Nach fast neun Monaten können wir endlich wieder auf die Horizon. Die Corona-Pandemie und meine drei Augenoperationen hatten uns da einen gewaltigen Strich durch unsere Rechnung gemacht, aber nun scheint es Licht am Horizont zu geben.
12.05.2021: Der Lockdown in Frankreich wurde bereits ein wenig gelockert. Ausgerüstet mit einem PCR-Test und einer Erklärung, dass wir keine Symptome haben, sind wir nach Corre gefahren. Niemand hat sich dafür interessiert, ob wir einen negativen Test dabei haben 🤐 dabei hat uns das eine Stange Geld gekostet…..
Wir waren gespannt, in welchem Zustand wir die Horizon antreffen würden. Sie wurde wohl von der Marina de Corre eingewintert, aber als wir im letzten August nach Hause fuhren, gingen wir davon aus, im September wieder zurück zu sein und hatten deshalb inwendig noch nicht „eingewintert“. Es war aber alles soweit ok, ein paar tote Käfer, Spinnweben und etwas Staub. Nachdem alles Gepäck ausgeladen und die Einkäufe gemacht waren, fingen wir an zu putzen. Roli auf dem Deck, ich im „Haus“. Den Abend liessen wir mit Pasta und feinem Rotwein ausklingen.
13.05.2021: Es regnet und ist trüb und kühl. Die Heizung funktioniert noch nicht und warmes Wasser haben wir auch noch nicht. Nur kurz kommt ganz heisses Wasser und dann ist es wieder kalt. Wir warten nun auf Antwort von der Werft. Heute ist Auffahrt, also auch in Frankreich ein Feiertag. Es gibt aber noch genug zu tun mit putzen und aufräumen, daher wird es nicht langweilig und das Wetter ist genau richtig um endlich mit den Berichten vom letzten Sommer weiterzumachen. Am Nachmittag kam Frerik (Werkstattchef von der Marina) vorbei. Jetzt haben wir warmes Wasser, die Heizung läuft noch nicht.
14.05. + 15.05.2021: Das Regenwetter hält an, so dass wir erst am Sonntag losfahren werden. Wir waren in Jussey im Eisenwarenladen und haben Schlüssel vom Boot nachmachen lassen. Während wir warteten, haben wir das Sortiment im Laden bestaunt, unglaublich, die haben alles was das Handwerker-Herz begehrt.
Eine kurze Probefahrt die Petite Saône runter haben wir dann doch auch noch gemacht, erst danach hatte Roli seine Ruhe 😎 Es hatte ziemlich viel Wasser und Treibholz.
16.05.2021: Am Mittag legten wir ab in Richtung Vogesenkanal. Für den Anfang waren vier Schleusen ok. Nach Schleuse 43 gibt es einen schönen Anlegeplatz. Ein Boot war bereits dort angelegt, die „Grenouille“, sie liegt ebenfalls in der Marina de Corre. Einzig ein „le boat“ ist uns entgegengekommen, sonst nichts. Ein VNF-Mitarbeiter ist vorbeigekommen um zu fragen, ob wir noch weiterfahren wollten. Weiter oben bei Selles gibt es eine Drehbrücke die manuell bedient werden muss. Wir sagten ihm, von uns aus könne er Feierabend machen.


17.05.2021: Am Morgen hat es in Strömen geregnet. Gegen Mittag wurde es doch noch etwas freundlicher und um 11:45 Uhr legten wir ab. Unser Nachbar von der „Grenouille“ erzählte Roli, dass weiter oben, nach der Drehbrücke, eine Baustelle sei und das Wasser abgesenkt wurde. An der Drehbrücke haben wir dann gefragt. Es seien ca. 50 cm abgesenkt worden. Der VNF-Mitarbeiter hat nach dem Tiefgang von unserem Boot gefragt, und meinte, es sei alles in Ordnung. Ab Schleuse 38 war der Wasserstand wieder normal. Unser Ziel, Fontenoy-le Château, erreichten wir um 15:45 Uhr. Wir hatten acht Schleusen sowie die Drehbrücke. An einer Schleuse ging das Tor nicht auf. Noch bevor wir das melden konnten, kam die VNF bereits schon vorbei. Offenbar haben die das System sehr gut im Griff.

18.05.2021: Von Fontenoy-le-Château ging es weiter aufwärts bis PK 115. Dort trafen wir einen schönen Anlegeplatz, weit weg von jeder Zivilisation, an. Fahrzeit bis dorthin waren 3,5 Stunden und 11 Schleusen. Unterwegs passiert man die Manufacture Royale de Bains-les-Bains, ein eindrückliches, historisches Fabrikgelände, welches als eine Art Museum besichtigt werden kann. Das müssen wir auf jeden Fall auf einer unserer nächsten Touren nachholen.


19.05.2021: Bereits um 10.00 Uhr legten wir ab. In der ersten Schleuse hat der Regen angefangen. Nachher kam wieder eine Drehbrücke die bedient werden musste. Nach dieser Brücke mussten wir einen Zwischenhalt einlegen weil es so stark regnete. Nach insgesamt fünf Schleusen, inkl. der Drehbrücke, hatten wir genug und legten nach Schleuse 21 an einem Schwimmsteg an. Wir beschlossen, am folgenden Tag die Rückreise nach Corre anzutreten.

Spaziergang mit Jack zur Schleuse 22


20.05.2021: Abgelegt um 10:00 Uhr, wir kamen gut voran. Ein Boot – die „Levante“ (Schweizer, auch im Schleusenschifferverein) – kam uns entgegen. Sonst waren wir allein. In der Schleuse 28 war dann vorerst Pause angesagt wegen Doppelrot. Ungefähr nach einer halben Stunde war der Fehler behoben und wir konnten weiter fahren. Die VNF macht hier wirklich einen guten Job. Die Leute sind sehr freundlich und hilfsbereit. In der Schleuse 33 kurz vor Fontenoy hatten wir erneut Doppelrot. Das Schleusentor ging nicht zu. Der VNF-Mitarbeiter hat uns gefragt, ob wir das eigentlich extra machen würden 😇.
In Fontenoy legten wir um 16:00 Uhr im Hafen von „le boat“ an. Kosten: 10 Euro inkl. Wasser

21.05.2021: Am Mittag fuhren wir weiter talwärts. Weiter südlich von uns ging ein Unwetter vorbei. Daher gab es Windböen. Eine schöne Fahrt mit ein paar Kurven. In einer dieser Kurven ist das Château de Freland. Nach der Kurve gab es einmal eine Drehbrücke, jetzt ist davon nicht mehr viel zu sehen, ausser dass die Stelle dort eng ist. Um 16:00 Uhr legten wir wieder an der schönen Anlegestelle an, wo wir auch schon am Sonntag übernachtet hatten. Später kam noch ein Wohnmobil zum Übernachten.

22.05.2021: Abgelegt haben wir um 11:30 Uhr bei Sonnenschein und Wind. Noch vier Schleusen bis nach Corre. Wir hofften, dass die Sonne bleiben würde bis Corre. Leider war das nicht der Fall. Es hat teilweise ziemlich stark geregnet. Zum Abschluss jedoch empfing uns in Corre erneut die Sonne. Roli hat die Horizon souverän an ihren Platz parkiert 💪🏻 es war etwa 14:00 Uhr. Wir blieben noch bis Pfingstmontag und traten dann die Heimreise an.

Zusammenfassung: 79 km, 56 Schleusen inkl. Drehbürcken, 254 Höhenmeter, 28 Motorenstunden