Sommerferien vom 27. Juli – 17. August 2020

Ganze drei Wochen auf der Horizon! Darauf haben wir lange gewartet. In der ersten Woche soll es gemütlich von Corre die Petite Saône talwärts nach Saint-Jean-de-Losne gehen. Da werden unsere Freunde Susanne und Kurt zusteigen. Aber zunächst geht es mal in Corre los.

In Corre angekommen warteten grosse Pakete auf uns die ausgepackt werden wollten. Unsere Klappfahrräder sind pünktlich zu Ferienbeginn eingetroffen. Weiter hätten noch Fender, Schiffshorn und weiteres Zubehör eintreffen sollen, aber als dann bis am Montag Mittag nur ein Teil davon geliefert wurde, haben wir halt mit dem abgelegt was wir bisher bekommen hatten.

Voller Stolz auf unsere neuen Leinen, welche gegenüber den alten sehr angenehm zu handhaben sind, fuhren wir los. Ausgerechnet bei der ersten Schleuse überhaupt, mussten wir bereits eine unserer schönen neuen Leinen opfern. Sie hat sich beim runterschleusen verheddert und das Brotmesser kam zum Einsatz.

Eigentlich war unser Ziel der Steg beim „Le petit port de Fouchécourt„. Jack hätte sicher gerne seine Freundinnen, die beiden Hunde des Wirtes, wieder getroffen. Leider war der Steg bereits besetzt und wir fuhren weiter nach Baulay. Dort lag mitten am Steg bereits ein Mietboot. Es hätte eigentlich locker Platz für zwei Boote in unserer Grösse gehabt 🙁 Mit etwas Überredungskunst und dem Angebot, wir würden dann schon helfen ihr Boot wieder festzumachen, verschoben sie ihr Boot, so dass wir auch anlegen konnten. Unsere Kölner Nachbarn freuten sich über das Bier das wir ihnen für ihr Entgegenkommen angeboten haben. Herbert hat schon bald angefangen zu schwärmen wie schön es doch sei so entschleunigt mit dem Boot unterwegs zu sein und er hätte bereits wieder vor, im nächsten Jahr ein Boot zu mieten.

Baulay
Unsere Nachbarn

Am nächsten Tag ging es weiter bis zu unserem Lieblingsplatz. Der Platz ist privat und wunderschön. Der Besitzer erlaubt einem das Anlegen, erwartet einfach, dass man Sorge trägt. Jack weiss immer gleich sofort wo wir sind, schon bevor wir überhaupt angelegt haben. Er kann jeweils kaum abwarten bis der Steg an Land gelegt ist und er kommen und gehen kann wie er will.

Das Ziel des nächsten Tages war in Gray anzulegen. Dort gibt es einen grossen Intermarché ganz in der Nähe des Quais, so kann man sich gut mit Vorräten eindecken.

Und rein geht es in den 640 Meter langen Tunnel von Savoyeux. Tunnelfahrten sind immer wieder sehr spannend, vor Allem für den Steuermann 😉
Die Breite des Tunnels liegt bei 6,5 Meter, die Horizon ist 4,2 Meter breit (ohne Fender), da bleibt gerade 1 Meter auf jeder Seite 😎
Bei 14 Meter Länge der Horizon bleibt da nicht viel Spielraum um mal etwas schräg zu fahren …
Dazu kommen verschiedene Sog- und Strömungs-Themen, welche ein Kurshalten nicht direkt vereinfachen 😯

Tunnel de Savoyeux

Jack fühlt sich auf seinem Platz pudelwohl. Hier hat er den Überblick und alles unter Kontrolle – unser Wachoffizier im Amt.

Nach gut fünf Stunden Fahrzeit, haben wir am Quai von Gray angelegt. Hinter uns liegt das Mietboot „La Loye“ von Nicols. Genau dieses Boot hatten wir im Frühling 2016 gemietet. Zusammen mit Rolis Mutter sind wir mit diesem Boot von Port-sur-Saône nach Dole gefahren.

Nachdem wir uns mit Getränken und Nahrungsmitteln eingedeckt hatten ging die Fahrt weiter bis nach Auxonne wo wir über Nacht geblieben sind und danach weiter nach Saint-Jean-de-Losne gefahren sind .

