Überführung der Horizon nach Corre

Unsere erste Reise von Saint-Jean-de-Losne nach Marina de Corre, dem neuen Liegehafen der „Horizon“.

Am Samstag, 26. Oktober 2019 fuhren wir mit viel Gepäck wie etwa Geschirr, Pfannen, Bettwäsche, etc. und voller Vorfreude nach Saint-Jean-de-Losne. Endlich war der Zeitpunkt gekommen, die Horizon zu übernehmen. Nach einer kurzen Einführung durch einen Mitarbeiter von H2O hiess es denn auch schon „Leinen los“. Nach einem kurzen Ausflug in die alte Schleuse wo wir Ruedi und Chrigel angetroffen haben, legten wir am Quai von Saint-Jean-de-Losne an. Schliesslich musste jetzt das ganze Gepäck aufgeladen werden. Ausserdem hatte es noch ein Loch im Auspuff, welches am Montag geflickt werden sollte.

Wir hatten über das Wochenende genug zu tun mit dem Entrümpeln und Putzen des Bootes. Es wurde in den letzten Jahren kaum genutzt und es wurde auch nur das Nötigste ausgeräumt. Langweilig wurde uns nicht bis am Montag. Ausserdem haben wir gleich noch festgestellt, dass der Regler der Heizung nicht funktionierte.

Am Sonntag fuhren wir nach Corre um ein Auto dort zu deponieren und unser Kommen in der Marina anzumelden.

Am Montag, 28. Oktober wurde das Loch im Auspuff geflickt sowie der Regler der Heizung ersetzt. Monsieur Grisot von der Gendarmerie hat uns auch noch einen Besuch abgestattet und wollte die Schwimmwesten und Feuerlöscher sehen. Die waren natürlich bis auf eine Schwimmweste nichts mehr wert. Das wussten wir bereits, haben aber nicht damit gerechnet, dass wir gleich in eine Kontrolle geraten. Wobei ich immer noch behaupte, dass Monsieur Grisot genau gewusst hat, dass ein Boot verkauft wurde – „Honi soit qui mal y pense“ – Also sind wir in den Laden von H2O und haben uns mit Schwimmwesten und Feuerlöschern eingedeckt. Die Rechnung dazu wurde wie gewünscht an die Gendarmerie gemailt, Monsieur Grisot war nun auch zufrieden. Die Reise konnte also beginnen.

Dienstag, 29. Oktober:
Um 9.00 Uhr legten wir ab flussaufwärts, um 16:30 Uhr haben wir in Gray angelegt. Ganze vier Schleusen haben wir erfolgreich gemeistert. In zwei Schleusen hatten wir Gesellschaft von der Vrijheid mit Chrigel und Nadine. In Gray stand noch Einkaufen auf dem Programm.

Mittwoch, 30 Oktober:
Um halb elf ging es von Gray weiter bis nach Charentenay. Eigentlich war der Anlegesteg in Soing unser Ziel, aber es gab dort zuwenig Tiefgang um anzulegen. So sind wir halt zurück gefahren bis nach Charentenay und haben an einem privaten Platz angelegt. Der Besitzer toleriert das Anlegen von Booten, erwartet aber, dass man den Platz sauber hält. Was eigentlich eine Selbstverständlichkeit wäre….
An diesem Tag haben wir sechs Schleusen, ein Tunnel und ein Hochwassertor „absolviert“. Fahrzeit 6,5 Std.

Donnerstag, 31. Oktober:
Um 9:15 Uhr legten wir ab, die nächste Schleuse (Nr. 10) war bereits in Sichtweite. Ein sehr freundlicher VNF-Mitarbeiter hat uns dort empfangen und gefragt, ob wir bei VNF in Gray angerufen und unser Ziel bekanntgegeben hätten, denn die Saison sei seit dem 28. Oktober vorbei. Natürlich hatten wir nicht, in der Flusskarte steht, dass die Saison auf der kleinen Saône bis Mitte November dauern würde. Sei’s drum, der nette Herr hat uns den ganzen Tag begleitet, da wo die Schleusen und Tunnel nicht automatisch bedient werden, und hat seinen Kollegen der für den letzten Abschnitt bis Corre zuständig war, gleich noch informiert, dass wir kommen werden. Selbstverständlich hat er zum Abschied ein anständiges Trinkgeld erhalten.
Um 15:45 Uhr haben wir im „Le petit port de Fouchécourt“ angelegt. Der Hafen war seit dem 26. Oktober geschlossen, aber der Hafenwart wohnt auf einem Boot und hat uns sehr freundlich begrüsst. Weil am 1. November Feiertag ist und wir kein Brot mehr hatten, haben wir ihn gefragt, ob es im Dorf eine Bäckerei hätte. Leider nein, sagte er uns, aber er würde uns ein Brot holen. Das hat er dann auch gemacht und hat uns ein feines Baguette gebracht, umsonst.
An diesem Tag absolvierten wir acht Schleusen, ein Tunnel und ein Hochwassertor – es wird immer besser.

Freitag, 1. November:
Feiertag, für uns war das Putztag und Ruhetag.

Samstag, 2. November:
Abgelegt haben wir um 9:20 Uhr. Nach ca. 3,5 Std. und drei Schleusen – in der letzten Schleuse hat es sogar noch geregnet – haben wir in der Marina de Corre am Besuchersteg angelegt. Es war eine sehr ruhige Fahrt ohne einer Menschenseele zu begegnen.

Nun musste das Gepäck von Bord, der Wassertank musste geleert werden – wir waren erstaunt wieviel Wasser wir noch im Tank hatten, denn es dauerte gefühlt ewig bis er leer war. Anschliessend wurde das Boot im Hafen an seinem Platz ordentlich vertäut. Geschafft, die Horizon war in Corre angekommen und das ohne Probleme oder Zwischenfälle.

Veröffentlicht von MS Horizon / Kapitän

Freizeitkapitän auf der MS Horizon und Mit-Inhaber der F&R Dienstleistungen KLG.

Ein Kommentar zu “Überführung der Horizon nach Corre

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