2024: Die letzte Schleuse dieser Saison 😥
Der Moment musste ja kommen 🙄. Auch wenn wir es seit beinahe sieben Monaten erfolgreich verdrängt haben 🙈. Aber mit dem Start der Saison war das Ende ebendieser ja wohl bereits besiegelt 😲. Aber einmal mehr, wir wollen nun nicht klagen 😉.
Es war wunderbar. Das erste, und sicher nicht das letzte Mal, sieben Monate mit dem Boot unterwegs. Ohne Eile und ohne Druck. Ein ganz neues und super Erlebnis.
Dieser Beitrag will nur ein kurzer Schnellüberblick über die nun abgelaufene (😭) Saison sein, nicht mehr. All die vielen noch fehlenden Beiträge, mit etwas mehr Details, werden über den Winter erscheinen (versprochen 🤞, mehr dazu später).
Für die Statistik-Liebhaber und Detailbesessenen
Gefahrene Route
- Von Corre aus über die Petite Saône nach Saint-Jean-de-Losne
- Von Saint-Jean-de-Losne aus machten wir zwei Kurztrips:
- über den Canal du Rhône au Rhin nach Ranchot und zurück
- über den Canal de Bourgogne nach Dijon und zurück
- Dann gings südwärts über die (Grande) Saône nach Lyon
- Noch weiter südwärts über die Rhône und die Petite Rhône nach Saint-Gilles
- Quer durch die Camargue über den Canal du Rhône à Sète nach Sète
- Ein klein wenig wie Küstenfahren auf dem Étang de Thau nach Marseillan
- Über einen der ältesten Kanäle Frankreichs und UNESCO-Weltkulturerbe, den Canal du Midi nach Castelnaudary
- In Castelnaudary haben wir gewendet und es ging zurück über den Canal du Midi, Étang de Thau, Canal du Rhône à Sète, Petite Rhône, Rhône, Saône und Petite Saône nach Port-sur-Saône.
- Als Saison-Abschluss dann wieder die Petite Saône und die Saône hinab bis zum Winterhafen in Seurre
Und da sind wir nun 😭.
Zahlen
| Motorenstunden | Kilometer | Schleusen | Wein & Bier Verbrauch |
| 336 | 2’313 | 232 | Nur zahlenden Abonnenten zugänglich |
Zielerreichungen
Für diese Saison hatten wir uns nur ein Ziel gesetzt. Das Festival de Carcassonne mit Konzerten der Status Quo am 15. Juli und der Scorpions am 23. Juli.
Ein einzigartiges Festival, welches jeweils im Juli über 120 Vorstellungen bietet.
80 dieser Vorstellungen sind völlig kostenlos. Auf 11 Bühnen und in Themenbereichen von Oper bis Theater, von Tanz bis Klassischer Musik von Konzerten nationaler und internationaler Künstler wird für Jeden etwas geboten.
Am 10. Juli, 5 Tage vor dem ersten Konzert-Termin, erreichte die Mannschaft der MS Horizon nach über 1’200 km Fahrt, vielen Entbehrungen, viel Mühsal und unter grossen Qualen Carcassone.
Ziel zu 100% erfüllt 🎯.
Übrigens, die beiden Konzerte in einer solchen Kulisse, dem Théâtre Jean-Deschamps, waren absolut genial.
Mehr zu unserer Rock-Cruise findet Ihr hier.
Was bleibt von dieser Saison in Erinnerung
Natürlich bleibt gaaanz viel in Erinnerung, viel zu viel um hier in der Kürze zu erzählen. Aber trotzdem hier der Versuch die aller, aller einprägsamsten Sachen kurz zu erwähnen.
Menschen, Kollegen, Freunde und Familie
Auch wenn unsere grosse Mannschaft (ihr kennt diese ja bereits: Kapitän, Steuermann, Wachoffizier, Erste Offizierin, Zahlmeisterin, Matrosen, Smutie, Bordmechaniker und Leichtmatrosen, um nur mal die wichtigsten zu nennen, ach, beinahe vergessen, unseren Klabautermann oder besser gesagt, unser Klabautergespenstchen Antoine 😉) es eigentlich immer gut miteinander haben, so ist ein wichtiger Teil einer solchen Reise halt doch Menschen zu treffen. Auch diese Saison konnten wir wieder viele alte Freunde treffen und durften auch wieder viele neue Bekannte dazugewinnen.

Allerdings sind dann solche Treffen meistens irgendwie mit Alkohol verbunden … ein Bier da 🍺, ein Apéro dort 🥂, ein gemeinsames Nachtessen hier 🥘🍷 … oder auch alles zusammen 🍻🍹🥂🍝🍷🥩🍺🥣🍷🍷🍷🍷 … puh, das kann auch hart sein … Zumindest die Leber ist nicht ganz unglücklich über das Saison-Ende …
Auch die Besuche aus unserer Familie, der jüngsten Tochter und leitende Ingenieurin der MS Horizon Janika, der ältesten Tochter Vasilica mit Shemsi und Jean waren natürlich solche Highlights.
Gewässer (und ihre Gefahren)
Diese Saison war für Binnenskipper eigentlich alles an möglichem Gewässer dabei. Verschiedenste Kanäle, kleine beschauliche Flüsschen wie die Petite Saône, aber auch ein grosser Strom wie die Rhône und mit dem Étang de Thau sogar noch ein ziemlich grosser See 😊.
Aber auch Hochwasser war dabei. Bereits im April verzögerte sich unsere Abfahrt in Corre aufgrund eines Hochwassers um einige Wochen. Dafür gings dann mit der immer noch hohen Strömung zügig über die Saône und Rhône gen Süden.
Während wir im Süden die Hitze genossen (🥵) gab es im Juli im Norden ein zweites Mal Hochwasser.
Bis wir wieder gen Norden fuhren, waren zum Glück alle Wassermassen bereits über die Rhône ins Mittelmeer abgeflossen. So konnten wir bei moderater Strömung wieder die Flüsse hochfahren.
Aber kaum waren wir wieder auf der Petite Saône gab es wieder Hochwasser.
Wir blieben über eine Woche in Auxonne um auf sinkende Pegel zu warten. Aber es gibt definitiv schlechtere Orte als Auxonne um festzustecken.

Das schönste Gewässer dieser Saison
Welches Gewässer war das Highlight dieser Saison? Definitiv nicht der Canal du Midi 😂 (mehr dazu dann im entsprechenden Blog 😉).
Es war für uns eine absolute Überraschung. Klein und unscheinbar stand in unserer Planung der Canal du Rhône à Sète als notwendige Verbindung zwischen der Petite Rhône und dem Canal du Midi bzw. dem Étang de Thau. Nur gut 70 km lang (Saint-Gilles bis zum Étang de Thau), eine Schleuse (Übergang von der Petite Rhône) und das wars dann auch schon.
Langweilig.
Denkste.
Es ist ein wunderbarer Kanal. Er führt durch die spektakuläre Landschaft der Camargue (bitte jetzt keine kleinkrämerischen Definitionen über die Camargue, ich weiss wo die sich befindet, aber exakt so stellt man sich die Camargue vor), mitten durch die unzähligen Étangs, Reisfelder, nahe der Küste des Mittelmeers entlang.
Man begegnet Kühen, Stieren, „wilden“ Camargue-Pferden, hunderten von Flamingos. Abendstimmungen wie man sie nur selten sonst erlebt. Wirklich ein gewaltiges Erlebnis. So schön, dass wir uns auf der Rückreise beinahe zwei Wochen Zeit genommen haben diese paar Kilometer voll zu geniessen.
Städte und Dörfchen
Zu viele um sie hier alle aufzuzählen. Aber Lyon und Valence, um zwei Grossstädte zu nennen, bleiben definitiv in Erinnerung. Auch Avignon mit dem sehr eindrücklichen Papst-Palast.
Dann natürlich Carcassonne. Nicht die Unterstadt in der sich heute das normale Leben abspielt, sondern die Cité. Die alte Stadt von Carcassonne, umgeben von seiner teilweise über 1’000-jährigen 3 km langen Mauer, absolut sehenswert.
Wir sind auf unserer Reise diese Saison noch an ganz vielen schönen kleinen Städtchen und Dörfern vorbeigekommen. So auch am bekannten Aigues-Mortes, ein wirklich spezieller Ort mit einer uralten Geschichte.
Aber natürlich auch Béziers, Capestang, Gallician, Le Somail und so weiter. Über diese Ortschaften gibt es dann mehr Infos in den jeweiligen Blogs.
Und wie gehts jetzt weiter 🤔
Im Moment stehen wir noch am Besucher-Ponton vor dem Hafen in Seurre und machen uns Gedanken über das Auf- und Ausräumen der MS Horizon. Zumindest machen wir uns schon mal Gedanken darüber 😉.
Und wir kümmern uns sehr aktiv um das Aufbrauchen aller Ess- und, ja genau, Trinkwaren 😉. Alles Verderbliche muss die nächsten Tage noch weg. Wir wissen alle, Bier und Wein lassen sich auf einem Boot einfach nicht gut lagern.
Was jedoch jetzt, in den letzten Tagen, ganz sicher nicht fehlen darf sind frische Tartelettes au Citron Meringuée aus der nahen Boulangerie 😁.
Auf die müssen wir schon bald für lange, lange Monate verzichten, das wird hart 🙁.
Was macht die MS Horizon über den Winter 🤔
Für unser Boot haben wir bereits im August hier in Seurre einen Winterplatz ergattern können. Übermorgen, am 22.10. werden wir die MS Horizon in ihre Box fahren können. Tja, und da wird sie dann über den Winter stehen 🙁. Der Bordmechaniker wird die MS Horizon zusammen mit dem Bordelektriker, dem Bordschreiner, dem Bordsanitär und wer dann halt noch so gebraucht wird aber regelmässig besuchen um Unterhaltsarbeiten zu erledigen und die eine oder andere Neuerung einzubauen. Lange wird die MS Horizon kaum alleine sein müssen 😊.
Was macht die Mannschaft über den Winter 🤔
Der Kapitän und die Erste Offizierin erholen sich von der harten Saison und bereiten sich auf die nächste Saison vor 😎. Das wäre zumindest die Wunschvorstellung 🙄. Aber so wird es nicht kommen. Über den Winter ist vor allem Arbeiten in unseren angestammten Berufen angesagt, die Zahlmeisterin fordert noch einen Beitrag an das nächstjährige Budget.
Der handwerklich begabtere Teil der Mannschaft wird wie oben bereits erwähnt zwischendurch auch immer wieder Mal für ein paar Tage auf dem Boot sein um Arbeiten zu erledigen.
Und der Bordschreiberling wird sofort nach der Ankunft in der Schweiz in sein Kämmerlein verdammt. Der ist nun wirklich die meiste Zeit der Saison auf der faulen Haut gelegen mit Ausreden wie „bei dieser Hitze kann man ja nicht mehr denken“ oder „nach so viel Apéro kann man ja nicht mehr gerade schreiben“ und so weiter. Das hat jetzt ein Ende. Jeder fehlende Blog, aber jeder, ohne Ausnahme muss nun über den Winter noch geschrieben werden.
Und so könnt Ihr euch darauf freuen auch über den Winter immer wieder an die wunderschöne Boot-Saison 2024 erinnert zu werden 😊. Auch schön, oder 🤔.
More to come soon 😊
