Am 1. August kamen Susanne und Kurt an Bord. Weitere Vorräte wurden gebunkert, danach machten wir einen Abstecher in die „Ancienne écluse de Saint-Jean-de-Losne„. Dort ist jetzt ein Hafen für Boote ab 20 Meter, mit Strom- und Wasseranschluss inklusive Gartenanteil. Mit Ruedi und Katrin waren wir im Frühling 2017 eine Woche auf der Cornelia Helena unterwegs (www.kanalbootferien.ch). Ihr Boot liegt in der alten Schleuse. Mit von der Partie waren damals auch Chrigel und Nadine, auch ihr Boot liegt in der alten Schleuse. Wir hatten Glück, es waren beide Parteien „zu Hause“, was mitten im Sommer nicht selbstverständlich ist. Chrigel hat unsere neuen Fender noch schnell mit Druckluft gefüllt. Jetzt hatten wir wenigstens wieder genügend Fender. Ausserdem hat er uns noch nützliche Tipps für den Rhône-Rein-Kanal mit auf den Weg mitgegeben.

Anschliessend machten wir uns auf den Weg in Richtung Rhein-Rhône-Kanal. In der ersten Schleuse bei St. Symphorien-sur-Saône bekamen wir das Gerät für die Bedienung der Schleusen, nicht ohne umfassende Einführung, obwohl ich dem Schleusenwärter versichert hatte, dass wir das Prozedere kennen würden. Wir fuhren bis an den Anleger von Choisey. Sieben Schleusen und mehrmals Bimini rauf und runter. Faszinierend und irgendwie unheimlich ist es jedes mal wieder, an der „Usine Solvay“ vorbei zu fahren. Es herrscht Anlegeverbot, man muss gleich durchfahren. Solvay ist eine Chemiefabrik und lädt wirklich nicht zum Verweilen ein. In Choisey genossen wir den späten Nachmittag im Schatten – es war sehr heiss – und liessen uns von den Mietbooten von Nicols unterhalten. Samstag ist der grosse Wechsel bei den Charterbooten. Man kann sagen, die meisten lesen die Informationen die man im voraus bekommt offenbar gar nicht durch, denn sonst würden sie wissen, dass man vom Gas geht wenn man an angelegten Booten vorbeifährt, oder dass man das Boot nicht an Bäumen anbinden darf. Das ist verboten, nur kümmert das hier wohl keinen. Man sieht entlang der Flüsse und Kanäle immer wieder Bäume, welche durch Leinen verletzt oder aufgrund solcher Verletzungen bereits abgestorben sind.

Am 2. August ging es weiter bis nach Dole. Ein VNF-Mitarbeiter hatte uns unterwegs informiert, dass zwischen den Schleusen 67 und 66 ein Baum in den Kanal gestürzt ist und es daher bis am 6 August kein Durchkommen mehr gäbe. Also legten wir einen Ruhetag in Dole ein. Die Stadt ist sehr schön, man kann sich dort gut verweilen und es gibt viele Sehenswürdigkeiten.

Kennt ihr den Kinofilm “Ein Mann geht durch die Wand” mit Heinz Rühmann? Die Vorlage für das Drehbuch lieferte ein bekannter französischer Autor, dessen Werke mehr verfilmt als gelesen wurden: Marcel Aymé (1902 – 1967). Auch sein Hauptwerk “Die grüne Stute” – wie auch die meisten anderen seiner Bücher – wurden verfilmt, oft mit Michel Serrault in der Hauptrolle. Seine Kindheit und Jugend verbrachte Aymé in Dole. Heute könnt ihr dort auf den Spuren des Märchenkaters Titus aus “Kater Titus erzählt” (Benzinger, 1964) vier Kilometer lang Dole entdecken. Die Bronzepfeile im Boden führen euch zu den schönsten Plätzen und Stellen.

Und auch in die Rue Pasteur am Rande des Gerberviertels. Dort wurde 1822  in sehr ärmlichen Verhältnissen ein Mann geboren, dessen Erfindung bis heute alle Welt nutzt: Louis Pasteur (1822 – 1895). Er entdeckte, das kurzfristige Erhitzen von Lebensmitteln auf 60 bis 70 grad Celsius das Gros der Keime abgetötet. Dieses “Pasteurisieren” ist bis heute gang und gäbe.

Der Baum konnte doch schneller weggeräumt werden und am 4. August konnte die Reise wie geplant weitergehen. Ab ungefähr sechs Kilometer oberhalb von Dole fährt man teilweise auf dem Fluss „le Doubs“ (genau, das ist der Doubs der im Jura entspringt 😉 ). Es ist sehr zu empfehlen sich an die Anweisungen in der Flusskarte zu halten und die Schilder zu beachten, welche die Entfernung der schiffbaren Fahrrinne zum Ufer angibt. Ausserhalb der angegebenen Fahrrinne gibt es Untiefen, teilweise mit grässlichen Felsen 😯

wunderschöne Allee oberhalb von Dole

Von Chrigel hatten wir den Tipp, an der Mauer von „le Maroc“ zu übernachten. Ein richtig schönes Plätzchen.

