Der Corona-Virus stellte unsere Geduld in diesem Frühling extrem auf die Probe, denn wir wollten doch so rasch wie möglich auf unser Boot. Ende Juni war es dann endlich so weit. Über die Webcam der Marina de Corre konnte ich per Zufall beobachten, wie unsere Horizon am Donnerstag, 25. Juni 2020 eingewassert wurde. War das aufregend, denn das Gepäck war schon bereit und wir fieberten unserer Reise nach Corre entgegen.
Am Freitag, 26. Juni am späteren Nachmittag waren wir in Corre angekommen. Die Horizon kam gerade von einer Probefahrt mit dem Werkstattchef zurück. Dieser musste uns dann noch beichten, dass er beim Ausfahren aus dem Hafen am Bug eine Beule gemacht hatte. Der Steuerhebel am Aussensteuerstand war nicht richtig angeschlossen. Statt rückwärts ging das Boot vorwärts und es kam zum Crash. Nun, er muss es ja dann wieder flicken 🙂
Rasch haben wir unser Gepäck an Bord genommen, sind einkaufen gegangen und haben uns anschliessend ein gutes Nachtessen im Restaurant Marina gegönnt. Der Rest konnte bis am nächsten Tag warten.
Am Samstag wurden die gelieferten Holzmöbel für die Terrasse zusammengeschraubt. Der Steuerhebel wurde richtig herum angeschlossen und nach dem Mittag konnte die Fahrt auf der Petite Saône aufgenommen werden. Unser Ziel war „Le petit port“ de Fouchécourt. Nach gut drei Stunden mit drei Schleusen haben wir am Besuchersteg angelegt. Es war eine schöne Fahrt bei sonnigem Wetter und warmen Temperaturen. Im Restaurant das zum Hafen gehört haben wir sehr gut und günstig gegessen. Die neuen Pächter sind nicht wirklich vom Fach, geben sich aber sehr Mühe, wir unterstützen die Beiden gerne. Ausserdem haben sie zwei kleine Hunde, das hat Jack natürlich sehr gefreut. Bereits im ersten Hafen schon Freundinnen, das kann ja heiter werden.
Sonntags ging es kurz vor Mittag weiter flussabwärts. In Port-sur-Saône machten wir eine kurze Pause mit Kaffee und feinen Eclairs. Unser Ziel war das Saône Valley Parc-Resort. Die Einfahrt ins „Hafenbecken“ ist nicht sehr tief, es hat ein wenig geknirscht.
Nach einer Fahrzeit von insgesamt 4,5 Stunden mit fünf Schleusen, einem Tunnel (Tunnel de Saint-Albin) und einem Fender weniger haben wir um 17:15 Uhr angelegt. Die Übernachtung mit Strom: € 12.00
Kaum hatten wir angelegt, hat uns eine Schwanenfamilie begrüsst.

Am Montag um 10:15 haben wir Traves verlassen. Das Wetter war nicht so toll, es hat geregnet. Unser Ziel war Gray. Nach acht Schleusen und einem Tunnel (Tunnel de Savoyeux) nach gut sieben Stunden Fahrzeit haben wir am Quai von Gray angelegt.

Dienstag
Pause bzw. Arbeiten am Boot. Oberhalb des Quai gibt es ein grosses Einkaufszentrum mit Baumarkt. Dort haben wir uns mit nötigem Material eingedeckt. Was auch nicht fehlen darf ist der Austausch von Infos mit unseren Nachbarn. Die beiden Boote hinter uns waren Engländer. Beide schon mehrere Jahre von Frühling bis Herbst unterwegs. Sehr nette und angenehme Nachbarn. Nicht so wie das Mietboot das später anlegte. Praktisch Bug an Bug mit unserer Horizon wollten die anlegen, wohl um genügend nahe zum Wasser- und Stromanschluss zu gelangen. Jedenfalls haben wir ihnen zu verstehen gegeben, dass sie mindestens einen Meter Abstand einhalten sollten. Dafür wurden wir auch noch beschimpft, zum Glück jedoch war mindestens die Frau an Bord so anständig und hat ihre Crew entsprechend angewiesen. Unsere englischen Nachbarn haben uns schon ihr Bedauern ausgesprochen solche Nachbarn zu bekommen. Nachdem der Wassertank voll war, sind sie zum Glück weitergezogen und wir hatten unsere Ruhe.
Am Mittwoch Mittag ging es wieder bergwärts. Ein weiteres Boot, mit einem älteren Ehepaar aus dem Waadtland, hat uns die ganze Zeit begleitet bis nach Savoyeux. Eigentlich wollten wir im Port de Savoyeux nur tanken und unsere Reise weiter fortsetzen. In der Capitainerie sagten sie uns, dass sie erst den Tanklastwagen bestellen müssten und dass wir erst am Donnerstag tanken könnten. Nach nochmaligem Abklären kam der Lastwagen dann aber bereits eine Stunde später. Das Befüllen dauerte gut 40 Minuten – Resultat: 871 Liter haben wir gebunkert, das Fassungsvermögen des Treibstofftanks ist bei 1’500 Liter. Wir haben uns dann entschieden, erst am Donnerstag weiter zu fahren.
Gebühren für Übernachtung + Kurtaxe ohne Strom und Wasser: € 10.40

Am Donnerstag Morgen eine unliebsame Überraschung: Grauwassertank voll, Pumpe läuft, aber trocken. Auf der Überführungsfahrt im Herbst funktionierte die Abwasserpumpe einwandfrei. Gut waren wir noch im Hafen. Der nette Herr vom Atelier der am Mittwoch den Diesel getankt hatte konnte uns weiterhelfen. Es lag an einem Ventil das zu war. Es gibt einige Ventile im Motorraum, woher hätten wir wissen sollen, welches es sein könnte? Nochmal Glück gehabt. Dafür habe ich im Shop doch gleich noch einen neuen Bootshaken für €19.90 gekauft. Schliesslich haben wir um 11:45 Uhr abgelegt. Nach acht Schleusen, einem Tunnel und minus einem Fender haben wir um 17:30 Uhr in Port-sur-Saône am Quai angelegt wo wir über Nacht geblieben sind.
Freitag Mittag fuhren wir los in Richtung Fouchécourt wo wir zwei Stunden später bereits angelegt haben. Wir haben auch diesmal im Restaurant des „Le petit port“ gegessen. Für den Abend haben sich Janika, unsere Tochter, mit ihrem Kollegen Philip angemeldet.
Am Samstag bei schönstem Wetter legten wir um 13:00 Uhr ab in Richtung Corre. Die „Petite Saône“ ist immer wieder herrlich zu befahren, Natur pur. Drei Schleusen waren bis Corre zu bewältigen, mit tatkräftiger Unterstützung der Jungmannschaft. Bereits um 16:30 Uhr waren wir am Besuchersteg in der Marina de Corre.
Sonntag ging es dann nach dem Frühstück zurück nach Fouchécourt, denn Janika und Philip mussten bereits wieder zurückfahren in die Schweiz. Nach drei Stunden Fahrt und wiederum ein Fender Verlust legten wir in Fouchécourt an. Nachdem die Jungmannschaft abgereist war, legten wir ab mit dem Ziel die Anlegestelle in Baulay. Diese ist wenig weiter flussabwärts und herrlich gelegen. Leider war die Anlegestelle belagert von Anglern, mit denen wollten wir keinen Zoff anzetteln und haben gewendet. Weiter flussaufwärts nach Schleuse 3 in Montureux-les-Baulay gibt es eine weitere schöne Anlegestelle.

Am Montag traten wir die Heimfahrt nach Corre an. Noch zwei Schleusen, die allerdings recht schwierig anzufahren waren weil es sehr windig war, und nach zweieinhalb Stunden Fahrt legten wir erneut in Corre an.

Zusammenfassung:
289 km, 36 Motorenstunden, 39 Schleusen, 4 Tunnel und minus 3 Fender
zu den Fendern: jetzt sind sie so platziert, dass mit viel Verlust nicht mehr gerechnet werden darf.