren wir tatsächlich schon auf 🥱) sahen wir den Bug der NDLII hinter der Insel, welche den Hafen und den Kanal trennt, auftauchen 😃 Sofort den Fotoapparat gepackt und ab aufs Achterdeck.
Gleich nach der Passage des Hafens ist eine Schleuse, die Konzentration des Kapitäns liegt da natürlich bereits voll auf der Einfahrt in die Schleuse, es bleiben ihm nur einige Zentimeter freien Platz …
Für einen Profi wie Jean-Marc natürlich kein Problem, für uns sieht das aber schon spektakulär aus 😲 Er uns seine Frau Muriel nahmen sich während dem Manöver sogar noch die Zeit aus dem Führerhaus zu kommen um uns zuzuwinken 😊
Am Nachmittag sah ich auf MarineTraffic, dass die Péniche „Liane“ talwärts in Anfahrt auf Châlon ist. Leider sind viele Frachtschiffe hier in den Kanälen ohne AIS unterwegs oder senden nur unregelmässig Signale. So weiss man nie so genau was wo unterwegs ist. Ich nützte diese Gelegenheit, ging zur Schleuse und wartete … 🥱 Ich bin auch ein Schiffs-Spotter 😂
Sorry, etwas viele Schiffsbildchen heute … aber wir sind halt auf dem Wasser zu Hause 😁
Sonst gibt es über diesen Tag nicht wirklich viel zu berichten … Ihr wisst schon , Franziska in Boat- …. etc. etc.
Am Abend jedoch dann die Nachricht von Momo: der Simmerring ist noch nicht eingetroffen 😪 Somit ist nun klar: es tritt Plan C in Kraft. Das heisst, wir bleiben hier in Châlon (hab ich schon erwähnt, dass das eine schöne Stadt ist 🤔) bis die Horizon repariert ist (sollte nächsten Mittwoch oder Donnerstag der Fall sein), lassen die Horizon hier in Châlon und fahren zurück nach Hause. Irgendwann im Juli, so bald als möglich, kommen wir zurück und bringen die Horizon in zwei oder drei Wochen zurück in ihren Heimathafen in Corre. Jetzt wissen wir wenigstens was Sache ist und können entsprechend planen.
Wie in der Einleitung geschrieben: „Man weiss wohl wann und wo man losfährt, aber man weiss nie so genau wann und wo man ankommt“
Trotzdem liessen wir es uns bei einem wunderbares Nachtessen auf der Terrasse wohl sein und genossen den schönen und warmen Abend bei einem (🤔) Glas Wein.
PS: für die Radler unter euch gibt es heute wie angekündigt einen separaten Blog-Eintrag. Hier in Kurzform: das Burgund ist eine geniale Region für Radfahrer (übrigens auch für Wohnmobilisten 😉), die meisten Flüsse und Kanäle sind von perfekten (naja, französisch perfekten 😂) Radwegen begleitet. Aber wie gesagt, mehr dazu im separaten Blog-Eintrag.
Tag 26, 24.05.:
0 Std. Navigation (leider noch keine Änderung in Sicht 😔)
Immer noch in Châlons 🙄 sind wir heute bei zwar noch etwas kühlem aber schon knallblauem Himmel aufgestanden 🌞
Eines vorneweg: der Simmerring ist heute noch nicht eingetroffen, somit kann die Reparatur auch noch nicht abgeschlossen werden. Wir wären sowas von vorbereitet …
Am Abend schaute Momo noch kurz vorbei, er wurde noch zu einem anderen Notfall hier im Hafen gerufen, und teilte uns mit, dass es, wenn der Simmerring morgen nicht eintreffen würde, knapp werden würde mit der Reparatur in dieser Woche. Über das nächste Wochenende könne er leider nicht arbeiten, da seine Tochter für einige Zeit nach London ziehen würde.
Tja, das würde dann wohl Plan C bedeuten 🤨 Plan C wäre die Horizon nicht bis nach Toul zu fahren (Plan B) sondern sie hier im Hafen von Châlons-en-Champagne liegen zu lassen und sie dann so bald als möglich im Juli heim nach Corre zu fahren. So schlimm auch nicht, gefällt es uns hier in Châlons doch ausgezeichnet, Franziska macht etwas mehr als geplant Boat-Office und ich habe sowieso genug Arbeit auf der Horizon.
Was haben wir heute gemacht? Schiffe geschaut 😁 Eine der Péniches die heute talwärts vorbeigefahren ist kannten wir schon. Es war die Thiros, welche wir letzten Samstag gekreuzt hatten 😃 Ihr erinnert euch?

Von vorne sieht so eine beladene Péniche recht harmlos aus, aus etwas Distanz kaum von einer Motoryacht zu unterscheiden. Sie ist mit 5.05 m auch nicht viel breiter als andere Boote und voll beladen auch nicht höher (über Wasser). Von der Seite sieht dass dann doch etwas anders aus. Mit den 39m Länge und der bei voller Beladung 390t Verdrängung schon ziemlich eindrücklich. Auf den teilweise doch recht schmalen Kanälen …
Heute haben wir noch erfahren, dass die NDLII, die braune Péniche welche ich gestern schon erwähnt und vorgestern fotografiert hatte, uns morgen wahrscheinlich wieder passieren wird. Sie konnten ihre Fracht, Bandstahl, gestern schon löschen und ihr Schiff gleich wieder beladen.
Zwischendurch war die Mannschaft der Horizon noch einkaufen. Zum Glück hatte sie den bootseigenen Lastesel dabei 😂
Ansonsten Franziska wie gehabt im Boat-Office, der Bootsjunge am Schiff schruppen 🥵
Den Tag abgeschlossen haben wir mit Teigwaren an einer ausgezeichneten Sauce Bolognaise alla Francesca 😋 und einem (😉) Glas guten Wein.
PS: Morgen gibt es Informationen für die Radfahrer unter euch, mit irgendwas muss ich ja schliesslich den Blog hier füllen 😁
Tag 25, 23.05.:
0 Std. Navigation 😭 / kein Stadtrundgang 😜
Heute wird es echt schwierig hier einen Eintrag zu verfassen 🙄 Aber ich versuchs 😎
Eeetwas länger ausgeschlafen heute, aber gut erholt von dem langen Stadtrundgang gestern, stellten wir uns den Herausforderungen des heutigen Tages.
Franziska, ihr ahnt es schon 😉, kümmerte sich im Boat-Office um ihre Kunden.
Der Kapitän machte sich noch einen Kaffee, und … machte sich noch einen Kaffee und plante seine Arbeiten für den weiteren Umbau der neuen Schiffsküche. Wir wurden aber ständig unterbrochen durch die vorbeifahrenden Lastkähnen.



Das ist sicher nicht für Alle so interessant wie für uns. Wir freuen uns ab jedem einzelnen Frachtschiff das uns begegnet. Einerseits sind diese Péniches der Grund dafür warum all die Kanäle und all die schiffbaren Binnenwasserstrassen überhaupt existieren und uns ermöglichen unsere Passion zu leben. Anderseits fasziniert uns die Art des Lebens der Bateliers. Die Freiheit, die Selbständigkeit, die Verantwortung, das sicher nicht einfache aber doch sehr selbst bestimmte Leben das sie führen. Ständig auf Draht, aber in einer wunderbaren Umgebung mit viel Musse um über dies und das und überhaupt nachzudenken 🤔
Übrigens, eine der Pèniches die ich gestern gesehen und fotografiert habe war die NDLII (erstes Foto, die Braune). Franziska ist via einer Facebook-Gruppe seit längerem mit dem Kapitän der NDLII (Administrator jener Gruppe) in Kontakt. Die NDLII fährt aus kommerziellen Gründen mehrheitlich nördlich dieser Region, bis Antwerpen. Der Kapitän betont aber immer wieder, dass ihm diese Gegend eigentlich viel besser gefallen würde. Schön hatte er offensichtlich wieder einmal einen Auftrag den ihn hierher führte 😊 Und er hatte Freude am Foto seiner Péniche 🙂
Der Kapitän hat aber nicht nur den Frauen, falsch, den Schiffen nachgeschaut. Zb. hat die Horizon nun auch einen perfekt eingerichteten Putzschrank. Noch etwas Farbe …



So verging der Tag, Franziska machte im Boat-Office weiter Kunden glücklich, der Schiffsmechaniker installierte noch Stromleitungen für die Unterschrankbeleuchtungen in der Küche und fräste Tablare für die Regale in der neuen Koje bzw. Vorratsraum.
Es gäbe definitiv schlechtere Orte um wegen einer Panne festzusitzen. Es gefällt uns hier sehr. Nette Leute, schöne Umgebung, alles was man zum Leben braucht.
Alles 🤔 Nein, nicht ganz 😧 Hier kennen sie das Fondue Troubadix aus der Chäsi Pfyn nicht. Aber zum Glück haben wir davon von zu Hause mitgenommen und im neuen (😎) Tiefkühlfach eingelagert. Für uns das beste Fondue der Welt. Prost 🥂

Tag 24, 22.05.:
0 Std. Navigation / 6 km Stadtrundgang 😉
Gut ausgeschlafen sind wir heute in unseren ersten Tag als Städte-Touristen gestartet. Vor dem Vergnügen waren jedoch noch einige Arbeiten angesagt. Franziska nützte die Gelegenheit noch einige Arbeiten im Boat-Office zu erledigen und das Deck von den Kastanien-Blüten zu befreien. Nicht dass man am Abend noch etwas davon gesehen hätte … 😂
Der technische Handlanger musste, im Auftrag von Momo, noch das Öl-Reservoir der hydraulischen Steuerung finden. Bereits gestern haben wir zu Zweit die Horizon vom Bug bis zum Heck abgesucht, aber das Ding einfach nicht finden können. Die Hydraulikleitungen verlaufen teilweise hinter Möbeln und Wänden, das Reservoir könnte überall sein …
Nachdem ich im Internet eine schematische Zeichnung eines solchen Reservoirs gefunden hatte, erinnerte ich mich ein solches Ding irgendwann irgendwo mal gesehen zu haben. Aber wo 🤔
Dann der Geistesblitz, die Erlösung 😃
Schraubenzieher gepackt, ab in unser Badezimmer, eine Verkleidung abgeschraubt und siehe da, da war das Reservoir 😎
Aber wie funktioniert das nun 🤔
Aber nach einiger Internet-Recherchen fand ich, obwohl das Gerät schon 30-jährig ist, eine brauchbare Bedienungsanleitung. Momo hat heute gleich am Vormittag noch einen neuen, passenden Simmerring bestellt, der Rest der Hydraulikpumpe wurde als gut befunden. Sobald der Simmerring eingetroffen ist, sollte einer erfolgreichen Reparatur nichts mehr im Wege stehen.
Auch heute war hier im Hafen und in der Schleuse richtig Betrieb. Schön zu sehen, dass doch noch einige Péniches mit Fracht unterwegs sind und dieses Gewerbe noch nicht ausgestorben ist.
Am Nachmittag hat dann auch noch ein Hotelschiff direkt vor uns angelegt, die „Nenuphar“. Dieses Schiff hat auch die vollen Freycinet-Masse von 39 m Länge auf 5.1 m Breite. Ein sehr schönes Schiff, sehr gediegen. Sechs Doppelkabinen für die Gäste und 6 Mann/Frau Besatzung. Eine Woche auf diesem Schiff soll pro Person knapp CHF 8’000.00 kosten. Wohlverstanden ab CHF 8’000.00. Oder man kann, z,B. für ein gemütliches Familienfest, das ganze Schiff für lumpige CHF 100’000.00/Woche mieten.

Und dann ging es, ausgerüstet mit der Karte der Sehenswürdigkeiten, dem Fotoapparat und viel Elan, auf zur Stadtbesichtigung von Châlons-en-Champagne. Und ja, es ist eine sehr schöne Stadt mit wunderschönen Gebäuden, viel Grün und Wasser. Einige Eindrücke:

Die Kathedrale Saint-Étienne wurde gegen Ende des 1300 Jahrhunderts im gotischen Stil erbaut. Sehr eindrückliches Bauwerk!
Einige Eindrücke aus den Strassen und Gassen von Châlon:
Hier einige Regierungsgebäude. Es hat viele davon, Châlon ist auch die Hauptstadt des Départements Marne:
Nicht mehr lange, bald ist fertig mit Fotos 😂
Puh, irgendwann war dann auch einmal gut mit herumlaufen und Sehenswürdigkeiten und schöne Häuser bestaunen 😓 Aber, Châlon ist wirklich eine schöne Stadt und wieder einmal so Städte-Tourismus hat Spass gemacht.
Zurück auf der Horizon war dann Füsse hochlegen angesagt und nach einem Schluck Bier musste der Küchenjunge noch das Nachtessen zubereiten.

Tag 23, 21.05.:
0 Std. Navigation 😥
Am Sonntag erlauben wir uns ausnahmsweise keinen Wecker zu stellen 😁 Trotzdem sind wir heute nicht allzu spät aufgestanden, hat sich doch gestern noch der Mechaniker für heute Vormittag angekündigt.
Mechaniker? Seit einigen Tagen wurde der Hydraulikölverlust an der Nabe des Steuerrades im Aussensteuerstand immer schlimmer. Zuerst nur ein paar Tropfen am Tag gab es dann gestern schon einen kleinen See 😯
Auch merkte man beim Steuern, dass der Druck in der Hydraulik gesunken war, es war nicht mehr so viel Widerstand spürbar.
Einfach gesagt, es war Zeit zum Handel. Die Hafenmeisterin versuchte erfolglos einen hier im Hafen bekannten Mechaniker zu erreichen. Ich versuchte erfolglos Chrigel zu erreichen und Franziska ebenso eine Werkstätte in Vitry, 30 Autominuten entfernt. Als wir uns schon darauf eingestellt hatten, dass es Montag werden würde, kam die Hafenmeisterin, sie heisst übrigens Roxana, mit der guten Nachricht, dass sie den Mechaniker nun erreicht habe. Nicht nur das, sondern er würde auch am Sonntagvormittag vorbeischauen 😃

Sofort ging es in die Innereien. Unter dem Bett in der Kapitänskajüte findet sich die Ruderwelle mit dem Hydraulikzylinder.
Das Steuerrad muss auch weg, dahinter befindet sich die Hydraulikpumpe.
Momo, so nennt sich unser Mechaniker, besitzt eine Boots-Werkstatt in Vitry. Nicht nur, dass wir da im Hafen vom Freitag auf den Samstag übernachtet hatten, nein, wir haben ihn da sogar angetroffen. Er hatte da eine Arbeit zu erledigen. Wir wussten natürlich noch nicht wer er ist und dass er bereits am Sonntag auf der Horizon sein wird, die Welt ist klein 😉
Nun er scheint sehr kompetent zu sein. Er nahm die Hydraulikpumpe mit in seine Werkstatt und hat sie da auseinandergebaut. Er hat uns auch noch zweimal telefoniert um uns auf dem Laufenden zu halten. Momentaner Stand: die Pumpe kann aufgrund zu starker Verschleisserscheinungen an der Welle nicht repariert werden, er muss eine neue bestellen. Mehr dazu werden wir morgen erfahren 🙄
So hatten wir heute einen gemütliche Sonntag 😊
Es gab viel zu schauen auf dem Wasser. Soviel Bewegung wie heute haben wir die letzten Tage nie gesehen 😄 Hier zwei davon.
Da es hier in der Capitainerie auch eine Waschmaschine hat, nutzte die Mannschaft die Gelegenheit und legte einen Waschtag ein. So kreativ die Mannschaft der Horizon halt ist, so kreativ sind auch die Lösungen für das Wäschetrocknen 😂
Ansonsten genossen wir das schöne Wetter auf der Terrasse, ein schönes, sommerliches Abendessen und einen gemütlichen Abend.
Wie es mit unserer Reiseplanung weitergeht … ja das weiss im Moment noch niemand 🙄
Ist aber auch noch nicht so wichtig, wir liegen hier wunderbar in einer der schönsten Städte der Region (wie man sagt) und geniessen die nächsten Tage als Städte-Touristen, ist doch auch nicht so schlecht 😊
Tag 22, 20.05.:
5.5 Std. / 31 km / 9 Schleusen
Um 07:30 Uhr riss uns der Wecker aus dem Tiefschlaf 😫
Wecker? 07:30 Uhr?? Was soll denn das??? Wir haben doch Ferien????
Tja, wer das alles so sieht war wohl noch nie mit uns auf der Horizon unterwegs 🤣 Das ist kein Zuckerschlecken, das ist das harte Leben der Bateliers (französicher Begriff für die gewerbsmässigen Fluss- und Kanalschiffsleute). Heute möchten wir bis nach Châlons-en-Champagne, dem nördlichsten Punkt unserer Reise, fahren. Vor dem Ablegen gab es noch einiges zu erledigen, frisches Brot einkaufen, Jack Gassi führen und den Wassertank der Horizon auffüllen. Gestern hat, da der Hafen bereits voll war, noch ein Boot mit netter französischer Besatzung an unserem Boot angelegt (Päcklen nennen wir das). Da musste natürlich das Ablegen noch abgesprochen werden, sie übernahmen dann unseren Anlegeplatz. Zwischen all der Arbeit musste auch noch irgendwie der Koffeinspiegel auf den notwendigen Stand gebracht werden 😉
Um 09:45 Uhr (warum eigentlich so spät 🤔) waren wir dann unterwegs. Kurz nach dem Ablegen bogen wir in den Canal latéral à la Marne ein. Für uns neues Gefilde.
Die Landschaft wurde, gegenüber der Strecke gestern, wieder spannender. Hügelig, immer noch sehr viel Grün, aber unterbrochen durch Felswände, Ruinen alter Gemäuer und schönen Dörfchen. Der Kanal und die Schleusen perfekt und in gutem Zustand.
Schon eine Weile sahen wir ein Boot auf uns zukommen. Es sah lange aus wie eine Motoryacht im Stile der Horizon. Doch plötzlich realisierten wir, dass uns da eine 38 m lange, gut 5 m breite und über 300 Tonnen schwere Péniche entgegenkommt. Nun hiess es Konzentration, für uns war es das erste Mal, dass wir eine Péniche kreuzten.
Für den Kapitän der Horizon ein spannendes Erlebnis, Theorie versus Praxis. Die gut 300 t Wasser die so ein Schiff vor sich her schiebt und dass dann an den Seiten vorbeigedrückt wird erzeugen enorme Kräfte welche auf die Horizon mit ihren nur 20 t einwirken. Aber die Theorie hat sich in der Praxis bewährt, mit den richtigen Manövern zur richtigen Zeit sind wir, zwar etwas durchgeschüttelt, aber gut an dieser Péniche vorbeigekommen 😎
Die Mannschaften haben sich fröhlich zugewinkt und wir konnten noch sehen, dass die sehr schöne Péniche mit Kohle beladen war.
Hier einige Eindrücke der heutigen Fahrt:
Wir sind sehr gut vorwärtsgekommen, Mittagessen gab es während der Fahrt, und so sind wir bereits um 15:15 Uhr in Châlons-en-Champagne angekommen. Die lange Mole auf der linken Seite vor der Schleuse, welche auf der Flusskarte als Anlegeplatz markiert ist, sah nicht sehr einladend aus. Da wir nicht unbedingt im Yachthafen anlegen wollten, sind wir noch durch die Schleuse. Gleich nach der Schleuse sollte gemäss Karte noch ein gemütlicher Anlegeplatz sein. Der war jedoch noch viel weniger einladend 🙄 Also Schleuse wieder rauf und doch im Yachthafen angelegt. Hier haben wir nun ein schönes Plätzchen unter den Kastanienbäumen, wunderbar 😊
Nun spüren wir die letzten drei, doch etwas längeren, Fahrtage mit einigen Schleusen (das harte Leben eines Batéliers 😉) und freuen uns auf einen oder zwei ruhige Tage hier in Châlon.

Tag 21, 19.05.:
6.5 Std. / 30 km / 14 Schleusen
Heute, nach einem nochmals verhältnismässig langen Fahrtag, haben wir das nördliche Ende des Canal entre Champagne et Bourgogne erreicht 👍 Aber irgendwie auch schade, hat uns der CCB doch wirklich begeistert. Aber fangen wir doch am Morgen an 😊
Wir hatten für heute kein festes Ziel eingeplant, haben wir doch einige Meinungen über den Zustand, betreffend Unkraut im Wasser, des nördlichsten Abschnittes des CCB gelesen und gehört.
Mit der Sorge in jeder Schleuse den Wasserfilter leeren zu müssen, haben wir um 09:00 Uhr in Saint-Dizier abgelegt 😟. Aber es kam nicht so schlimm 😊 Die Fahrt verlief insgesamt sehr angenehm. Einzig zwischen der Schleuse 67 und 68 lagen auf den Seiten durchgehende „Algen“-Teppiche auf dem Wasser. Zum Glück war heute ziemlich was los auf dem Kanal, wir haben 7 andere Boote gekreuzt, so war für uns eine schöne Fahrspur freigeräumt und wir konnten ohne Probleme durchfahren 😃
Ansonsten gab es überhaupt keine Probleme. Zwei Mal den Wasserfilter kontrolliert, aber beide Male war er nicht mal zur Hälfte mit Kraut gefüllt 👍 Somit hatten wir im ganzen CCB sehr wenig Probleme mit dem Unkraut. An Alle die auch planen den CCB zu befahren: macht das im Frühling. Wir sind nicht sicher wie lange der gute Zustand noch anhält. Wenn es wärmer wird … 🙄
Hier war ab 1939 auch Antoine de Saint-Exupéry (Autor des „Der kleine Prinz„) stationiert. In der nächsten Stunde wurde für uns eine private Luftshow dargeboten. Schon sehr eindrücklich, auch die Mannschaft konnte sich nicht mehr wirklich auf die Arbeit konzentrieren 😉 Aber der Kapitän will da mal grosszügig sein 😁
Nachdem man den CCB von der Saône bis hierher gefahren ist, kann die letzte Strecke nicht mehr wirklich begeistern. Auf dem Bild seht ihr eine 3.5 km lange Strecke zwischen zwei Schleusen, wie mit dem Lineal gezogen. Aber ok, auch dieser letzte Teil gehört dazu.
Der einzige wirklich unangenehme Teil des CCBs ist der Abschnitt zwischen den Schleusen 63 und 64 (sichtbar bis zur Schleuse 65) bei Perthes. Da haben sich Fahrende niedergelassen und diese werden, zumindest hier, ihrem schlechten Ruf mehr als gerecht. Dieser Kanalabschnitt gleicht einer Müllhalde, einfach widerlich 🤮 Sorry, aber das musste ich loswerden 😠
Und dann wars geschafft! Um 16:00 Uhr hatten wir die letzte Schleuse des CCB passiert und das Marne-Seitige Ende des CCB erreicht. 228 km, 114 Schleusen, 2 Tunnels und etwa 390 Höhenmeter. Und … absolut zu empfehlen. Es ist wirklich ein wunderschöner Kanal in einer wunderschönen Umgebung 😊
Kurz darauf haben wir im Yachthafen von Vitry-le-François angelegt.
Vitry ist ein Verkehrsknotenpunkt für die Frachtschifffahrt. Hier treffen die Kanäle Canal entre Champagne et Bourgogne, Canal latéral à la Marne und der Canal de la Marne au Rhin aufeinander. Diese Kanäle verbinden Strassburg (und damit den Rhein), Paris (und damit die Verbindung zum Ärmelkanal) und Lyon (über die Saône in die Rhone und damit die Verbindung zum Mittelmeer) miteinander. Allerdings sind diese drei Kanäle vor hundert bis 180 Jahren noch in den Freycinet-Massen gebaut worden, d.h. ca. 39 m lang und ca. 5.1 m breit. Damit können diese Kanäle nur von kleinen Lastkähnen, für heutige Verhältnisse, mit einem Ladevolumen von 250 – 300 t befahren werden. Einige dieser Péniches genannten Lastkähne liegen in der Durchfahrt von Vitry.






An unserem Liegeplatz haben wir einen gemütlichen Abend mit einem (heute war das wichtig 😂) stärkenden Nachtessen und zwei (🤣) Gläser Wein genossen. Doch ziemlich müde war dann zeitig der Rückzug in die Kajüte angesagt 😴
Ein Letztes noch: aus dem Salon haben wir diese Aussicht 🥴 Da ist wohl mit dem Anlegemanöver etwas schiefgelaufen 😂
Und nein, unser Kapitän hat dieses Boot bei seinem Anlegemanöver nicht touchiert 😉 Das war schon bei unserer Ankunft so, ganz sicher 😇
Tag 20. 18.05.:
6.5 Std. / 32 km / 12 Schleusen / 6 Hebebrücken
Bei Sonnenschein und für die Tageszeit schon angenehmer Temperatur haben wir um 09:15 Uhr Joinville verlassen. Gemütliche Fahrt durch die schöne Landschaft.
Heute war der Tag der Hebebrücken:
Wir haben in einem früheren Eintrag schon über die etwas zu gut gefüllten Schleusen im CCB berichtet. Das hat sich bisher nicht geändert. Die meisten Schleusen sind seeehr gut gefüllt und einige noch besser 🙄 Da bleibt teilweise kaum ein Rand mehr für die Fender übrig. Wenn dann beim Einfahren in die Schleuse im falschen Moment noch eine Windbö das Boot etwas versetzt 🙈
Da sind unsere kleinen weissen, mit Wasser gefüllten, Fender Gold wert. Die blieben bisher immer schön da wo Fender eigentlich hingehören, zwischen Rumpf und Mauer 😊
Für CCB-Fahrer sehr empfehlenswert 👍
Einige Eindrücke der heutigen Fahrt durch die Haute-Marne:
Schöne Geste: in einer Schleuse mit einem sehr schön gepflegten und dekorierten Garten eines Schleusenwärterhäuschen kam der Besitzer, schnitt zwei Zweige eines seiner Schneeball-Sträucher ab und überreichte ihn Franziska. So härzig 😊
Allgemein sind die Leute hier sehr freundlich und offen. Auch in den Geschäften und auf den Strassen.
Auch wenn wir mit der Horizon vorbeifahren wird meist gewunken und Bonjour gerufen. Sogar die Fischer 😯, da könnten sich die Fischer in der Saône-Region eine Scheibe abschneiden 😉
Da wir um die Mittagszeit keinen passenden Anleger passierten, haben wir bei gemütlicher Fahrt auf dem Achterdeck einen guten Reissalat mit frischem Brot vom Bäcker in Joinville genossen 😋 (Der Kapitän, besorgt um das wohl seiner Mannschaft, war schon in der Früh beim Bäcker 😁)
Die Fahrt verlief sehr ruhig, kaum Kraut im Wasser, keine anderen Boote, einfach nur gemütlich. Nur bei einer Schleuse öffnete eines der Tore nicht ganz vollständig. Wir konnten zwar einfahren, aber die Schleuse zeigte dann „Doppel-Rot“ (Störung). Doch schon kurze Zeit nach einem Anruf unserer Kommunikationsoffizierin (Facebook-Tussi 😎) an die VNF-Zentrale, erschien ein VNF-Mitarbeiter und sorgte dafür, dass wir bald darauf schleusen konnten. Der Service der VNF funktionierte bei uns bis jetzt tiptop 👍
Um 15:45 Uhr fuhren wir bereits in Saint-Dizier ein und legten an der langen Mole im Zentrum der Stadt an. Sehr schön gemacht und gepflegt. Es gibt auch Strom und Wasser, die Jetons für die Automaten erhält man im gegenüberliegenden Hallenbad an der Kasse.

Bei einem super Spargel-Risotto mit Nüssli-Salat und einem (😂) Glas Wein liessen wir den doch etwas anstrengenden Tag ausklingen. Schön wars, einmal mehr 😊
Morgen gehts dann weiter in Richtung Châlons-en-Champagne, mal schauen wie weit 😉
Tag 19, 17.05.:
0 Std. Navigation (Morgen steht hier dann wieder mehr 👍👌😎😁)
Sorry, aber Heute gibt es eigentlich wirklich nicht viel zu erzählen 🙄
Wir liegen immer noch, wie geplant, hier in Joinville an der schönen Mole.

Das Wetter war heute nicht so schlecht wie angekündigt, aber aufgrund des immer noch sehr starken und böigen Windes nicht wirklich angenehm. Nun sieht der Wetterbericht, zumindest für die nächsten 3, 4 Tage sehr gut aus 😎 Das heisst, es geht weiter in Richtung Vitry-le-François 👍

Bei Vitry-le-François endet der Canal entre Champagne et Bourgogne der uns seeehr gut gefallen hat (Dazu später noch einen Ausschnitt aus einem Interview, das der Kapitän diese Woche gegeben hat 😉). Wir haben uns entschlossen zuerst mal etwas weiter nach Norden zu fahren. Das heisst es geht dann ab Vitry über den Canal latéral à la Marne bis nach Châlons-en-Champagne. Wie uns vielfach gesagt wurde eine sehr schöne Stadt. Von da aus wird es dann zurück gehen nach Vitry und dann wie ursprünglich geplant über den Canal de la Marne au Rhin in Richtung Nancy. Da gibt es unterwegs noch einige Möglichkeiten in weitere Kanäle „hineinzuschauen“ und so diese Region etwas genauer auszukundschaften.
Genaueres wissen wir noch nicht, aber wahrscheinlich werden wir am Ende dieser Tour die Horizon in Toul stehen lassen. Das würde natürlich bedeuten, dass wir, sobald der Canal des Vosges ende Juni geöffnet wird, möglichst bald wieder nach Toul fahren müssten um die Horizon zurück in ihren Heimathafen bringen zu können 😁 So schlecht passt uns diese Vorstellung gar nicht 😂
Vom heutigen Tag gibt es sonst nicht viel zu berichten. Franziska hat den ganzen Tag konzentriert (🤓) im Boat-Office verbracht und ihre Kunden glücklich gemacht.
Roli hat endlich einmal (Aussage Fanziska 😂) begonnen die Silikon-Fugen in der Küche zu ziehen. Zumindest die Arbeitsplatte und einige wichtige Fugen darum herum sind nun gemacht und Franziska darf nun wieder ungehemmt „götschen“ 😆 Sieht doch gar nicht so schlecht aus 😊
Gegen Abend war noch ein Spaziergang in den Super-U angesagt, Vorräte bunkern war die Devise. Nun sind wir wieder für einige Tage bestens versorgt. Später ein schönes Nachtessen mit … naja, ihr wisst schon 😉
Und hier noch wie versprochen einen kurzen Ausschnitt aus dem Interview mit dem Kapitän der Horizon.
Frage: Kapitän, wie hat ihnen die Fahrt durch den CCB gefallen?
Antwort: Hier klicken
Tag 18, 16.05.:
0 Std. Navigation
Franziska, die Arme, startete heute bereits um 08:00 Uhr mit einer Video-Konferenz in den Tag. Der Kapitän brauchte noch etwas länger Ruhe 😴 … und dann einen Kaffee 😁
Um 10:00 Uhr, Franziska hatte um diese Zeit dummerweise ihre zweite Videokonferenz 😂, gab es noch Kaffee auf der Vrijheid und nochmal etwas Geplauder. Danach war es für Nadine & Chrigel leider Zeit abzulegen und ihren Weg zu ihrem Heimathafen fortzusetzen. Schön haben wir die Beiden so ungeplant unterwegs getroffen, die Welt ist klein … 😉
Dieses Video ist nicht nur sehenswert, sondern vor Allem auch hörenswert 😁 Ein 80-jähriger Baudouin-Motor tut hier seinen Dienst. Ein Klassiker!
Wir haben uns entschlossen heute und morgen noch in Jeunville zu bleiben, das Wetter ist etwas unsicher, Franziska hat noch einige Arbeit für ihr Geschäft zu erledigen und Roli geht die Arbeit auf dem Boot sowieso nie aus 😆
So verging der Nachmittag, Franziska am Bildschirm, Roli am Boot waschen (ja, er ist zwischendurch auch Matrose 😎), einkaufen und am Boot „chlütere“, wie im Flug.
Am Abend liess der Wind zum Glück etwas nach, tagsüber war es teilweise richtig stürmisch, und mit der Sonne wurde es noch ein schöner und angenehmer Abend. Zum Abendessen gab es die inzwischen bekannten grillierten Pouletbrüstchen à la Roland (die Aussprache ist wirklich wichtig, sonst schmeckt es nur halb so gut: [ʀoˈlɑ̃] 😉) mit Teigware und den Resten der Sauce des Ossobuco von gestern. Dazu gab es natürlich noch ein od… Glas Wein.
Tag 17, 15.05.:
2 Std. Navigation / 11 km / 4 Schleusen / 1 Hebebrücke
(Gestern Nachmittag hatten wir Besuch von lieben Freunden, deshalb kommt dieser Eintrag etwas verspätet, aber doch noch 😉 Mehr dazu später 😊)
Wunderbar ausgeschlafen, genügend Kaffee intus, legten wir um 09:30 Uhr in Rouvroy-sur-Marne ab. Es hatten mit uns noch zwei weitere Boote diesen wirklich angenehmen Platz zum Übernachten ausgewählt. Unser heutiges Ziel war Joinville, nur knapp 2 Fahrstunden entfernt.
Seit einigen Tagen waren wir bereits in Kontakt mit Nadine & Chrigel, liebe Freunde welche wir auf unserer Reise mit der Cornelia- Helena kennen und schätzen gelernt haben. Sie hatten ihr Schiff, die Vrijheid, letzten Winter in Holland überwintert und sind nun auf dem Weg in Richtung Saint-Jean-de-Losne, wo sie in der alten Schleuse ihren Heimathafen haben. Mit ihnen haben wir an der Mole von Joinville abgemacht.
Es war eine sehr schöne, gemütliche und entspannte Fahrt nach Joinville, also zumindest für den Kapitän … 🤣
Die Mannschaft ging derweilen ihren täglichen Verpflichtungen nach 😂

Bereits um halb zwölf haben wir in Joinville festgemacht. Ein sehr schöner Platz, auch hier kombiniert mit Picknick-Platz und Wohnmobil-Stellplatz. Schon um halb zwei traf auch die Vrijheid ein und legte direkt hinter uns an.
Dann war natürlich Kaffee und Gebäck und vieeeel Geplauder angesagt. Da wir die Beiden zum Nachtessen eingeladen haben, mussten wir dann noch einkaufen gehen. Nicht weit von hier etwas ausserhalb des Zentrums, knapp 10 Minuten zu Fuss, gibt es einen Lidl (etwas näher) und ein Einkaufszentrum mit einem grossen Super-U (wie Migros), einer Bäckerei und einem Brico (wie Jumbo). Auch im Dorf gibt eine eine Bäckerei und eine Metzgerei.
Zurück auf der Horizon wurde Gemüse geschnetzelt was das Zeug hielt, Fleisch angebraten Apérogebäck (Schinkenschnecken) vorbereitet und in den Ofen geschoben … und schon war es 17:45 Uhr und unsere Gäste trafen ein.

Zum Glück hatten wir zum Nachtessen Ossobuco gewählt, alles andere wäre uns auf dem Herd verkocht oder im Ofen verbrannt, so schnell ging die Zeit beim Apéro vorbei. Es war bereits acht Uhr Abends bis wir in den Salon wechselten und ein wunderbares, gut gegartes (😂) Ossobucu mit einem oder zwei oder … (ihr wisst schon 😁) Gläser guten Wein genossen haben. Wir hatten uns viel zu erzählen (und nein, es wurde kein Seemansgarn gesponnen, sicher nicht 😉), es war einmal mehr ein spannender und gemütlicher Abend mit den Beiden 😊 Und so ging um … keine Ahnung mehr wann 🙄 … ein weiterer schöner Tag zu Ende 🤪
Tag 16, 14.05.:
4.5 Std. Navigation / 21 km / 8 Schleusen / 2 Hebebrücken
Um 07:00 Uhr hat der Wecker geläutet 🥱 Wecker in den Ferien, was soll den das 😖
Ach ja, wir hatten ja mit der netten Dame der VNF vereinbart, dass sie heute um 09:30 Uhr die Hebebrücke für uns und ein anderes Boot öffnen würde. Aber 07:00 Uhr? So konnten wir noch ein wenig liegenbleiben, gemütlich aufstehen, Kaffee trinken (Roli viel Kaffee …), Jack konnte Franziska spazieren führen, wir hatten Zeit das Boot vorzubereiten (z.B. Bimini runter, es kamen später noch tiefe Brücken) und noch gemütlich einen Kaffee zu trinken.
Punkt 09:30 Uhr winkte uns die Dame der VNF bereits von der Brücke aus zu. Der Motor der Horizon lief bereits, also Leinen los. Kaum hatten wir abgelegt öffnete sich die Brücke bereits.
Bereit zur Durchfahrt 😀

Es gibt natürlich viel grössere Hebebrücken (wie z.B. die Tower Bridge, aber diese müssten sie für uns wahrscheinlich nicht öffnen 😉), aber es ist so schon eindrücklich, und es macht einfach Spass wenn die Strasse wegen uns gesperrt werden muss 😁. Die Autofahrer scheinen jedoch jeweils auch Spass zu haben wenn ein Boot ihren Weg kreuzt. Meist winken sie ganz freundlich zurück und warten geduldig bis die Brücke sich wieder schliesst 😊
Wir fuhren ohne Probleme, seit einigen Tagen hat es nicht mehr viel Grünzeugs im Kanal, bis nach Villiers-sur-Marne. Da hat es einen wunderschönen Anleger an dem wir unsere Mittagspause genossen haben. Es wäre auch sehr schön gewesen den Nachmittag da zu verbringen und auch da zu übernachten, aber es war doch noch etwas früh für Feierabend.
Kurz vor Villiers-sur-Marne hatte es an der Schleuse 38 ein sehr schön dekoriertes Schleusenwärterhäuschen, aber seht einfach selbst 😄

Unser heutiges Ziel, Rouvroy-sur-Marne war nicht mehr weit. Bisher hatten wir sehr schönes Wetter, etwas windig, aber ok. Nun zogen aber Wolken auf und verhiessen nichts Gutes.
Um 14:30 Uhr legten wir bereits am Steg von Rouvroy-sur-Marne an. Schönes Plätzchen mit gratis Strom und Wasser, Platz für drei Boote. Kaum hatten wir die Leinen belegt kam auch schon der erste Regen. Danach klarte es wieder auf und wir genossen einmal mehr einen schönen und gemütlichen Abend 😊
Nachtrag bezüglich unserer weiteren Route: vor drei Tagen haben wir erfahren, dass der Canal des Vosges bis mindestens am 30. Juni geschlossen bleibt 🙄 Tja, das wars dann mit der Planung. Somit ist uns der geplante Rückweg nach Corre verschlossen. Das heisst, falls wir nicht umdrehen und den gleichen Weg wieder zurück nach Corre fahren wollen, und das wollen wir ganz sicher nicht 😠, werden wir die Horizon irgendwo stehen lassen müssen.
Wir müssen uns nun überlegen, welche Route wir in den nächsten Ferien (und diese kommen schon bald 😁) machen möchten. Im Moment überlegen wir uns folgende Varianten.
- Wir fahren weiter nach Norden über den Canal Latéral à la Marne bis nach Châlons-en-Champagne (soll sehr schön sein da), dann zurück bis Vitry-le-François wo wir dann, wie ursprünglich auch geplant, in den Canal de la Marne au Rhin einbiegen würden. Diesen würden wir bis nach Toul und Nancy befahren, diese Gegend aber ausgiebiger auskundschaften als ursprünglich angedacht. Die Horizon würden wir dann da in einem Hafen stehen lassen um anfangs Juli dann mit ihr über den Canal des Vosges zurück nach Corre zu fahren.
- Wir fahren wie geplant nach Vitry-le-François wo wir dann, wie ursprünglich auch geplant, in den Canal de la Marne au Rhin einbiegen würden. Diesen würden wir dann allerdings nicht nur bis in die Region Nancy befahren, sondern gleich weiter über den Ost-Abschnitt in Richtung Strasbourg. Irgendwo auf dieser Strecke würden wir die Horizon in einem Hafen stehen lassen um anfangs Juli dann mit ihr über Strasbourg und den Canal du Rhône au Rhin zurück auf die Saône fahren, von wo aus wir die Strecke nach Corre sehr gut kennen würden 😉
Mal schauen was die Zeit noch bringt. Wir haben noch gut eine Woche um die neue Planung festzulegen. Wobei „festzulegen“ nicht als allzu fest interpretiert werden darf 😂
Tag 15, 13.05.:
4.5 Std. Navigation / 17 km / 9 Schleusen / 1 Tunnel / 2 Hebebrücken (offen)
Der Wetterbericht versprach einen schönen Tag mit viel 🌞 und angenehmer Temperatur, aber leider auch etwas böigem Wind. Und genau so kam es 😊
Um 10:00 Uhr (das brauchte heute wohl etwas mehr Kaffee 😉) starten wir in Chaumont in Richtung Norden. Schon bald kamen wir nach Condes, und ich muss sagen, da wird einem einiges geboten. Da kommt in direkter Folge eine Hebebrücke, eine Kanalbrücke, ein Tunnel und dann noch eine Schleuse 😲 Das Tunnel ist sehr speziell, ist es mit seinen 11 Meter breiten Fahrspur doch das einzige in Frankreich, welches im Gegenverkehr genützt werden kann. Es hat eine Länge von 308 Meter und wurde 1884 erbaut.

An einer Schleuse erhielten wir noch Besuch einer netten Dame von VNF. Sie fragte uns wie weit wir heute noch fahren möchten. Es komme bei Vraincourt eine Hebebrücke welche nicht automatisiert sei und von ihr bedient werden müsse. Wir hatten noch keine Ahnung wie weit wir noch fahren würden und machten mit ihr ab, dass wir uns noch telefonisch bei ihr melden würden.
Die Fahrt durch den CCB können wir wirklich jedem empfehlen. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich und wirklich sehr schön. Nachfolgend einige Eindrücke ohne Kommentar (ich kann auch mal ruhig sein😂).
Eigentlich hatten wir geplant für die Mittagspause einen kleinen Steg direkt nach der Schleuse 29 anzufahren. Leider war er bereits durch ein anderes Boot belegt. Wäre aber wirklich schön gewesen. Ein Picknickplatz, auch für die lokale Bevölkerung, mit Holztischen in einem offenen Kellergewölbe (oder so etwas ähnlichem) direkt am Dorfrand gelegen. Aber nicht so schlimm, nur gut 2 Kilometer weiter (PK 98.3) hatte es nochmals eine sehr gut gemachte Anlegestelle an welcher wir um 12:45 Uhr festmachten.


Heute gab es einen ausgezeichneten Thon-Salat (@Kurt: natürlich nicht so gut wie der Thon-Salat von dir … aber da du nicht dabei warst musste halt ich mein Bestes geben. So schlecht war er wirklich nicht 😉)
Nach dem Essen blieb auch Jack noch Zeit um mit Franziska etwas spazieren zu gehen 😁
Während der Mittagspause kam wieder die Dame von VNF und fragte uns ob wir schon mehr über unser Tagesziel wüssten. Es gäbe direkt vor der Brücke einen schönen Anleger mit genügend Platz. Sie erwarte noch ein weiteres Boot, welches morgen um 09:00 Uhr die Brücke passieren würde. Wir konnten uns noch nicht entschliessen und so planten wir weiter telefonisch in Kontakt zu bleiben. Offenbar werden die Öffnungszeiten dieser Brücke sehr genau geplant.
Nach einer weiteren problemlosen Fahrt erreichten wir um 15:00 Uhr den Anleger in Vraincourt, direkt vor der Hebebrücke. Ok, jetzt verstanden wir die VNF. Über die Brücke führt eine Hauptstrasse, die doch ziemlich befahren ist. Das sie diese Brücke nicht alle 30 Minuten für 15 Minuten öffnen möchten ist verständlich.
Der Anleger besteht aus einer langen, gut befestigten Mole mit genügend Poller, Strom-/Wasser-Säule und sah sehr angenehm aus. Zur Anlage gehört auch noch ein Wohnmobil-Stellplatz. Da der Wetterbericht für den späteren Nachmittag etwas unsicher war, fiel der Entschluss zu bleiben sehr einfach.

Gemütlicher Nachmittag, ein gutes Nachtessen, noch etwas Wein. Danach eine hoffentlich ruhige Nacht (wenn da nur die Frösche nicht wären, die geben hier ein Openair 🤣)
Tag 14, 12.05.:
5.5 Std. Navigation / 23 km / 12 Schleusen / 1 Hebebrücke
Um 09:15 Uhr legten wir bei bedecktem und kühlen Wetter ab. Der Wetterbericht sagte auch heute nichts Gutes voraus, zwar meist trocken (aber eben nicht immer), maximal kühle 12 Grad und immer mal wieder windig🙄 . Es kam nicht ganz so schlimm, 2 oder drei Regenschauer (aber natürlich hauptsächlich während des Schleusens 😧). Teilweise jedoch, gute Kleidung vorausgesetzt (wir wissen ja: es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung 😉), recht angenehm. Die Fahrt ging auch heute durch friedliche, abwechslungsreiche Landschaft. Diese Region ist wirklich sehr sehenswert 👍

Zweimal überquerte der Kanal über kleine Kanalbrücken ein Flüsschen. Es ist immer wieder irgendwie speziell mit dem Boot über eine Brücke zu fahren, auch wenn es hier nur zwei kurze Brücken waren.
Auch eine Hebebrücke haben wir heute wieder passiert, die Pont-Levis de Luzy. Nach einem katastrophalen Gutachten im 2015 musste die alte Hebebrücke ausser Betrieb genommen werden, im Herbst 2018 wurde die neue Hebebrücke in Betrieb genommen. Beinahe hätte der Einweihungstermin jedoch verschoben werden müssen, kamen doch bei einem Gutachten während der Bauzeit schwerwiegende Baumängel zu Tage. Diese mussten mit viel Aufwand durch einen neuen Baumeister behoben werden (Quelle). Zum Glück wurden diese Mängel rechtzeitig erkannt, so konnten wir heute sicher durchfahren 😊
Allerdings wollte sie sich zuerst nicht öffnen, sie hat auf die Fernbedienung einfach nicht reagiert. Nach einem Anruf bei der VNF kam innert kurzer Zeit ein VNF-Mitarbeiter angerast und konnte die Brücke nach kurzer Zeit hochfahren.
Apropos Fernbedienung: bei der Einfahrt in den CCB, bei der Schleuse 43 (Südabschnitt, Abzweigung von der Saône), haben wir an einem Automaten eine Fernbedienung erhalten. Alle Schleussen, Hebebrücken und Tunnels des CCB lassen sich mit dieser steuern. Sogar das Auslösen des Schleusungsvorgangs kann mit ihr ausgelöst werden. Das ist sehr komfortabel, muss man doch die blaue Stange nicht anheben (schwer, schmierig, …)
Bisher hat das, mit Ausnahme dieser Hebebrücke, wunderbar funktioniert.
Woher kommt nur diese Bierdose auf dem Foto 🙄 Auf der Horizon gibt es doch kein Bier 🤪
Kurz nach 11 Uhr haben wir in Foulain an einem sehr schönen Picknick-Platz, mit zwei festen Anlegeplätzen mit Pöller, der auch für die heimische Bevölkerung gedacht ist, festgemacht (PK123.8). Wäre auch ein sehr schöner Platz zum übernachten, aber zum bleiben ist es doch noch zu früh 😉 Skorpione, wie Franziska, hätten hier zwar gerne übernachtet, oberhalb des Anlegeplatzes ist der Friedhof von Foulain….
Es gab ein gutes Birchermüesli und so konnten wir frisch gestärkt kurz nach zwölf wieder ablegen. In diesem Moment trafen die beiden Segler, welche uns seit Langres etwas zeitverschoben begleiten, an diesem schönen Platz ein. Da wir ja bereits am Ablegen waren, hatte es für Beide schön Platz.
Schöne Fahrt bei nicht immer schönem Wetter (nun ihr wisst ja bereits, in den Schleusen hat es jeweils …) bis nach Chaumont. Die Einfahrt nach Chaumont ist sehr schön.
In Chaumont hat es einen Hafen, das heisst eine lange Mole mit Liegeplätzen mit Strom- und Wasseranschlüssen. Aber auch hier waren die Plätze, vielfach von „Langliegern“, belegt. Als Reisender ist es nicht immer einfach einen freien Platz zu finden 😟 Aber kurz nach der „offizielen“ Mole konnten wir um 15:30 Uhr an einem guten Platz anlegen. Ohne Strom/Wasser, aber das brauchen wir für eine Nacht auch nicht 😊
Ein gemütlicher Nachmittag, ein schönes Essen, ein oder zwei (ich verrate nicht wie viele 😉) Gläser Wein und ein schöner Tag geht zu Ende 😊
Nachtrag: Und hier noch die gestern versprochenen Fotos zum Thema randvoll gefüllte Schleusen und wassergefüllte Fender. Wir haben zwei kleine weisse Fender dabei, welche zu drei Viertel mit Wasser gefüllt sind. Dadurch versinken sie grösstenteils im Wasser, versinken aber nicht ganz wenn sie verloren gehen sollten. Das ist wichtig, sollten/dürfen doch keine „nicht schwimmenden Gegenstände“ als Fender benützt werden. Diese könnten wenn sie verloren gehen und sinken unter die Schleusentore geraten und diese verklemmen, sehr unangenehm und eventuell mit aufwändigen „Wiederherstellungsarbeiten“ verbunden.
Diese Fender schwimmen schön im Wasser und rollen nicht auf die Schleusenwände, etwas feine Navigation vorausgesetzt 😉
Tag 13, 11.05.:
4.5 Std. Navigation / 16km / 9 Schleusen / 1 Hebebrücke
We are on the move again! 🙃 Auch wenn der Wetterbericht heute nicht allzu viel Gutes versprach, hiess es etwas nach 10 Uhr trotzdem: Leinen los! Hauptsache wieder auf den Wasserwegen unterwegs 😁
Vor dem Starten des Motors war natürlich noch das Leeren des Kühlwasserfilters angesagt. Unten seht ihr die Ausbeute der letzten zwei Fahrtage 🙄 Nun ja, es könnte auch schlimmer sein, eigentlich war der Zustand des Kanals bezüglich Grünzeugs bisher bedeutend besser als erwartet 😊
Für die Nicht-Böötler unter uns: Boote haben meist entweder eine Kielkühlung oder eine Zweikreiskühlung. Bei der Kielkühlung wird das Motorkühlwasser direkt über Leitungen unterhalb des Rumpfes geleitet und da über das Wasser, in dem das Boot schwimmt, abgekühlt.
Bei der Zweikreiskühlung (oder Aussenwasserkühlung) wird Aussenwasser durch einen Grobfilter angesaugt und in einen Wärmetauscher geleitet. In einem zweiten geschlossenen Kreislauf wird im Wärmetauscher gekühltes Wasser zur Kühlung durch den Motor gepumpt. Beide Systeme haben ihre Vor- und Nachteile. Einen der Nachteile der Aussenwasserkühlung seht ihr auf dem Bild links 🙄
Die Fahrt führte uns weiter durch die schöne Landschaft des Département Haute-Marne. Es herrschte weiterhin April-Wetter, abwechselnd Sonne und Regen (speziell während dem Schleusen 😧) und eher kühl. Trotzdem genossen wir die Fahrt. Es ist erstaunlich wie wenig Boote hier unterwegs sind. Heute sind wir an den zwei Seglern vorbeigefahren die kurz vor uns Langres verlassen hatten und zwei Boote haben wir gekreuzt, sehr angenehm. Ziemlich zu Beginn durchquerten wir noch eine Hebebrücke, die Pont de Jorquenay
Bis im Jahr 2015 war hier noch eine Drehbrücke im Einsatz. Schade musste diese offenbar ersetzt werden.
Ich vermute mal, die alte Brücke konnte bedeutend energieeffizienter geöffnet und geschlossen werden als die neue, 20 Tonnen schwere Hebebrücke …
Zum Alltag des Kanalfahrers gehören unweigerlich die Schleusen. Heute haben wir 9 Schleusen geschafft, ein eher gemütlicher Tag 😉 (wenn es nicht ausgerechnet immer während des Schleusens geregnet hätte 🙄).
Etwas speziell hier im CCB ist, dass die meisten Schleusen sehr voll gefüllt werden, teilweise fast randvoll. Heute war dies ab Schleuse 7 recht extrem der Fall. Als Schleusenfahrer hat man ja immer genügend Fender rund ums Boot, aber bei so gut gefüllten Schleusen „rollen“ diese gerne auf die Mauer und können so den Rumpf nicht mehr schützen. Das Risiko von Kratzern am Rumpf ist sehr hoch 🙁 Zwei mit Wasser gefüllte Fender, welche nicht aufschwimmen und so eher zwischen Rumpf und Mauer bleiben, haben uns hier heute grosse Dienste erwiesen (bei Gelegenheit gibt es dann ein Foto😉)
Um halb vier am Nachmittag beschlossen wir Feierabend zu machen und an einem Dalben oder Anleger (PK 133), der eigentlich für die grossen Frachtkähne gedacht wäre, festzumachen. Einmal mehr ein wunderbares Plätzchen 😊

Heute gabs zum Znacht Tomaten-Risotto (Resten vom Montag, dank unserem neuen Kühlschrank mit grossem Tiefkühlfach wie neu 😀) mit grillierten Pouletbrüstchen à la Roland (Ausprache: [ʀoˈlɑ̃] 😉)
Tag 12, 10.05.:
0 Std. Navigation (ab morgen ändert das dann wieder 😃)
Puh, das war heute ein strenger Tag 😉 Franziska war schon früh am Morgen im Boat-Office, Video-Meeting um 08:00 Uhr 🥱 Etwas später, aber nicht soooo viel später, war auch Roli schon am Kaffee trinken. Danach noch schnell einen Kaffee und Weiterarbeit an der Küche. Heute standen einige Vorarbeiten für das Verlegen der 24V-Leitungen für die Unterschrank-Beleuchtungen auf dem Plan 😎.
Um Zwölf gab es einen ausgiebigen Brunch, wir mussten ja Kräfte tanken für den Ausflug am Nachmittag. Übrigens, Wetterbericht von heute: Aprilwetter, im 15-Minuten Rhythmus wechselte es von Sonne auf Regen und zurück, zwischendurch war es auch ziemlich windig, Temperatur so um die 12 Grad.
Um 14.00 Uhr wurden wir wie abgemacht von der Hafenmeisterin mit ihrem Auto nach Langres nahe dem Zentrum gefahren. Langres liegt auf einer Kuppe auf dem gleichnamigen Plateau de Langres. Kein Wunder hat Langres schon eine tausende Jahre alte Geschichte und strategische Bedeutung, das Panorama von der Stadtmauer gibt die Erklärung dafür.
Wahrscheinlich besiedelten bereits die Kelten diese Anhöhe. Später wurde Langres von ziemlich allen möglichen Mächten erobert, den Römern, den Vandalen, den Sarazenen, und natürlich auch von den Franzosen. Dazwischen versuchten auch noch die Preussen die Stadt zu erobern, waren aber erfolglos. Im zweiten Weltkrieg eroberte die deutsche Wehrmacht die Stadt, wurde aber gegen Ende des Krieges gemeinsam von amerikanischen und französischen Truppen wieder zurückerobert.
Von diesem ganzen hin und her, der Tatsache dass Langres über die meiste Zeit Bischofssitz war und von der strategische Lage an Haupthandelsrouten zeugen heute noch viele Bauwerke in Langres. Es ist ein wirklich schönes, kleines Städtchen, rundum von einer begehbaren Stadtmauer umgeben, belebtes Zentrum und sehr sauber und gepflegt. Es hat sogar öffentliche Aschenbecher und selbstverständlich Hundekotbeutel. Anscheinend wird man mit einer hohen Geldbusse bestraft, wenn man den Hundekot liegen lässt – gut so!

Eindrücke aus dem Städtchen ausserhalb des Zentrums.


Auch einen kleinen schönen Park gibt es im Städtchen.


Die Stadtmauer.

Langres ist auf jeden Fall einen Ausflug wert. Auch wenn das Wetter leider nicht so wirklich mitgespielt hat, war es uns hier sehr wohl und es gäbe sicher noch einige schöne Ecken zu entdecken.
Gegen Abend wurden wir vom Hafenmeister wieder abgeholt und er brachte uns in den Intermarché wo wir unsere Vorräte für die Weiterreise wieder aufstocken konnten. Da wurden wir dann wieder von seiner Frau abgeholt, welche uns zurück zur Horizon brachte. Ein sehr nettes Paar, ihren Hafen können wir wirklich weiterempfehlen, sie machen einem den Aufenthalt sehr angenehm.
Apropos Weitereise, wir haben erfahren, dass die VNF ihre Arbeiten früher als geplant abschliessen konnten und bereits alle Sperrungen wieder aufheben konnte 👍👍👍
Das heisst, wir können morgen losfahren und uneingeschränkt soweit fahren wie wir möchten 😃
Judihui, bald gehts weiter 😎🤩🙃😜
Tag 11. 09.05.:
0 Std. Navigation
Eigentlich könnte ich hier einfach copy/paste des gestrigen Tages machen 😉 Nun ja, etwas Information können wir doch noch zusätzlich geben 😁
Franziska wieder den ganzen Tag im Ship-Office, Roli am weiterarbeiten an der Küche. Heute war die Küchendecke an der Reihe. Aufgrund eines alten Wasserschadens musste die alte Küchendecke ersetzt werden, sie war wirklich nicht mehr sehr ansehnlich 🙁. Die neue Decke ist noch nicht ganz fertig, es sieht aber doch schon wieder sehr viel besser aus 😊 Mehr dazu dann später im Blog „Neue Küche / Hätt ich gewusst was da auf mich zukommt …“.
Zum Znacht gab es heute ein super Ragout à la Françoise, immer wieder ein Hit 😋
Hmm, was könnten wir noch erzählen 🤔 Nun, Franziska hat mir schon immer gesagt meine Berufung wäre eigentlich Lehrer oder Pfarrer gewesen, mit all den Geschichten die ich jeweils meinen Zuhörer aufzwingen … ähm erzählen würde 😂
Also hier etwas Geschichte und Informationen zum Canal entre Champagne et Bourgogne. Die Scheitelhaltung dieses Kanals (da wo wir den fast 5 km langen Tunnel durchfahren haben) liegt auf der Europäischen Hauptwasserscheide, die die Zuläufe zum offenen Atlantik, der Nord- und Ostsee von denen zum Mittelmeer und Schwarzen Meer trennt.
Auf dem Plateau von Langres, das ist die Region wo die Horizon im Moment liegt, entspringen unter Anderem auch die Marne und die Seine welche nach Nord-Osten fliessen. Die Marne mündet kurz vor Paris in die Seine, welche dann in den Ärmelkanal fliesst. Ebenfalls auf diesem Plateau ist die Quelle der Vingeanne. Sie fliesst Richtung Süden und mündet in die Saône welche später in die Rhone mündet und zum Mittelmeer fliesst.
Die Marne und die Vingeanne sind die Hauptwassergeber für den CCB. Bereits zwischen 1880 und 1905 wurden rund um Langres 4 Speicherseen gebaut. Der Grösste, der Lac de la Liez, hat eine Fläche von 290 ha. Alle 4 Speicherseen zusammen übertreffen die Fläche des Lac des Dix (400 ha) mit seiner bekannten Staumauer Grande Dixence.
Aufgrund dieser exzellenten Wasserversorgung kann der CCB auch nach mehreren trockenen Jahren meist in Betrieb gehalten werden.
Es ist immer wieder erstaunlich wieviel Energie, Geld, Enthusiasmus und Willen vor 150 – 250 Jahren in die Entwicklung dieser Wasserstrassen gesteckt wurden.
Ich muss jetzt aufhören zu schreiben 🙁 Franziska hat mir soeben angedroht, dass sie mir den Laptop verstecken wird wenn ich nicht aufhöre zu referieren 😂 Vielleicht hat es was mit dem Lehrer oder Pfarrer 🤣
Tag 10, 08.05.:
0 Std. Navigation
Gemütlicher Tag im Hafen von Langres-Marne 😊 Franziska hat im Ship-Office etwa 8 Stunden für ihre Kunden gearbeitet, Roli hat diverse Arbeiten an der Horizon gemacht. Im Hafen gab es auch nicht viel Bewegung, zwei schwedische Segler auf dem Weg zum Mittelmeer sind neu eingetroffen und haben unseren Platz am Frachtkahn eingenommen. Gestern Abend konnten wir die Horizon noch umparkieren und liegen nun auch direkt an der Mole.

Wir haben den ruhigen Tag sehr genossen und den Abend nach einem ausgezeichneten Tomaten-Risotto mit grillierten Pouletbrüstchen 😋 mit einem (oder waren es zwei 🤔, oder …) Glas Wein abgeschlossen 😉.
Wem dieser Blog-Eintrag zu kurz war und sich etwas über die Geschichte der Fluss- & Kanalschifffahrt in Frankreich informieren möchte, dem empfehle ich den Artikel hier. Spannend zu lesen gibt dieser Artikel in kurzer Form einen guten Einblick in einige interessante Bewegründe für den Kanalbau und dessen Herausforderungen.
Tag 9, 07.05.:
0 Std. Navigation
Vor einigen Tagen hat unser Erster Offizier, Zahlmeister und nautischer Offizier in Personalunion, von VNF eine „Avis à la batellerie“ genannte Information erhalten, in der darauf hingewiesen wurde, dass in den nächsten Tagen auf dem CCB in Richtung Marne an einigen Schleusen bzw. zwischen einigen Schleusen Arbeiten durchgeführt werden und deshalb gewisse Schleusen, welche auch uns betreffen, für zwei oder drei Tage geschlossen bleiben würden 🙄
Einerseits ein wenig ärgerlich, klar, aber andererseits auch positiv. Zeigt es doch, dass VNF an den Wasserstrassen arbeitet und diese unterhält. Und wer weiss, vielleicht haben wir dann auch etwas weniger Probleme mit den Algen 🙂
Diese Informationen, gemixt mit dem Wetterbericht der nächsten Tage und der Tatsache, dass wir hier in Langres-Marne wunderbar liegen, mit Strom und Wasser, haben uns zum Entschluss gebracht bis am Donnerstag, 11.05, hier zu bleiben.
Der Hafenmeister und die Hafenmeisterin haben uns auch angeboten uns mit dem Auto in den nächsten Intermarché zum Einkaufen oder nach Langres zum Sightseeing zu fahren. Das nennt man Service 😄
Wir haben auch noch genug Arbeiten zu erledigen, Franziska für ihre Kunden und Roli am Boot. Es wird uns also nicht langweilig werden. Allerdings werden wir auch nicht soviel zu berichten haben. Aber mal schauen, irgendwas kommt uns schon in den Sinn 😉
Damit der Bericht heute nicht ganz ohne Foto ist hier ein Bild unseres Frühstücks:

Beinahe vergessen 😲 Ein Erlebnis hatten wir heute noch als ein Berufsschiff am uns vorbei tuckerte. Das ist ein Frachtkahn der Freycinet-Klasse, 38.5 m lang, 5.05 m breit und etwas über 300 t schwer. Grösser geht auf diesen Kanälen nicht.
Tag 8, 06.05.:
6.5 Std. Navigation / 25 km / 17 Schleusen / 1 Tunnel
Nach einer ruhigen und erholsamen Nacht, und natürlich einigen Kaffees 😉, legten wir um kurz nach 09:00 Uhr in Dommarien ab. Heute erwarteten uns einige Highlights der Saône-Seite des CCB, vor Allem der beinahe 5 km lange Tunnel auf der Scheitelhaltung des Kanals. Aber schön der Reihe nach 😊.
Auf dem Weg zur Scheitelhaltung, dies ist der höchste Punkt eines Kanals, danach geht es wieder abwärts, fuhren wir durch die inzwischen bekannte, wunderschöne Gegend dieser Region. Es scheint eine sehr dünn besiedelte Gegend zu sein, man sieht kaum Dörfer. Dafür viel Natur, Wälder, Kühe, Bauern am bestellen der Felder, einfach sehr beschaulich, beruhigend und wohltuend.
Nur mal so Nebenbei als Einschub 😊 Wie in eigentlich den meisten Kanälen hat auch im CCB beinahe jede Schleuse ihr Schleusenwärterhäuschen. Hier wohnte, als die Schleusen noch von Hand bedient wurden, der Schleusenwärter, welcher für die Bedienung der Schleuse zuständig war. An vielen Kanälen in Frankreich stehen die meisten Schleusenwärterhäuschen leer und sind leider auch oft am verfallen. Hier am CCB sind sehr viele der Häuschen bewohnt und einige davon richtig schön hergemacht. Ich finde diese Häuschen sehr interessant, bieten sie doch Platz für sicher 4 Zimmer, haben vielfach einen schönen Umschwung, sind ruhig gelegen, mit Wasser, Strom und einer Zufahrt erschlossen. Wer von Euch also noch eine Immobile sucht …
Kurz nach der Schleuse 13 überquert man auf einem kurzen Äquadukt das Flüsschen Vingeanne, ein wichtiger Teil der Wasserversorgung des CCB (mehr zur Wasserversorgung des CCBs in einem der nächsten Beiträge).
Bei Schleuse 8 begann der finale Anstieg hinauf zur Scheitelhaltung. Es folgten 8 Schleusen mit nur wenigen 100 Metern Abstand, jede überwindet eine Höhendifferenz von gut 5 Metern. Damit gehören sie noch nicht wirklich zu den hohen Schleusen, sind aber doch deutlich höher als der Durchschnitt. Sie sind als Kette geschaltet, das heisst, sobald man eine Schleuse verlässt ist die nächste bereit und erwartet einem mit offenen Schleusentoren.

Nach gut einer Stunde hatten wir die Scheitelhaltung erreicht. Von der Saône her haben wir nun in 3 Tagen mit unserer Horizon ca. 150 Höhenmeter überwunden, das heisst 20 Tonnen auf die halbe Höhe des Eifelturms gehievt. Irgendwie doch erstaunlich 🤔
Und schon gings weiter zu einem nächsten imposanten Bauwerk der Fluss- und Kanalschifffahrt: dem Tunnel de Balesmes. Er ist 4’820 Meter lang und wurde um 1880 gebaut. Der Kapitän war schon etwas nervös, auch wenn er sich das natürlich nie hätte anmerken lassen 😉 5 Kilometer in einer gut 6 Meter breiten Fahrspur, das Boot ist 4.2 Meter breit, da bleibt nicht viel Platz auf beiden Seiten … Aufgrund der verschiedenen Sog-Effekte, speziell in einer schmalen Fahrrinne sehr gut spürbar, fährt ein Schiff nie einfach geradeaus. Da heisst es volle Konzentration und ständiges korrigieren … eine Stunde lang🙄 Aber es lief perfekt, nach einer knappen Stunde hatten wir das Tunnel ohne Probleme gemeistert und freuten uns wieder über den Sonnenschein. Im Tunnel wurde es mit der Zeit doch s..kalt.
6 Kilometer und 2 Schleusen nach dem Tunnel erreichten wir die Anlegestelle in Langres-Marne. Aber ohweh, die ganze Mohle bereits belegt. Nur noch eine kleine Lücke, zu klein für die Horizon 😥 Wir tuckerten im Schritttempo den Booten entlang, da kam plötzlich ein Mann angerannt, der Hafenmeister wie wir dann erfuhren. Er rief uns zu, dass wir an einem der angelegten Schiffe, einem alten zum Wohnschiff umgebauten 28-Meter Flusskahn, „päckeln“ könnten wenn wir wollten. Aber klar doch, Horizon gewendet und zurück zu unserem neuen Nachbarn und an diesem angelegt. Schöner Platz, Strom/Wasser, das verspricht doch wieder einen gemütlichen Abend und eine gute Nacht 😊

Tag 7, 05.05.:
8 Std. Navigation / 29 km / 17 Schleusen
Und wieder liegt ein Fahrtag vor uns, Ziel heute wäre eigentlich Cusey gewesen, ca. 21 km und 10 Schleusen. Aber wie es so schön heisst: „Planung ist nur das Ersetzen des Zufalls durch den Irrtum“ 😁
Um 09:00 Uhr legten wir ab und genossen die Fahrt durch die schöne Landschaft des „Département Côte-d’Or„.

Aber bereits bei der dritten Schleuse war Schluss mit dem Geniessen, die Schleuse zeigte „Doppelrot“ 😒 Für die „Nicht-Böötler“ unter unseren Lesern: mit dem Doppelrot wird am Signal vor der Schleuse angezeigt, dass die Schleuse, bzw. deren Steuerung eine Störung erkannt hat und somit vorübergehend ausser Betrieb ist. Einzig mögliche Reaktion: die Notfallnummer der VNF anrufen und die Störung melden. Gesagt, getan. VNF hatte jedoch bereits Bescheid eines Bootes oberhalb der Schleuse erhalten und so dauerte es tatsächlich nicht lange bis zwei VNF-Mitarbeiter vor Ort waren um die Störung zu beheben. Der Segler, welcher uns dann aus der Schleuse entgegenkam, lachte und meinte er habe nun 90 Minuten für diese Schleuse benötigt … da hatten wir ja noch Glück.
Ab da waren die Schleusen jedoch den ganzen Tag etwas mühsam. Es gab zwar kein Doppelrot mehr, die Schleusen waren jedoch seeeehr langsam. Es dauerte eine gefühlte Ewigkeit bis die Tore sich öffneten und die Schleusen gefüllt waren.
Auch das Kraut im Wasser nahm zu, wir mussten heute dreimal den Kühlwasserfilter reinigen. Nicht dass die VNF nichts gegen die wuchernden Wasserpflanzen unternehmen würde, wir sahen heute mehrere Mitarbeiter im Kampf gegen dieses Problem. Jedoch scheinen die Mittel, das Budget oder die Anzahl Mitarbeiter nicht zu genügen 😟
Die langsamen Schleusen brachten uns aber auch ein spezielles Erlebnis. Während wir in einer gefüllten Schleuse gelangweilt darauf warteten, dass die Tore sich endlich öffnen, trottete plötzlich ein noch nicht ganz ausgewachsenes Wildschwein aus dem Unterholz auf die Wiese neben der Schleuse, keine 15 Meter von uns entfernt. Zuerst waren wir ganz baff, so nahe hatten wir noch nie ein freies Wildschwein gesehen. Wir staunten nur und vergassen ganz, dass wir hier ein super Fotosujet vor der Nase hatten. Erst als Jack das Tier auch gesehen und sofort angebellt hatte, worauf es natürlich umgehend wieder im Unterholz verschwand (was jedem zu empfehlen ist sobald er von Jack angebellt wird 😉), erwachten wir wieder aus unserer Starre.
Gegen 15:00 Uhr näherten wir uns Cusey, unserem eigentlichen Tagesziel, und freuten uns auf einen frühen Feierabend (der Kapitän auf sein Feierabend-🍺). In der Flusskarte sind da zwei Anlegestellen eingezeichnet, eine mit Strom und Wasser, eine mit Wasser, soweit wunderbar. Die erste Anlegestelle wäre auch perfekt gewesen, wenn sie nicht bereits mit vier Booten voll belegt gewesen wäre 😯. Tja, eine Schleuse noch zur zweiten Anlegestelle … aber da ist keine 😢 Na ja, die Flusskarten sind leider nicht immer wirklich aktuell …
Also weiter, inzwischen hatte das Wetter leider umgeschlagen, es regnete zwischendurch immer mal wieder. Gemäss Flusskarte kommt die nächste Anlegestelle, mit 1.3 Meter Tiefgang legen wir nicht gerne wild an, nach weiteren 7 km und 7 Schleusen … wenn sie denn noch existiert und nicht bereits belegt ist 🙄
Um 17:00 Uhr dann die Erlösung, die Anlegestelle gibt es noch, sie ist frei und wirklich sehr angenehm 😃 Auch das Wetter war inzwischen wieder gut, wir genossen einen schönen Sonnenuntergang und einen gemütlichen Abend.

Tag 6, 04.05:
5 Std. Navigation / 25 km / 10 Schleusen / 1 Hebebrücke
Wunderbar geschlafen und nach den notwendigen Tassen Kaffee, ohne geht gar nix 😉, kurz nach 09:30 losgefahren. Schon nach wenigen 100 Metern waren wir bereits am Abzweiger in den Canal entre Champagne et Bourgogne.

Den ersten Teil dieses Kanals, ca. 15 km, sind wir bereits Anno Domini 2017 zusammen mit Ruedi & Katrin auf ihrem wunderschönen Luxemotor „Cornelia_Helena“ gefahren. Die Reise mit diesen Beiden auf ihrem 26 Meter Schiff, oder wie Ruedi zu sagen pflegte 90 Tonnen Alteisen 😂, werden wir nie vergessen. Wir haben von den Beiden, und auch von Nadine & Chrigel welche mit auf dem Schiff waren, extrem viel über die Themen Boote, Fluss- & Kanalfahrten, Leben an Bord etc., gelernt.
An der ersten Schleuse, in welche man einfach einfahren kann, erhält man, nach einem kleinen Interview durch die örtliche Zentrale der VNF (nur die Schuhnummer wollten sie nicht wissen …), am Automaten die Fernbedienung für die Schleusen. Danach geht alles ganz easy, einfach Schleuse mit der Fernbedienung bedienen, auch der Schleusenvorgang kann mit der Fernbedienung ausgelöst werden. Das Bedienen der blauen Stange entfällt damit.
Die Schleusen scheinen bei diesem Kanal sehr gut gefüllt zu werden, es bleibt nur noch wenig Schleusenmauer übrig 🙄 Dabei ist das Risiko, dass die Fender über die Mauer „springen“ und der Bootsrumpf dadurch an der Mauerkante „schmirgelt“ sehr hoch 😠 Speziell wenn es noch windet, ist die Ein- bzw. Ausfahrt sehr heikel. Etwas Hilfe können dabei zwei wassergefüllte Fender bieten, welche nicht so schnell „auf die Mauer springen“.
Bei Cheuge (PK 216) kommen wir zur ersten Hebebrücke auf diesem Kanal. Auch diese ist automatisiert und lässt sich mit der Fernbedienung öffnen.
Mittagspause haben wir an einem schönen Steg bei Mirebeau (PK 211.5) gemacht. Es gab Resten von gestern (Wurst-/Käsesalat, jetzt ist dann aber wirklich genug Schweiz 🙈🙉).
Weiter ging die Fahrt durch schöne, ruhige und friedliche Landschaft.
In Oisilly unterquert man noch eine Bahnbrücke aus dem Jahre 1888, das Viaduc d’Oisilly. Sie wurde zusammen mit dem Kanal erbaut, ist aber seit 1975 nicht mehr in Betrieb
Eigentlich hatten wir geplant als Übernachtungsplatz den Steg bei Blagny-sur-Vingeanne (PK 208) anzupeilen. Leider war da, entgegen der Flusskarte, kein Steg mehr vorhanden. So fuhren wir noch zwei Schleusen weiter und fanden bei Dampierre-et-Flée (PK 203.5) zwei Dalben für die Berufsschifffahrt. Eine genügte uns, und so hatten wir wieder einen wunderbaren Platz für einen gemütlichen Abend und eine ruhige Nacht.

Tag 5, 03.05.:
5.5 Std. Navigation / 47 km / 4 Schleusen
Schon wieder haben wir um kurz nach 09:00 Uhr abgelegt, wir entwickeln uns langsam aber sicher zu Frühaufstehern. Hat wohl irgendwas mit dem Alter zu tun 😂
Wunderschöne Fahrt auf der Saône bei perfektem Wetter (etwas viel Wind …). Um 12:30 Uhr haben wir in Gray am Quai angelegt. Zuerst ein super Birchermüesli (etwas Schweiz muss sein 😉) zum Zmittag, danach Einkaufen im Intermaché, welcher in angenehmer Fussdistanz liegt.

Nach dem Verstauen aller Einkäufe, bei der neuen Küche mit Abstellraum überhaupt kein Problem 😉, ablegen und ab Richtung Süden zum Abzweiger in den Canal entre Champagne et Bourgogne.
Inzwischen hat es spürbar mehr Verkehr auf der Saône, vor Allem die Anzahl Mietbötler hat zugenommen. Also mit viel Verkehr meinen wir, dass uns heute etwa 10 – 15 Boote begegnet sind. Aber ist ja klar, die Mietstationen sind hier auch ziemlich dicht gestreut und es ist ja auch wirklich eine absolut wunderbare Gegend zum Bootfahren 😀
Kurz vor 17:00 Uhr haben wir, einige 100 Meter vor dem Abzweiger in den Canal entre Champagne et Bourgogne, an einem kleinen Steg angelegt. Hier haben wir im letzten Jahr schon mal einen wunderbaren Abend und eine ruhige Nacht verbracht.
Kurz vor dem Eindunkeln wurden auf einmal die Eisvögel aktiv, wir haben in kurzer Zeit sicher an die zwanzig Stück vorbeifliegen sehen. So schön 😊
Zum Znacht gab es einen exzellenten Wurst-/Käsesalat (jetzt ist dann aber genug Schweiz 😉) und zum Dessert Tarte au citron meringuée (siehe Eintrag vom 01.05.). Tatsächlich ein Traum 🥰
Morgen, gleich nach dem Ablegen, geht es dann rechts ab in für uns noch unbekanntes Gefilde. Wir sind gespannt und freuen uns darauf. Welche Abenteuer uns da wohl erwarten … 🤔

Tag 4, 02.05.:
6.5 Std. Navigation / 59 km / 8 Schleusen / 2 geschlossene Hochwassertore / 2 Tunnels
Heute sind wir, im Vergleich zu den letzten drei Tagen, so richtig durchgestartet 😎
Um 09:00 Uhr sind wir bei knallblauem Himmel in Port-sur-Saône losgefahren. Den ganzen Tag über war perfektes Reisewetter, zwischendurch etwas bewölkt und windig, aber insgesamt sehr angenehm. Die kleine Saône, auch wenn ab Port-sur-Saône gar nicht mehr so klein, ist doch immer wieder schön zu befahren. Auch immer wieder spannend, zumindest für den Steuermann 😉, sind die Tunnels. Zuerst, flussabwärts, der Tunnel von Saint-Albin, danach der Tunnel von Savoyeux.


So lange Fahrtage sind wir uns gar nicht mehr gewöhnt und so waren wir froh, dass wir bereits um 16:30 Uhr an einem unserer Lieblingsstege kurz nach dem Tunnel von Savoyeux festmachen konnten. Beim Abendessen hatten wir plötzlich Gesellschaft, am gegenüberliegenden Ufer versammelte sich eine Herde von sicher 20 Charolais-Rinder. Offenbar froh um etwas Abwechselung beobachteten sie uns längere Zeit. Zum Glück hatten wir auf dem Grill kein Rind- sondern Pouletfleisch … keine Ahnung was sie sonst mit uns gemacht hätten 😁


Gemütlicher Abend auf der Terrasse, Spaziergang mit Jack am Fluss entlang und dann ab in die Heia 🥱
Tag 3, 01.05.:
0 Std. Navigation / 0 km / 0 Schleusen
Dafür wissen wir jetzt, dass unter Anderem am 1. Mai wirklich nichts geht. Die automatischen Schleusen waren heute abgestellt. Aber der Bäcker hatte offen, was mich ehrlich erstaunt hatte. Die Bäcker sind eigentlich einfach immer da, ein herzliches Kompliment von meiner Seite 🧡 und schaut was ich heim gebracht habe – Tarte au citron meringuée…. – ein Traum (gäu Theo… 🥰)

Nach einem längeren Spaziergang mit Jack, habe ich den Tag genutzt um für die Firma zu arbeiten. So kann ich den 1. Mai nun morgen frei nehmen 😊
Roli hat derweil mit seinem Blog vom Küchenumbau angefangen. Ich muss schon sagen, das Resultat ist super. Ausserdem hat Roli sich, hauptsächlich gedanklich 😉, weiter mit dem nicht funktionierenden Navigationslicht auseinandergesetzt. Bereits gestern hat er versucht die Stromkabel von den Lampen her quer durchs Boot in die Zentrale und da über verschiedene Verteiler und Klemmen, Sicherungen und Schalter bis zur „Stromquelle“ zu verfolgen.
Nun, das Problem konnte er noch nicht finden 😖, aber er meinte, dass er wieder viel über die Horizon gelernt habe 😅. Nun, das wird schon noch. Roli wird auch dieses Problem (irgendwann) noch lösen 😉
Morgen werden wir zeitig losfahren, Ziel ist soweit wie möglich in die Region von Gray zu kommen. Wettermässig sieht es gut aus, mal schauen …
Tag 2, 30.04.:
4¼ Std. Fahrzeit / 41 km / 4 Schleusen
Am Morgen einen längeren Spaziergang mit Vreni, Igaro, Amélie und Jack. Der neue Veloweg am Vogesenkanal eignet sich hervorragend zum Spazieren. Dass bei der Schleuse Richtung Saône der Weg wieder aufhört, scheint in der Karte nicht vermerkt worden zu sein. Mir sind ein paar Velofahrer begegnet, die enttäuscht umkehren mussten. Einer sagte mir, der Weg sollte bis Port d’Atelier führen. Davon sieht man allerdings noch nichts….

Um 11:15 Uhr haben wir in Corre abgelegt. Wetter bedeckt und windig aber nicht kalt. Trotzdem hat Jack heute seinen neuen Pullover ausprobieren dürfen:



Wir waren allein unterwegs, kein einziges Boot ist uns entgegen gekommen. In Montureux-les-Baulay haben wir Richard und seine Frau mit der Panta Rhei getroffen, sie sind mit ihrem Boot auch im Hafen von Corre und machten ihren ersten Ausflug in diesem Jahr.
Um 15:30 Uhr haben wir am Quai von Port-sur-Saône angelegt.
Nicht dass wir Heimweh hätten, aber Roli hat vor einiger Zeit zwei Raclette-Öfeli gekauft. Wir haben nicht wirklich damit gerechnet, dass man das essen kann, aber siehe da, es ist wirklich Raclette und war sehr gut. Machen wir wieder und Strom braucht es auch nicht 😊

Tag 1, 29.04.:
Am Vorabend sind wir in Corre angekommen. Am Morgen ausgeschlafen, eingekauft und aufgeräumt. Durch die neue Küche (mehr dazu dann später von Roli selber, sobald er sich mal Zeit nimmt 🙈) gibt es im Salon mehr Platz. So liegt jetzt nicht mehr so viel Zeug herum. Also, aufräumen entrümpeln und Roli hat an den Kojen / Vorratsraum weitergearbeitet. Jetzt können wir unsere Einkäufe super verstauen und es herrscht in der neuen Küche nicht mehr so ein Chaos wie früher 😍👍
Zum Znacht gab es feine Grill-Cordon-bleu von der Rossmetzg Felben und Salat.









































































































































































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