Nicht weit von unserem schönen Übernachtungsplatz entfernt kommt der Tunnel „de Thoraise„. Dieser Tunnel wurde von Künstlern mit lustigen „special effects“ ausgestattet. Am Anfang des Tunnels hat es einen Wasservorhang. Um da reinfahren zu können, muss man diesen erst mit der Fernbedienung für die Schleusen ausschalten oder man wird einfach nass. Im Tunnel hat es viele blinkende LED-Lichter. Eine Abwechslung, auf jeden Fall.

Einige Impressionen vom Rhone-Rhein-Kanal.

Am 5. August kamen wir schliesslich an den Toren von Bescançon an – in Form einer letzten Schleuse. Vor uns zwei Mietboote. Obwohl die gesehen haben, dass wir auch noch in die Schleuse wollten, haben sie sich in die Schleuse „reingewürgt“ und gleich den Schleusenvorgang ausgelöst, so dass wir keine Chance mehr hatten auch mit zu schleusen und dann längere Zeit herumdümpeln mussten. Das mit ziemlich viel Wind und der starken Strömung vom Fluss 🙁

Bastion von Besançon
Kurz vor der letzten Schleuse vor Besançon

Nach erfolgreichem Hochschleusen nach Besançon hat man die Wahl, entweder man fährt „le Boucle“, also die Schleife um Besançon herum, oder man man biegt rechts in den Tunnel ab der auf die andere Seite der Stadt führt. Die Wasser in der Schleife ist nicht sehr tief (1.30m), aber es hat prima geklappt mit der Horizon (Tiefgang 1.30 m 😯 ). Auch hier muss vom Steuermann die Fahrrinne exakt eingehalten werden, sonst könnte die Lackierung am Boot leiden. Die Fahrt um die Stadt herum hat sich aber gelohnt.

Zum Schluss kamen wir in einen kleinen Hafen mit einem Anleger für Ausflugsschiffe. Vor diesen musste man sich in acht nehmen und schauen, dass man ihnen nicht in den Weg kam. Um weiter zu kommen mussten wir eine manuelle Schleuse bedienen. Zum Glück war vor uns ein Ausflugsschiff und Kurt und ich konnten zuschauen, wann man wie und wo man kurbeln musste, um die Schleuse zu schliessen und zu füllen.

Ein paar Meter nach der manuellen Schleuse kommt ein langer Schwimmsteg zum Anlegen „Halte de la Cité des Arts„. Da lag auch die MS Jeanine, das symphatische Hotelschiff von CroisiEurope, das wir schon mehrmals getroffen haben. Leider, corona-bedingt, fristete sie diesmal ihr Dasein allein und leer in Besançon.

Halte de la Cité des Arts à Besançon

Auf dem Bild sieht man vorne die MS Jeanine, unsere Horizon und eine Sunseeker. Diesem Rennboot sind wir seit Dole immer wieder begegnet. Ein Schweizer hat das Boot in La Grande-Motte, Südfrankreich, gekauft und war auf der Überführungsfahrt vom Mittelmeer bis in den Rhein, bzw. er wollte damit nach Niffer. Ein anderer Freizeitkapitän, ein Engländer, meinte dazu nur: „this man ist crazy“. 😀 Er erzählte, dass es um Niffer herum im Rhein-Rhône-Kanal und Rhein-Seitenkanal ganz viel Grünzeug hätte. Man könne fast über den Kanal laufen…. Wahrscheinlich nicht unbedingt das Wahre mit so einem Boot.
Der Anleger ist soweit angenehm, mit Strom und Wasser. Nachts jedoch ist um’s Konservatorium herum offenbar der Jugendtreff der Stadt. Bis weit in die Nacht haben sie gelärmt.

Am folgenden Tag haben wir Wasser getankt und uns mit Lebensmittel versorgt. Um die Mittagszeit ging es durch den Tunnel und talwärts. Etwa sieben Stunden waren wir unterwegs bis nach der Schleuse 60, Dampierre. Ein paar Jugendliche waren da am Steg am Baden. Obwohl wir ihnen gesagt haben, sie würden uns nicht stören, haben sie sich verzogen. Kurt hat versucht, das Schiffshorn zu flicken. Irgendwann hatten sich da mal Wespen eingenistet. Wie lange dieses Horn schon nur noch krächzt, wissen wir nicht. Leider hat sich der Ton nach den Reparaturarbeiten von Kurt nicht wirklich verbessert. Aber vielen Dank an Kurt für seinen Einsatz 😀

In Dampierre gibt es eine Bäckerei, eine Apotheke und einen Coiffeur. Das ist so in etwa die Standardausrüstung in den meisten Dörfer. Weiter ging es abwärts bis nach Rochefort-sur-Nenon, einem unserer Lieblingsplätze. Wir hatten Glück, es hatte noch Platz. Es lag bereits die „Tikvah“ am Steg, die Eigner sind aus Weinfelden, auch im Schleusenschifferverein und das Boot ist in Saint-Jean-de-Losne stationiert.
Dort vernahmen wir, dass der Kanal ab Choisy bis zur Schleuse 75, eigentlich bis zum Ende des Kanals, aufgrund einer kaputten Spundwand gesperrt sei, dies voraussichtlich bis am 8. August, also bis zum nächsten Tag.

Am 8. August habe ich die VNF angerufen und mich erkundigt. Um die Mittagszeit war der Kanal wieder freigegeben und die Reise konnte weitergehen. Es hatte praktisch keinen Verkehr und wir kamen zügig voran. Nach 17.00 Uhr waren wir an der Schleuse 75 und haben die Fernbedienung zurückgegeben. Schön, wieder auf der Saône zu sein. Nun versuchten wir unser Glück am Anleger vom Camping les Herlequins in Saint-Jean-de-Losne. Während der Suche nach einem Boot waren wir oft auf diesem sympathischen Camping anzutreffen. Dabei träumten wir immer davon, eines Tages mit dem eigenen Boot dort anzulegen. Wir hatten Glück:

Saint-Jean-de-Losne
Camping Les Harlequins

Am folgenden Tag haben wir gegen Mittag abgelegt. Es war heiss, heiss, heiss und wir genossen den etwas kühlenden Fahrtwind. Rund zwei Stunden später wurden wir in die grosse Schleuse von Seurre eingelassen. Das ist die erste Gross-Schleuse (185mx12m) auf der Saône auf ihrem Weg vom Burgund in das Mittelmeer. Die Schleuse wir von einem Tower aus bedient. Als Plaisancier empfiehlt es sich dort anzurufen und ihnen mitzuteilen, dass man gerne in die Schleuse einfahren möchten. Uns hat der Schleusenwärter gesagt, wir müssten noch etwa 20 Minuten warten, wegen Wassermangel würde er erst ein paar Boote sammeln bevor er diese dann gemeinsam hochschleust. Schlussendlich, als die Tore aufgingen, kam kein einziges Boot aus der Schleuse. Es waren auch praktisch keine Boote unterwegs, die hingen wegen der Hitze alle irgendwo in den Bäumen. In Seurre kam uns ein Frachtschiff entgegen. Ihm konnten wir zuschauen wie es in die Schleuse einfuhr.

Im Hintergrund Seurre und vorne das vorbei fahrende Frachtschiff. Wir fuhren anschliessend noch etwas talabwärts, kehrten dann um und legten im Hafen von Seurre an. Seurre ist ein hübsches Städtchen, auch der Hafen ist ansprechend. Aber wirklich viel konnte man nicht machen, es war einfach zu heiss. Gut waren wir frühzeitig im Hafen, gegen Abend füllte er sich sehr rasch.

Am nächsten Tag um die Mittagszeit rief ich beim Schleusenwärter im Tower an und fragte, wann wir hochschleusen könnten. Er meinte, er warte noch auf ein „bateau de commerce“ – kein sehr grosses Schiff – und er würde dort nachfragen, ob der Kapitän einverstanden sei, uns mitzunehmen. Ich konnte am Telefon die Unterhaltung per Funk mit anhören. Als das Frachtschiff in Sicht war, rief ich nochmal an um mich zu erkundigen, ob wir zuerst einfahren sollten – ja wir sollen meinte er. Mit einem Mietboot zusammen – sehr nette Österreicher die wir am Vorabend kennen gelernt hatten – fuhren wir in die Schleuse. Ganz vorne, sagte der Schleusenwärter. Dann kam das Frachtschiff – es war riesig im Verhältnis zu unserem Boot. Der Kapitän liess ganz viel Platz, es war ein eher kleineres Frachtschiff (ca. 80mx 10m).

Wir fuhren an diesem Tag bis nach Auxonne, nur zwei weitere Schleusen waren zu bewältigen. In Auxonne fanden wir Platz am Steg der Gemeinde. Die Wasserskifahren sorgten am Abend noch für Unterhaltung und für schaukelnde Boote. Auf dem Abendspaziergang in den Hafen von H2O „Port Royal“ sahen wir eine Nutria-Familie in einem Tümpel. Sie liessen sich von den Passanten überhaupt nicht stören.

Von Auxonne ging die Reise weiter bis nach Gray, das sind rund sechs Stunden Fahrt. Eigentlich hätten wir gerne in Mantoche angelegt. Dort gibt es eine ganz schöne Anlegestelle, die sehr beliebt ist und auch diesmal leider schon voll besetzt war. Einen kurzen Schwatz mit Chrigel und Nadine die dort lagen, konnten wir von Boot zu Boot trotzdem kurz halten.

In Gray angekommen, füllten wir den Kühlschrank wieder auf und genossen den schönen Abend.

Gray by night

Beim Schreiben dieses Berichts fällt mir auf, wir schafften es immer erst um die Mittagszeit herum abzulegen 🙂 – also auch in Gray legten wir erst nach Mittag ab und fuhren bis nach Charentenay an einen unserer Lieblingsplätzen. Wir absolvierten dabei fünf Schleusen und ein Tunnel. Am Privatplatz in Charentenay waren diesmal die Besitzer, ein jüngeres Pärchen, da. Sie verbrachten ihre Ferien dort mit angeln. Der Besitzer hat sich gefreut, dass wir erst gefragt haben ob wir anlegen dürfen. Noch mehr gefreut hat er sich nachher über das Bier welches wir ihm offeriert haben. Später hat er uns noch Fotos gezeigt von einem 1.20 m langen Wels welchen er gefangen habe. Er fragte uns, was so ein Boot denn etwa kosten würde und freute sich über eine Boots-Besichtigung. Es stellte sich heraus, dass die Beiden in der Nähe von Corre wohnen. Wir werden die Beiden sicher wieder einmal dort antreffen und hoffen, dass sich alle die dort anlegen anständig benehmen, so dass der Platz auch weiterhin benutzt werden darf.

Am Tag darauf war die Reise kürzer, nach rund drei Stunden trafen wir in Traves ein. Wenn man der Saône folgt, anstatt in den Kanal einzubiegen welcher in den Tunnel de St. Albin führt, kommt man nach Traves, weiter geht es dann aber nicht mehr. Es gibt dort ein kleines Hafenbecken mit Feriendörfchen und Restaurant. Sehr hübsch und immer wieder einen Abstecher wert.

Traves

Als wir am darauffolgenden Morgen ablegten, hat es geregnet. Die Abkühlung war seeeehr angenehm.
Ungefähr zwei Stunden später machten wir eine Pause in Port-sur-Saône und genossen Kurt’s feine Aprikosenwähe

unsere Nachbarn in Traves

Die neue Brücke oberhalb von Port-sur-Saône für die wohl lang ersehnte Umfahrung des Städtchens. Im Ort waren Plakate aufgehängt mit dem Datum der Besichtigung dieses Bauwerks.

Die Fahrt auf der Petite Saône ging weiter … aber nicht allzu lang. Der Motor hat plötzlich komisch getönt und das Kühlwasser wurde immer heisser 😯 In Port-sur-Saône hatte es viele Wasserlinsen, die zwar schön aussehen, aber den Filter des Kühlwassers verstopfen können. Deshalb mussten wir einen Notstop einlegen und den Filter reinigen. Die Fahrt konnte wieder aufgenommen werden, jedoch war der Sound vom Motor noch immer nicht wie er sein sollte und der Motor wurde wieder zu heiss. Also mussten wir erneut die Fahrt unterbrechen und auf etwas abenteuerliche Weise mit dem Bug voraus am unwegsamen Ufer anlegen. Roli rief Jean-Pierre von der Marina de Corre an, der sich, nachdem Roli auf seine Anweisung hin den Impeller kontrolliert hatte, sofort auf den Weg zu uns machte. Wie sich herausstellte, musste sich wohl etwas grösseres, zum Beispiel ein Plastiksack oder so, im flussseitigem Ansaugestutzen verfangen haben. Durchstossen der Wasserzuleitung, welche vom Wasserfilter gelöst wurde, mit einer Rute brachte leider nicht den gewünschten Erfolg 🙁 Erst das Durchspülen der Leitung mit Hilfe eines Schlauchs ab der Deckwaschpumpe konnte die Verstopfung im Ansaugstutzen lösen 🙂

Schliesslich konnten wir weiterfahren und verbrachten die letzte Nacht in Bauley an einem Anleger mit Platz für ca. zwei Boote.

In Corre sind wir am 15. August am frühen Nachmittag angekommen.

Schön war’s mit vielen Eindrücken und Erlebnissen in diesen drei Wochen

Ein Kommentar zu “Sommerferien vom 27. Juli – 17. August 2020

Kommentar verfassen

Entdecke mehr von Almtrawler "Horizon"

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen